Bus fährt an Haltestelle(n) vorbei

Probleme mit dem Schülertransport in Blender-Einste

Der Halt in Einste ist am Mittag und am Nachmittag der erste, den der Bus von Blender aus ansteuert
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Der Halt in Einste ist am Mittag und am Nachmittag der erste, den der Bus von Blender aus ansteuert.

Blender – Lange hat Christine Aschmutat stillgehalten und den Versprechungen von Landkreis und Busunternehmen von Rahden, es müsse sich noch alles einspielen, geglaubt. Doch als sich auch nach den Sommerferien bei der Schulbusbeförderung ihres Pflegesohnes Felix nichts besserte, wendet sie sich nun an die Öffentlichkeit.

Denn zum wiederholten Male hat der Bus, der den Zweitklässler und andere Mitschülerinnen und Mitschüler an der ersten Haltestelle nach der Grundschule Blender in Einste aussteigen lassen soll, ihren Angaben nach nicht gestoppt und ist weitergefahren. Der Fahrer ignorierte dabei laut Christine Aschmutat auch entsprechende Signale der Angehörigen an der Haltestelle.

Auch ein Fächer in sieben Sprachen mit der Botschaft: „Ich möchte an der nächsten Haltestelle aussteigen“, brachte keine Besserung. Das Schild hatte das Kind schon beim Einstieg an der Schule vorgezeigt. Die Mutter gibt zu, dass der Zweitklässler nicht den Halteknopf drückt. „Das macht kein Kind.“ Vor den Ferien habe es die Ansage der Firma von Rahden gegeben, dass an jeder Haltestelle gestoppt werden solle – auch ohne entsprechendes Signal. Das gelte nun nicht mehr.

Zwei Erlebnisse hätten den ohnehin schon sensiblen Jungen nachhaltig verängstigt: An einem Tag im Juni fuhr der Busan den an der Haltestelle im Einster Ortskern wartenden Eltern vorbei. Felix sah sie, und entsprechend weinte und schrie er im Bus. In der nächsten Ortschaft konnten sie ihn in Empfang nehmen, nachdem der Fahrer gehalten hatte, weil er den schreienden Jungen nicht mehr befördern wollte. Am Dienstag vergangener Woche fuhr der Bus wieder vorbei, die wartenden Eltern konnten das Fahrzeug zum Halten bringen. Im Nachgang eskalierte die Situation, die mit einer Nötigungsanzeige gegen die Mutter endete. „Ich habe aber nicht beleidigt und ausgespuckt“, sagt Christine Aschmutat, die sich als Sozialassistentin in der Langwedeler Schule die Beleidigungen des Busfahrers auf Kurdisch „von meinen Jungs“ habe übersetzen lassen wollen. Das hätten die Schüler aber aus Rücksichtnahme ihr gegenüber nicht gemacht ...

Der Junge fährt nun mittags nicht mehr mit dem Bus. Morgens sei das übrigens kein Problem. Ein netter Busfahrer vom Martfelder Subunternehmen Kirschner fahre nach Blender zur Schule. „Und er hält dort auch tatsächlich an.“

Die Erlebnisse von Christine Aschmutat und ihrem Sohn sind ihr zufolge keine Einzelfälle: Sie berichtet von Fahrten nach Oiste statt nach Einste, weil die Busfahrer sich nicht orientieren könnten. In einem anderen Fall hätten zwei Kinder kurz vor Verden (!) allen Mut zusammengenommen und den Fahrer gebeten, sie wie vorgesehen nach Einste zu bringen. „In einer benachbarten Ortschaft fahren Eltern mit dem eigenen Wagen hinter dem Bus her, um wenigstens zu wissen, wo ihre Kinder hingefahren werden.“ Bereits im Frühjahr wandten sich Eltern mit ähnlichen Vorkommnissen in Morsum an diese Zeitung, die mehrfach berichtete.

Christine Aschmutat hat sich mit anderen Eltern zusammengeschlossen, um zu prüfen, ob sie den Transport der Kinder gemeinsam selbst organisieren wollen. „Als Rechnungsadresse würden wir den Landkreis Verden und die Firma von Rahden angeben.“

Landrat Peter Bohlmann hat sich über das Problem in Kenntnis setzen lassen: „Es wird zeitnah ein Gespräch des Landkreises mit dem Unternehmen, dem ZVBN (Zweckverband Verkehrsverbund Bremen / Niedersachsen, d. Red.) und der Mutter geben“, verspricht er. Jeder Beschwerde werde nachgegangen. Der Landrat ist überzeugt, dass der Transport der 8 000 Schülerinnen und Schüler im Kreis Verden im Großen und Ganzen reibungslos klappe. Das Busunternehmen von Rahden ist ebenfalls bestrebt, bei dem Gespräch mit der Mutter eine Lösung des Problems herbeizuführen, sagt Geschäftsführer Jan Peer von Rahden. Er möchte dazu auch die Schule ins Boot holen. Dann könnte über die Einrichtung einer sogenannten Busschule nachgedacht werden, bei der vor allem jüngere Fahrgäste lernen, wie sie den Fahrer auf einen Haltewunsch hinweisen können. Denn laut Jan Peer von Rahden ist ein entsprechendes Signal unerlässlich. Ansonsten fährt der Bus weiter.

Von Philipp Köster

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