Gemeinderat prüft Reaktivierung eines alten Feldmarkweges nach Schwarme

Eyter-Brücke Emtinghausen: Neubau ein Groschengrab?

Brücke über die Eyter zwischen Emtinghausen und Schwarme
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Bis vor einigen Monaten führte noch ein (gesperrter) Weg mit einer Brücke über die Eyter. Der Emtinghauser Gemeinderat will die finanziellen und sonstigen Voraussetzungen prüfen, um die alte Überwegung nach Schwarme für Fußgänger und Radfahrer wieder zu reaktivieren.

Emtinghausen – Einen konkreten Beschluss fasste der Emtinghauser Gemeinderat auf seiner jüngsten Sitzung nicht. Zunächst – so der Auftrag an die Verwaltung – müssten die genauen Kosten ermittelt und Gespräche mit der ebenfalls beteiligten Nachbarkommune Schwarme geführt werden. Es geht um den Neubau einer Brücke über den Eyter-Stau für Radfahrer und Fußgänger und eine mögliche Anbindung an die Meliorations-Radtour.

Wie Bürgermeister Gerold Bremer (CDU) erläuterte, haben Gespräche mit der Schwarmer (Br.-Vilser) Seite ergeben, dass dort ein starkes Interesse besteht, die alte Wegeverbindung zwischen Schwarme und Emtinghausen, die mit dem Bau des Landesstraßen-Radwegs ihren damaligen Zweck verloren hatte, wieder zu reaktivieren.

Jetzt ragen nur noch die Stau-Fundamente der alten Eyter-Brücke zwischen Emtinghausen und Schwarme aus dem Wasser

Die Gemeinde Schwarme wäre dafür bereit, den Weg bis zur Eyter auf Schwarmer Gebiet herzustellen. Die dafür erforderlichen Flächen sind bereits im Rahmen der Flurbereinigung gesichert worden.

Für den reinen Brückenbau wird überschlägig mit Kosten in Höhe von 80 000 Euro gerechnet. Dazu kämen seitens der Emtinghauser Mittel für die Herstellung des Weges „Wohlersdamm“, der als Zuwegung dient. Auch die Pfeiler (Pylonen), die noch als Fundamente in der Eyter stehen, müssen mit einem Spezialkunststoff wieder gehärtet werden. Kosten laut Bürgermeister Bremer rund 8000 Euro.

Gemeindedirektor Harald Hesse erläuterte, dass aus EU-Fördertöpfen Zuschüsse von bis zu 60 000 Euro möglich wären. Natürlich müsse sich auch Schwarme angemessen beteiligen. Eventuell könne man sogar auf Tourismus-Gelder der Samtgemeinde zurückgreifen.

Harald Hemmje (Grüne) sah es nicht nur als Vorteil an, dass dieses abgelegene Stückchen Natur künftig von Touristen frequentiert werden könnte. Jan Schäfer (WGE) meinte: „Auch wenn wir Zuschüsse bekommen, verbraucht die Gemeinde hier Gelder, die an anderer Stelle besser aufgehoben wären. Und auch auf Dauer wird das Bauwerk Kosten verursachen.“ Ute Janßen (WGE) wies darauf hin, dass die Eyter in der Feldmark gleich über zwei Brücken in der Nähe zu überqueren sei.

Die Ratsmehrheit stand dem Vorhaben weitaus positiver gegenüber. Ausschlaggebendes Argument war offenbar die Ansage von Harald Hesse, dass man die Sache zwar prüfen und sogar erste Förderanträge stellen – aber bei späteren Bedenken oder zu hoher Kosten noch jederzeit Stopp sagen könne.

Schon auf der nächsten Ratssitzung soll weitgehende Klarheit herrschen – auch über die unabdingbare Beteiligung der Schwarmer Seite. Sollte der Rat den Brückenbau dann weiterverfolgen, müssen die Zuschussanträge bis zum 1. September gestellt worden sein.

Im Rahmen der Fragestunde wurde von einem Einwohner angeregt, auch den Stau wieder zu aktivieren, der sich unter dem (späteren) Brückenbauwerk befindet, um den stark gesunkenen Wasserstand der Eyter in diesem Bereich etwas anzuheben. Die Führungsschienen für die Staubretter aus Bongossi-Holz sind in den Pfeilern noch vorhanden. Die Bretter müssten angeschafft werden. Auch diesem Vorschlag stand der Gemeinderat wohlwollend gegenüber. Man will zu diesem Thema ein Gespräch mit dem zuständigen Mittelweserverband führen.  sp

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