Närrische Zeit in der Samtgemeinde eingeläutet

Jecken stürmen das Schloss

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Schloss gestürmt, Schlüssel ergattert: (v.li.) Jan-Cord Ortmann, Prinz Tobias I., Prinzessin Corinna I., Ehrenpräsi „Spezi“ Böse-Bartels, Herold Jörg Meyer-Wilkens, Bürgermeister Harald Hesse und Jürgen Winkelmann.

Thedinghausen - Die närrische Zeit in der Samtgemeinde Thedinghausen wurde am Sonnabend von den Rieder Karnevalisten traditionell eingeläutet. Lautstark und kunterbunt wurde am 11.11. aber nicht das Rathaus, sondern das Schloss Erbhof gestürmt. Die Bürgermeister Hesse, Metz und Winkelmann mussten tatenlos zusehen und die Jecken einziehen lassen.

Die Hüter des symbolischen Rathausschlüssels waren eigentlich auch ganz froh, bis zum Aschermittwoch die Regierungsgewalt abzugeben. „Hier habt ihr den Schlüssel“, überreichte Samtgemeindebürgermeister Harald Hesse das begehrte Objekt. Nur, es war das falsche. „Das ist der Morsumer Schlüssel. Das geht gar nicht“, erwiderte der Rieder Anführer Jan-Cord Ortmann. Zwar machten früher die „rot-weißen“ Rieder mit den „blau-weißen“ Morsumern gemeinsame Sache, doch das gehört seit jüngster Zeit der Vergangenheit an, weil in Morsum der Karneval eingestellt wurde. 

Letzter übrig gebliebener „Mohikaner“ war der Morsumer Zeremonienmeister und Herold Jörg Meyer-Wilkens, der die Regeln für die „Erstürmung“ vorlas und streng überwachte. „Wir würden uns wünschen, dass die Morsumer weiter dabei sind. Sie sind herzlich willkommen“, lud der Rieder Ehrenpräsident „Spezi“ Böse-Bartels ein.

„Doch nun zur Sache: Raus mit dem Schlüssel“, forderte Ortmann. Das Rieder Prinzenpaar Corinna I. (Schierle) und Tobias I. (Grahl) zeigte unter Jubel der rund 50 Narren mit einem lauten „Riede Helau“ die Beute des Tages. Als standesgemäß bezeichnete der Rieder „Präsi“ Ortmann den Einzug in das Schloss, das ja nach Baumaßnahmen in neuem Glanz erscheint. 

Baumaßnahmen wurden aufgegriffen: Intschede sei wieder an die Zivilisation angeschlossen und die Versorgung mit „Westprodukten“, mit „Rosinenbombern“ (Bierdener Karnevalisten) könne auch eingestellt werden. Die Politiker hatten Ueser Brücke, A1 und Verden dicht gemacht. „Das ist unter unserer Herrschaft vorbei.“

Und die SPD, AfD und Linke sollten mit Sondierungsgespräche beginnen für eine gemeinsame Opposition: „Wir übernehmen gerne die Leitung“, so Ortmann. Der Reden genug. Der gesellige Teil stand danach im Vordergrund. Nach monatelangem Trockendock waren die Karnevalisten ziemlich ausgetrocknet. Es musste schnell Nachschub an Getränken aus dem Ort geholt werden. Mitten im ganzen Geschehen die Reporter von Bremen Vier. Sie berichteten mit einigen Live-Schaltungen aus dem Saal des Erbhofes. Reporter Keno Bergholz hielt sogar eine Büttenrede mit einem Loblied auf Riede.

Ralf Böse hatte den Kontakt zum Radio hergestellt und das wurde natürlich zum Rühren der Werbetrommel für die Sitzungen im Februar genutzt. Es beginnt mit dem Kinderkarneval am 4. Februar. Die große Prunksitzung folgt am 10. Februar und einen Tag später folgt die große Zugabe ab 15.11 Uhr. 

ha

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