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In den Grundschulen Morsum und Blender wird jetzt vor Ort frisch gekocht

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Von: Philipp Köster

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Simulieren am Morgen beim Pressetermin die Essensausgabe am Mittag: (v.l.) Ralf Köhler (Betriebsleiter Leckerbiss), Corinna Kuhr (Rektorin Grundschule Blender), Annika Müller und Renate Dunker (Samtgemeindeverwaltung), Tatjana Sommer (Rektorin Grundschule Morsum) und Koch Jens Vollmer.
Simulieren am Morgen beim Pressetermin die Essensausgabe am Mittag: (v.l.) Ralf Köhler (Betriebsleiter Leckerbiss), Corinna Kuhr (Rektorin Grundschule Blender), Annika Müller und Renate Dunker (Samtgemeindeverwaltung), Tatjana Sommer (Rektorin Grundschule Morsum) und Koch Jens Vollmer. © Köster

Morsum  / Blender – Am Montag standen Frühlingsrollen und Möhrencurry auf dem Speiseplan. Am heutigen Dienstag gibt es einen Klassiker, der auch gewöhnlich essenssensible Kinder sicher schon in der ersten Schulstunde Geschmacksfäden im Mund ziehen lässt: Spaghetti Bolognese. Denn Nudeln sind bei jungen Gourmets beliebt. Jeden Tag wird zudem Rohkost gereicht.

Seit diesem Monat wird an den Grundschulen Morsum und Blender frisch für die Schülerinnen und Schüler, aber auch für die Lehrkräfte und die pädagogischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gekocht. Je ein Koch und eine Teilzeitkraft als Küchenhilfe versorgen die Sprösslinge mit regionaler und saisonaler Kost. „Rund 80 Prozent der verwendeten Produkte sind Bio“, sagt Ralf Köhler, Betriebsleiter der Firma „Leckerbiss“ aus Bremen, die die beiden Grundschulen betreut. Und nicht nur die Schulen, sondern auch die Kindergärten in den beiden Orten. Sie werden mit den in den Schulmensen gekochten Speisen beliefert, Morsum bekommt circa 60 Essen, Blender rund 40. In den beiden Grundschulen speisen zurzeit je rund 25 hungrige Mäuler, sagt Köhler.

Da ist noch Luft nach oben, gibt es doch in Morsum 105 und in Blender 95 Kinder. Ursache ist nach Angaben der Morsumer Rektorin Tatjana Sommer und ihrer Blenderaner Kollegin Corinna Kuhr die Corona-Pandemie: Wurde das Nachmittagsangebot mit Arbeitsgemeinschaften und Gelegenheit zum Hausaufgabenmachen in den offenen Ganztagsschulen im Sommer gut angenommen, gingen die Anmeldungen mit steigenden Infektionszahlen im November und Dezember deutlich zurück, sodass viele Kinder mittags zu Hause essen.

Jens Vollmer serviert Frühlingsrollen mit Reis und zweierlei Soßen. Und einen Nachtisch gibt es auch.
Jens Vollmer serviert Frühlingsrollen mit Reis und zweierlei Soßen. Und einen Nachtisch gibt es auch. © Albrecht

Rund 1,8 Millionen Euro hat sich die Samtgemeinde die beiden baugleichen Mensen inklusive Küchenausstattung kosten lassen. Zunächst wurde das Essen noch angeliefert. Seitdem „Leckerbiss“ die Regie führt, wird also vor Ort gekocht.

Das Unternehmen versorgt Mittagsgäste an 50 Standorten in Bremen und Umgebung. Ursprungssitz der Firma ist der Bioland-Hof von Stefan Baeßler in Worpswede. Von dort kommen auch viele Produkte, die in den Mensen und Kantinen zu 100 Prozent zubereitet werden. Das Unternehmen versteht sich aber auch auf die Methode, Gerichte zu zwei Dritteln der Garzeit vorzukochen, auskühlen zu lassen und vor Ort nur noch von sogenannten Dinnerladys erwärmen zu lassen. „Das schmeckt auch“, sagt Betriebsleiter Ralf Köhler.

Dass in den beiden Grundschulen frisch gekocht werde, sei ausdrücklicher Wunsch der Kommunalpolitik gewesen, sagt Renate Dunker vom für die Schulen zuständigen Fachbereich Ordnung und Soziales. Die Samtgemeinde gibt einen Zuschuss zu den drei Euro dazu, den die Eltern pro Mahl bezahlen müssen. Was die Kinder essen wollen, können sie über die Internetseite der Schulen bestellen. Koch Jens Vollmer weiß dann, was er seinen Gästen zubereiten und auftischen muss. Um 7 Uhr fängt der frühere Chef des inzwischen geschlossenen Lokals „Vollmer’s Gasthaus“ in Syke an. Bis 15 Uhr dauert sein Arbeitstag in der Grundschule – im Vergleich zu den gewohnten herkömmlichen Zeiten in der Gastronomie ein Segen, auch wenn Vollmer im Nebenjob am Nachmittag seinem Beruf noch weiter nachgeht.

Das Essen wird bislang gut angenommen, berichtet Tatjana Sommer. Irgendwann soll es in Büfettform gereicht werden, wenn diese Pandemie endlich mal vorbei ist.

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