„Du hast den Druck vom Kessel genommen“ / Prüfauftrag für Küsterhaus

Rieder Gemeinderat verabschiedet Gemeindedirektor Harald Hesse

Mit Kuchen und Blumen: Bürgermeister Jürgen Winkelmann verabschiedet Harald Hesse (l.)
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Mit Kuchen und Blumen: Bürgermeister Jürgen Winkelmann verabschiedet Harald Hesse (l.).

Riede – Zum Abschied gab es nicht Schluck wie in Emtinghausen, sondern Kuchen mit essbarem Riede-Wappen-Guss von Konditorin Uli Beet: Der Rieder Gemeinderat hat auf seiner Sitzung am Dienstagabend Gemeindedirektor Harald Hesse verabschiedet. Es war die voraussichtlich letzte Zusammenkunft des Gremiums in dieser Wahlperiode, für Hesse somit die letzte in Amt und Würden vor dem Ruhestand.

Bürgermeister Jürgen Winkelmann (SPD) hatte vor der Kuchenübergabe am Ende des öffentlichen Teils der Tagesordnung das Wirken Hesses gewürdigt. „So richtig leicht hast du es hier nicht gehabt“, bilanzierte Winkelmann. Unzählige Nachfragen und Diskussionen zu den Themen Ortstafel, Kita-Ausbau, Massentierhaltung, Windräder, offener Ganztag und Mensabau habe die Zusammenarbeit des Rates mit dem Verwaltungschef seit Januar 2015 geprägt. Immer sei es auch gelungen, einen soliden Haushalt zu verabschieden.

Winkelmann lobte die „ruhige und sachliche Art“ Hesses. „Du hast den Druck vom Kessel genommen, wenn bei mir schon das Wasser am Kochen war“, erinnerte der Bürgermeister an so manche hitzige Diskussion.

Auch Joachim Otten (CDU) sprach Hesse seinen Dank für dessen konstruktive und ruhige Art in der Zusammenarbeit aus.

Der scheidende Gemeindedirektor war ob dieser Charakterisierung etwas verwundert. „So ruhig und sachlich erlebe ich mich vom Innenleben her gar nicht.“ Das liege wahrscheinlich daran, dass er schon mit 25 Jahren im Kreistag saß, „als man die Grünen noch für Spinner hielt – heute bilden sie wieder eine Regierung“. Auch die Erfahrung im Achimer Stadtrat, in dem es nicht so einfach sei, als zeitweiser Ratsvorsitzender sei ihm wohl zugutegekommen. Die Arbeit in Riede sei nicht immer leicht gewesen, vielmehr „anstrengend und kontrovers“, wenn auch „zwischenmenschlich okay“. Es sei gut, wenn unterschiedliche Meinungen zur Sprache gekommen seien, „und wenn mich Frau Lange hier immer gelöchert hat“.

Die Erfahrung aus 38 Sitzungen in sieben Jahren habe gezeigt, dass der Rat der Verwaltung grundsätzlich vertrauen solle. Es tue ihm leid, wenn manche Dinge lange gedauert hätten.

Schwerpunkte der Arbeit seien vor allem der Mensabau der Grundschule und der Krippenausbau gewesen. „Wir haben den Rechtsanspruch erfüllt, und wenn man sich in den anderen Kommunen umguckt, sind das keine puren Selbstverständlichkeiten.“ Hesse wünschte dem Gremium und dem Publikum Gesundheit und Zufriedenheit. „Das ist das höchste Gut.“

Das Küster- oder Kantorenhaus in Riede: Es befindet sich im Besitz der Kirchengemeinde. Vielleicht lohnt es sich für die politische Gemeinde, es zu mieten.

Zuvor hatte das Gremium ein Thema auf den Weg gebracht, womit sich der neue Rat befassen wird: das Küsterhaus in Riede. Die SPD namens des Fraktionsvorsitzenden Harald Lochte hatte einen Antrag gestellt, die politische Gemeinde solle bei der Kirchengemeinde vorfühlen, inwieweit das alte, im Grund baufällige Gebäude als Begegnungszentrum genutzt werden könne. Ein Arbeitskreis befasse sich mit dem Thema.

Die Idee ist nun, das Haus in Erbbaupacht von der Kirchengemeinde zu mieten, um es dann zu nutzen. Gegen einen von Hesse ins Spiel gebrachten Erwerb gibt es Vorbehalte. Anja Clausjohannes (CDU): „Davon würde nur die Landeskirche profitieren, nicht die Kirchengemeinde, Das will ich nicht.“ Ähnlich äußerte sich auch Bürgermeister Winkelmann. Beim Modell Erbbaupacht könne die politische Gemeinde etwas in die Wege leiten, die Landeskirche bekomme aber keinen Cent. Clausjohannes: Es sei wichtig, einen Treffpunkt zu schaffen. „Die Menschen brauchen was, wo sie was machen können, man hat ja nichts mehr.“ Lochte zufolge, der übrigens auch Kirchenvorsteher ist, gibt es entsprechende positive Signale von der Kirchengemeinde. Eine Sanierung des heizungslosen Hauses könne St. Andreas nicht leisten.

Andreas Weber-Sordon (Grüne Liste) wollte sich erst noch genauer informieren und fühlte sich ob des Antrags überrumpelt. Lochte zischte, „man darf hier Anträge stellen, ich muss nicht vorher zu dir kommen, Andreas“. Das Thema sei im Ort bekannt dank der 1500-Ausgaben starken Postille „Riede aktuell“. Am Ende wurde der Prüfauftrag bei Enthaltung Weber-Sordons auf den Weg gebracht.

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