Bundesgerichtshof lässt Prozess gegen 45-Jährigen neu aufrollen

War Rieder Brand doch Mord?

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Der Prozess gegen den 45-Jährigen, hier mit seinem Verteidiger, wird neu aufgerollt.

Riede - War es doch Mord? Der Bundesgerichtshof hat das Urteil im Fall eines Wohnhausbrandes mit zwei Toten am 29. November 2015 in Riede auf Antrag von Staatsanwaltschaft und Nebenklägern aufgehoben.

Jedoch nur soweit es den wegen Anstiftung zur Brandstiftung mit Todesfolge verurteilten 45 Jahre alten Hauseigentümer betrifft. Hinsichtlich des zweiten Angeklagten wurde das Urteil gar nicht angefochten. Der BGH hat das Verfahren an eine andere Strafkammer des Verdener Landgerichts zurückverwiesen. Der Prozess wird komplett neu aufgerollt.

In der Nacht zum ersten Advent 2015 war der Brand in dem erst kurz zuvor von dem 45-Jährigen gekauften Haus ausgebrochen. Bei den Löscharbeiten hatte die Feuerwehr im Obergeschoss zwei Leichen entdeckt. Es handelte sich um die 56 Jahre alte Mieterin und ihren 61 Jahre alten Lebensgefährten. Das Paar hatte noch einen Notruf absetzen können, den Flammen konnte es aber nicht mehr entfliehen.

„Es ging ihm nicht um Tötung“

Der heute reuige, 24 Jahre alte Halbbruder hatte den Brand gelegt. Wie er vor Gericht aussagte, sei das im Auftrag des 45-Jährigen geschehen. Beide Männer lebten in Ostfriesland. Aus beruflichen Gründen wollte der ältere Angeklagte nach Riede ziehen. In der verhängnisvollen Nacht diente dem Begleittransportfahrer ein Krankenhausaufenthalt als Alibi. Nach Aussage des 24-Jährigen war der Tatzeitpunkt bewusst gewählt. Dass sich Menschen in dem Haus aufhielten, will er nicht gewusst haben.

Nach mehr als einem Dutzend Verhandlungstagen hatte die 1. Große Strafkammer des Landgerichts den 24-Jährigen zu sechs Jahren und den 45-Jährigen zu zwölfeinhalb Jahren Haft verurteilt. Der 45-Jährige habe nach dem Brand die Versicherungssumme kassieren wollen, weil er den Kaufpreis für das Haus nicht zahlen konnte. „Es ging ihm nicht um die Tötung, sondern um das Geld“, hieß es in der mündlichen Urteilsbegründung.

Staatsanwaltschaft sieht vier Mordmerkmale als erfüllt an

Die Staatsanwaltschaft hatte dagegen vier Mordmerkmale als erfüllt angesehen: Habgier, Heimtücke, gemeingefährliche Mittel und die Absicht, eine andere Straftat zu ermöglichen. „Die Generalstaatsanwaltschaft ist der Revision der Staatsanwaltschaft beigetreten“, erklärte auf Nachfrage Rechtsanwältin Daniela Post. Sie vertritt einen der Nebenkläger und war genauso wie Rechtsanwältin Tanja Pöpper als weitere Nebenklagevertreterin zur Sitzung am Bundesgerichtshof geladen gewesen.

Ihre Argumente konnten die Anwältinnen und die Generalstaatsanwaltschaft persönlich dem obersten Gericht der Bundesrepublik vortragen. Mit Erfolg, das Urteil wurde aufgehoben. „Eigentlich hebt der BGH nur den Schuldspruch auf. Dieses Urteil wurde komplett aufgehoben“, kommentierte Post. Auf die Begründung ist sie gespannt, das schriftliche Urteil der Karlsruher Richter liege noch nicht vor.

wb

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