Rasche Hilfe übers Wochenende

Thedinghauser Landfrauen fertigen Behelfsmasken für Pflegedienste, Arztpraxen & Co.

Bei Elisabeth Otersen in Emtinghausen werden die fertigen Masken angeliefert. Foto: Köster
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Bei Elisabeth Otersen in Emtinghausen werden die fertigen Masken angeliefert.

Thedinghausen - Es mangelt in den Zeiten des Virus an Schutzkleidung und -zubehör. Überall auf der Welt. Doch statt beim Betrachten der Bilder in Zeitung und Fernsehen in Schockstarre zu fallen, beteiligen sich auch die Landfrauen Thedinghausen kurzerhand an einer Aktion, die der Niedersächsische Landfrauenverband vergangene Woche aufs Gleis gesetzt hat: Sie nähen Behelfsmasken. Am heutigen Dienstag werden die ersten Baumwollmasken an Pflegedienste, die Sozialstation und eine Emtinghauser Arztpraxis übergeben.

Die jeweiligen Ortsvertrauensfrauen hatten laut Landfrau Ruth Brandt aus Riede in ihrem Bereich den Bedarf ermittelt. Auf rund 150 Stück kamen sie. „Eine besondere Herausforderung ist die Materialbeschaffung, da die entsprechenden Geschäfte geschlossen haben“, berichtet Brandt. Zumal sich nur Stoffe eignen, die bei 60 Grad gewaschen werden können, vorzugsweise Baumwolle.

Doch dank vieler Spenden und eigener „Lagerbestände“ konnte es am Wochenende losgehen, 20 Näherinnen machten sich fleißig an ihre Nähmaschinen. Davon sind einige schon seit Jahren in der Patchworkgruppe des Landfrauenvereins (LFV) aktiv. „Wir konnten also auf eine bestehende kleine Gruppe zugreifen und diese für das Projekt um weitere Freiwillige erweitern“, sagt Ruth Brandt.

Die Frauen nähen unterschiedliche Masken für unterschiedliche Bedürfnisse, so gibt es Exemplare, die hinter dem Kopf gebunden werden können, andere kann man einfach mit Gummiband hinter die Ohren legen. Je nach Bedarf und Wunsch nähen die Landfrauen dreilagige Masken mit einer Tasche, in der man ein Taschentuch ausbreiten kann, oder sogar vierlagige.

Es handelt sich um sogenannte Behelfsmasken, unterstreicht Ruth Brandt, sie dienen vor allem dazu, dass ein womöglich Infizierter seine Umgebung nicht ansteckt.

Über eine WhatsApp-Gruppe stehen die Näherinnen in regem Austausch. An zentraler Stelle bei Elisabeth Otersen in Emtinghausen werden Baumwoll- und Leinenstoffe, Gummi- und Schrägbänder gesammelt und zum Teil ausgeliefert. Ihr Hof ist auch das „Lager“ für die fertig genähten Masken: Exakt 136 sind es, hat ihre Tochter Nicole Rattinger gezählt, die ebenfalls an der Aktion beteiligt ist. Die jeweilige kontaktlose Übergabe von Material und fertiggestelltem Produkt erfolgt über eine Ankündigung per WhatsApp mit anschließendem „Tüte-an-die-Haustür-Hängen“. Elisabeth Otersen liefert die Masken ab dem heutigen Dienstag nach dem gleichen Prinzip aus.

Ihr Fazit: Obwohl Landfrauen sowieso dafür bekannt seien, dass sie anpackten und helfen würden, zeige es sich in diesem Fall wieder, dass das gute Landfrauen-Netz super funktioniere. „Spontan wird organisiert und in diesem Fall durch das Nähen von Behelfsmasken geholfen. Wir sind stolz auf unsere Mitglieder.“

Mit den knapp 140 Stück ist das Projekt noch nicht zum Abschluss gekommen. Denn für die Sozialstation Thedinghausen konnte das Näherinnen-Team in der Kürze der Zeit erst die Hälfte der 100 erbetenen Masken anfertigen.

• Wer noch Bedarf hat, kann sich per E-Mail an den Landfrauenverein Thedinghausen wenden: info@lfv-thedinghausen.de.

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