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Rieder Seniorenquartier „Wesertalblick“ soll am 1. September bezugsfertig sein

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Von: Philipp Köster

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Das neue Seniorenquartier in Riede umfasst drei unterschiedliche Wohnformen.
Das neue Seniorenquartier in Riede umfasst drei unterschiedliche Wohnformen. © Köster

Riede – „Bitte Vorsicht!“, warnt Bauleiter Thomas Carstens. Die Maler haben tapeziert und soeben die Wände in den Fluren und Zimmern im ersten Obergeschoss gestrichen. Also lieber nicht anlehnen. Schon auf dem Weg nach ganz oben hieß es „Bitte Vorsicht!“. Denn die Besichtigungsgruppe sollte möglichst nicht in Stolperfallen im Treppenhaus tappen, während sie ihre Limbo-Tanzkünste ausprobiert, weil man sich unter einem Gerüst hindurchschlängeln muss.

Wie es auf Baustellen in der Endphase eben so aussieht: An vielen Ecken noch vorläufig, doch an noch mehr Stellen schon so gut wie fertig. So auch in der neuen Seniorenresidenz an der Bruchstraße in Riede. Pardon: Seniorenquartier heißt es, klärt Frauke Meyenberg, Unternehmenssprecherin der Specht-Gruppe, bei der Begehung auf. Wegen der verschiedenen Wohnformen mit sechs Seniorenwohnungen, den zwölf Einheiten in der ambulant betreuten Pflege-WG und den „normalen“ 72 stationären Einzelplätzen.

Ob nun Residenz oder Quartier: Fakt ist, dass der viergeschossige Bau die Rieder Ortsmitte durch seine schiere Größe beherrscht. Zumindest so lange, bis schräg nebenan zur Landesstraße hin ein wahrscheinlich ebenso prägnantes Gebäude auf dem früheren Grundstück der Gaststätte Scholvin-Ortmann gebaut wird.

Das Seniorenquartier trägt den Namen „Wesertalblick“. Eine Dame aus Vechta hatte die Idee. Viele Einheimische unter den Einsendern von insgesamt 50 Vorschlägen hatten eher an den 2020 verstorbenen Rieder Sprachwissenschaftler und Heimatforscher Dr. Fritz Garvens gedacht. Doch die Häuser der Specht-Tegeler-Gruppe haben sämtlich keine Namenspatrone als Bezeichnung. Und oben im vierten Stock auf dem Balkon des im Dreiviertel-Kreis geschwungenen Südbereichs des Hauses hat man tatsächlich einen schönen Blick auf das Wesertal, indem man sich hier ja nun mal befindet, auch wenn die Weser ihr Bett inzwischen ein paar Kilometer weiter nördlich hat.

Wichtiger ist ohnehin, was den künftigen Bewohnerinnen und Bewohnern geboten wird: Laut Einrichtungsleiterin Inga Buchmann ist das eine ganze Menge. Vor allem die ambulant betreute Pflege-WG im Haus ist der „neueste Schrei“ (sinngemäß Frauke Meyenberg) in den heutigen Seniorenresidenzen beziehungsweise -quartieren. Wer soll denn in diese WG einziehen? Das stehe noch nicht fest, sagt Inga Buchmann. Man könne sich jetzt bewerben. „Es wird ein richtiges Casting geben“, sagt die 30-jährige Thedinghauserin.

In der WG und auch den sechs Wohnungen, die bis auf eine schon vergeben sind, ist das Maß an möglicher Eigenständigkeit besonders groß. Denn diese Bereiche verfügen über eigene Küchenzeilen. Doch da die Seniorinnen und Senioren im nicht-stationären Wohnbereich auch das Mittagessen zubuchen könnten wie die anderen Mahlzeiten (bis zu sechs am Tag), wird diese Freiheit von einer Versorgungssicherheit umfangen. „Es wird nicht so sein, dass es nichts zu essen gibt, wenn die Senioren es nicht schaffen, Kartoffeln zu schälen“, sagt Frauke Meyenberg.

Und das gilt auch für die Betreuung beziehungsweise Pflege. „So gibt es bei Bedarf Unterstützung zum Beispiel morgens in der Grundpflege“, sagt Inga Buchmann. Werde die Wohngemeinschaft eine Demenz-WG, könne auch der Betreuungsbedarf angepasst werden so wie bei den stationären Plätzen. Die Pflege im Hause wird vom Pflegedienst der Firma Specht & Tegeler verantwortet. Die Pflegedienstleitung hat Andrea Winkelmann inne. Die Bewohnerinnen und Bewohner der WG werden aus gesetzlichen Gründen aber durch einen ambulanten Pflegedienst betreut, nicht durch den im Haus.

Die Essensversorgung erfolgt zentral. In einer Großküche im Erdgeschoss bereiten Köche und Küchenhilfen die Mahlzeiten zu, eingenommen werden sie aber in den einzelnen Wohnbereichen, die dem Prinzip alter Hausgemeinschaften nachempfunden sind. „Wie früher in den Bauernhäusern“, sagt Frauke Meyenberg. Alle Bewohnerinnen und Bewohner zusammen in einer Mensa – das sei viel zu laut. Zudem verfügten die Gemeinschaftsräume in den farblich getrennten Wohnbereichen (Wiedererkennung für Demenzkranke) ebenso über eine Küchenzeile, in der gebacken und gekocht werden könne. Nachdem Corona in die Knie gezwungen ist, gerne gemeinsam mit Schulklassen, Kitas & Co.

Neben vielen Sitzgelegenheiten in Haus und Garten sowie Gemeinschaftsräumen, etwa einem Café im Erdgeschoss, bietet ein Geburtstagszimmer Platz für Individualität der Bewohnerin oder des Bewohners, weil er oder sie bei besonderen Anlässen Angehörige und Freunde für einen privaten Rahmen einladen kann. Doch bis der erste Geburtstag im Seniorenquartier „Wesertalblick“ in Riede gefeiert wird, dauert es noch ein paar Wochen. Der 1. September ist Bezugstermin. „Schaffen wir“, sagt Bauleiter Thomas Carstens. Bis dahin laufen ab jetzt die Vergabe der Plätze und die Anwerbung von Personal. Und bis dahin heißt es auf der Baustelle noch: „Bitte Vorsicht!“

Baustellenparty und Tag der offenen Tür

Das Seniorenquartier „Wesertalblick“ will sich an zwei Tagen der Nachbarschaft in Riede und allen interessierten Bürgerinnen und Bürgern vorstellen. „Wir wollen gern unsere Nachbarn kennenlernen“, sagt die stellvertretende Einrichtungsleiterin Teresa Feldmann. So ist für Sonntag, 10. Juli, von 10 bis 18 Uhr eine Baustellenfeier geplant. Kurz vor dem Einzugstermin am 1. September findet am Sonntag, 28. August, ebenfalls von 10 bis 18 Uhr ein Tag der offenen Tür statt. Die Gäste können das Haus besichtigen und sich an Bratwurst und Kuchen laben.

Wer sich für einen WG- oder stationären Platz beziehungsweise Details wie Fußbodenheizung im Bad und Größe der Zimmer interessiert, kann mit der Einrichtungsleiterin Inga Buchmann Kontakt aufnehmen. Sie ist unter der Mobilfunknummer 0151 / 52 75 23 23 zu erreichen. pk

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