Telekom stellt in Morsum Sendemast auf

Raus aus dem Funkloch

Das Fundament für den neuen Funkmast an der Holtchaussee in Morsum ist fertig. Im nächsten Jahr soll die komplette Anlage in Betrieb gehen.
+
Das Fundament für den neuen Funkmast an der Holtchaussee in Morsum ist fertig. Im nächsten Jahr soll die komplette Anlage in Betrieb gehen.

Morsum – Als Tal der Ahnungslosen wurden vom Volksmund die Gebiete bezeichnet, in denen in der ehemaligen DDR kein Westfernsehempfang möglich war.

Morsumer können es nachvollziehen, wie es sich anfühlt, wenn man vom Rest der Welt abgeschnitten ist – zwar nicht von TV-Kanälen, aber bei der Handynutzung. Die halbe Ortschaft hatte bislang fast überhaupt keinen Empfang, die andere Hälfte musste ziemliche Verrenkungen vornehmen, um irgendwo im oder am Haus einen Platz zum Telefonieren mit dem Handy zu finden. Das galt mehr oder weniger für alle Netze, auch die Art des Handys spielte eine kleine Rolle. Noch schlimmer als nicht heraustelefonieren zu können war, dass man auch nicht angerufen werden konnte. Doch nun ist Abhilfe in Sicht. Die Telekom errichtet derzeit an der Holtchaussee einen Funkmast, damit diese Lücke geschlossen wird. Die ersten Arbeiten sind angelaufen, das Fundament ist bereits gegossen. Endgültig fertiggestellt sein und in Betrieb gehen wird der Funkmast jedoch erst in der zweiten Jahreshälfte 2021. Heiner Albrecht, der mitten im Ort wohnt, atmet auf: „Endlich Empfang.“

40 Meter hoch wird der Stahlgittermast in die Höhe ragen, bestückt mit mehreren Antennen. Wie Telekom-Pressesprecherin Stefanie Halle auf Nachfrage erläuterte, werde demnächst sowohl mit GSM-Standard als auch mit LTE-Standard gesendet. Die GSM-Technik (Global System for Mobile Communications) ist nur auf das reine Telefonieren ausgerichtet und findet bereits seit Jahrzehnten Anwendung, ist quasi der erste Mobilfunkstandard „und hat sich bewährt“, so Telekom-Pressesprecherin Stefanie Halle.

Die LTE-Technik (Long Term Evolution) ist eine Bezeichnung für den Mobilfunkstandard der dritten Generation und ermöglicht auch die schnelle Datenübertragung von Bildern, Videos und anderen Dateien.

Die Sendeleistung wird etwa einen Radius im Umkreis von fünf Kilometern um den Mast abdecken, also beispielsweise auch Wulmstorf, Lunsen und Beppen.

Üblicherweise, so die Pressesprecherin, kostet die Errichtung eines derartigen Funkmastes im ländlichen Raum in etwa zwischen 100 000 und 200 000  Euro. Mit den Arbeiten beauftragt ist die Deutsche Funkturm GmbH (Hamburg) eine hundertprozentige Tochter der Telekom.

Ob auch die Antennen anderer Anbieter auf dem neuen Funkmast einen Platz finden werden, vermochte die Telekom-Sprecherin noch nicht zu sagen. Auf jeden Fall würden Nutzer des Telekom-Netzes profitieren. Natürlich werde die Bevölkerung rechtzeitig über das neue Angebot informiert.

Zum Hintergrund: Die Ortschaft Morsum liegt in einer kleinen Senke (anders als zum Beispiel Intschede, das auf einer leichten Anhöhe liegt). Die Funkwellen aus anderen Orten schwingen quasi über die Häuser hinweg. Bisherige Versuche, einen Sendemast im Ort an zentraler Stelle zu errichten, beispielsweise am Schornstein der Gärtnerei Richter oder am Silo der Genossenschaft, waren gescheitert, weil die baulichen Voraussetzungen nicht passten.  sp

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Weihnachtsbäckerei mit Kindern

Weihnachtsbäckerei mit Kindern

Überzeugt der VW Arteon Shooting Break als Prämium-Kombi?

Überzeugt der VW Arteon Shooting Break als Prämium-Kombi?

Wieder Inter! - Gladbach bangt um Weiterkommen in der Gruppe

Wieder Inter! - Gladbach bangt um Weiterkommen in der Gruppe

Real droht erstmals Vorrunden-Aus - Liverpool Gruppensieger

Real droht erstmals Vorrunden-Aus - Liverpool Gruppensieger

Meistgelesene Artikel

Kommentare