Samtgemeinderat macht Weg zu Erweiterung frei

Rindviehhaltung: Eingriff in „Rieder Innenpolitik“ abgelehnt

Einstimmig vom Samtgemeinderat in Beppen auf sechs Jahre zum neuen stellvertretenden Ortsbrandmeister der Feuerwehr Intschede ernannt: Maik Tönjes. Auch Ratsvorsitzende Anke Fahrenholz gratulierte dem 28-Jährigen. - Foto: Laue
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Einstimmig vom Samtgemeinderat in Beppen auf sechs Jahre zum neuen stellvertretenden Ortsbrandmeister der Feuerwehr Intschede ernannt: Maik Tönjes. Auch Ratsvorsitzende Anke Fahrenholz gratulierte dem 28-Jährigen.

Beppen - Den Weg zur Erweiterung des großen „GCV- Milch- KG“-Hofes am Rieder Kuhdamm gab der Samtgemeinderat Thedinghausen jetzt nach heftiger Diskussion mehrheitlich frei. Der „soziale Frieden“ in der Samtgemeinde sei durch das Vorhaben bedroht, hatte der parteilose Ratsherr und Landwirt Heinz von Hollen zuvor noch gewarnt.

Dennoch gab es eine Mehrheit von 14 Stimmen – bei elf Gegenstimmen und sechs Enthaltungen – für die zur Erweiterung nötige Änderung des Flächennutzungsplans.

Die Globalisierung der Märkte auch in der Landwirtschaft lasse sich nicht an einem Ort aufhalten, hatte Karin Bergmann (CDU) für die Betriebsvergrößerung gesprochen. Kleine Höfe wie annodazumal seien nun mal nicht mehr überlebensfähig.

Vorgesehen ist eine Erweiterung des Milchviehbestands von derzeit etwa 800 auf bis zu 1400 Kühe – mit den dazu benötigen zusätzlichen Stallplätzen und anderen Bauten.

„Wir sollten nicht für solche Größenordnungen ein Signal aussenden“, appellierte Johanna Böse-Hartje von der Grünen Liste, die selbst Milchviehhalterin ist. Bisher gebe es noch 22 milcherzeugende Höfe in der Samtgemeinde. Viele würden sich nun nicht mehr lange halten können. Im Übrigen müsse auch ans Bewahren dörflicher Strukturen in der Samtgemeinde gedacht werden.

Der Antrag ihres Fraktionskollegen Dieter Mensen, deshalb die Erweiterungsplanungen auszusetzen und Bedenken des Landkreises dagegen anzuerkennen, wurde mit 15 gegen 9 Stimmen bei 7 Enthaltungen abgelehnt.

Die Samtgemeinde sollte sich bei Bauleitplanungen nicht gegen ihre Mitgliedsgemeinden stellen. Das sei bisher auch so gut wie nie geschehen, machte SPD-Fraktionschef Rolf Thies deutlich. Da der Rieder Rat dem Bebauungsplan „Rindviehhaltung Riede“ zugestimmt habe, sei es falsch, diese Entscheidung im Samtgemeinderat nun zu torpedieren.

„Wir können doch in Riede nicht die Welt aufhalten“, bekräftigte Sozialdemokrat Harald Lochte. Der Betrieb am Kuhdamm sei zudem gut zu kontrollieren, und ein Großteil der anfallenden Güllemengen würden sogar auf dem Hof wieder in den dortigen Kreislauf integriert.

Energisch wandte sich Lochte gegen „Eingriffe von außen in die Rieder Innenpolitik“ und griff Dieter Mensen direkt an. Der habe Riede das große Sondergebiet für Windkraftanlagen mit beschert und nun wohl Bedenken, dass wegen der GCV-Erweiterung für eine Windmühle weniger Platz sei.

„Ein absolut konstruierter Zusammenhang“, wehrte sich Mensen. Er sei zwar in einer Windkraft-Firma engagiert, habe mit den Anlagen in Riede „aber wirklich absolut nichts zu tun“.

Gabriele Artelt-Marquardt (UBL) hielt bei allem Verständnis für Marktanforderungen die hier zur Debatte stehenden Erweiterungsdimensionen auch aus Umweltschutzgründen für zu riesig.

Dass man erst mit 1200 oder noch mehr Milchvieh auskömmlich wirtschaften könne, erschließe sich ihm nicht, merkte von Hollen noch an. Ein solcher Riesenbetrieb benötige zudem immer mehr Flächen, was sich auf die Pachtlandschaft auswirke und so manch anderen Bauern zur Verzweiflung treiben könne. Verwunderlich sei auch, dass der Landvolkverband bisher mit keinem Wort die Erweiterungspläne befürwortet habe.

Dieter Mensen akzeptierte die Abstimmungsniederlage und bedankte sich für die insgesamt „faire Diskussion“. Ihm bleibe jetzt die Hoffnung, „dass uns der Landkreis den geänderten Flächennutzungsplan noch um die Ohren hauen wird“.

la

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