Emtinghauser sorgte im März für Großeinsatz / Revision gegen anderes Urteil läuft

Potenzieller Selbstmörder vor Gericht

Im März dieses Jahres sorgte ein 46-jährige Emtinghauser für einen Großeinsatz von Polizei und Feuerwehr, weil er die Gefahr bestand, dass er sich in seinem Wohnhaus in die Luft sprengen wollte (Bild links). Dafür kommt er in Kürze vor den Kadi. Das Urteil für einen von ihm im August 2019 vorsätzlich herbeigeführten Unfall (re.) ist derzeit im Revisionsverfahren.
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Im März dieses Jahres sorgte ein 46-jährige Emtinghauser für einen Großeinsatz von Polizei und Feuerwehr, weil er die Gefahr bestand, dass er sich in seinem Wohnhaus in die Luft sprengen wollte (Bild links). Dafür kommt er in Kürze vor den Kadi. Das Urteil für einen von ihm im August 2019 vorsätzlich herbeigeführten Unfall (re.) ist derzeit im Revisionsverfahren.

Verden/Emtinghausen – Weil er in Suizidabsicht, betrunken und hohem Tempo einen Unfall verursacht hatte, wurde ein 46 Jahre alter Angeklagter aus Emtinghausen am 9. März 2020 wegen versuchten Totschlags, Körperverletzungs- und Straßenverkehrsdelikten zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt. Mit dem Urteil kam er auf freien Fuß. 15 Tage später löste er einen Großeinsatz der Feuerwehr aus, als er androhte, sich in seinem Haus in die Luft zu jagen. Er wurde überwältigt, kam in ein psychiatrisches Krankenhaus. Am 28. September steht er wieder vor Gericht.

„Es wurde Anklage beim Landgericht Verden wegen Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten erhoben“, sagt auf Nachfrage Martin Schanz, Sprecher der Staatsanwaltschaft Verden.

Am Nachmittag des 24. März drohte der Familienvater laut damaliger Polizeimeldung zunächst damit, sich das Leben zu nehmen. „Der Mann zog sich allein in seinem Wohnhaus zurück und stellte nach derzeitigen Erkenntnissen Gasflaschen bereit. Er wurde schließlich durch Polizeibeamte überwältigt, bevor es zu weiteren Handlungen kommen konnte. Eine Gefahr für unbeteiligte Dritte bestand nicht.“ Dass der 46-Jährige alkoholisiert war, bestätigte auf Nachfrage der Sprecher der Staatsanwaltschaft.

Das war 15 Tage nach der Entlassung aus der Untersuchungshaft. Der Haftbefehl war mit der Urteilsverkündung aufgehoben worden. „Wir schließen es aus, dass sich der Angeklagte dem weiteren Verfahren durch Flucht entziehen wird“, hieß es zur Begründung. Gemeinsam mit seiner Frau verließ der Mann seinerzeit den Gerichtssaal.

Das Urteil wurde nicht rechtskräftig, über die Revision wurde noch nicht entschieden. Die Staatsanwaltschaft hatte eine lebenslange Freiheitsstrafe wegen versuchten Mordes gefordert. Die Verteidiger 20 Monate auf Bewährung. Ganz unterschiedlich hatten die beiden Seiten die Umstände gewertet, die am 2. August 2019 zu dem Zusammenstoß mit dem Anhänger einer mobilen Bäckerei geführt hatten.

Mit circa 128 Stundenkilometer, betrunken und ohne Führerschein hatte der 46-Jährige sein Auto in die Kreuzung Winkelweg/Beppener Bruchweg gesteuert und die Vorfahrt missachtet. „Er wollte sich töten und hat billigend in Kauf genommen, dass er sterben kann und er andere Personen in der Art und Weise gefährden kann, dass diese durch einen Verkehrsunfall sterben“, hieß es in der Urteilsbegründung. Es kam zum Zusammenstoß mit einer mobilen Bäckerei. Die Fahrerin hatte nur leichte Verletzungen erlitten. Der Angeklagte war schwer verletzt worden. Erst kam er ins Krankenhaus, dann in Untersuchungshaft.

In dem ersten Prozess ging es noch um zwei weitere Trunkenheitsfahrten in den 14 Tagen zuvor. Ebenfalls mit Unfällen und einer möglichen Suizidabsicht in zumindest einem Fall.

Ein Sachverständiger sollte im Prozess auch die Gefahr für die Begehung weiterer erheblicher Straftaten beurteilen, denn in Betracht kam die Unterbringung in einer Entziehungsanstalt. „Das bleibt sehr im Bereich der Spekulationen“, hatte der Sachverständige erklärt. Dass der Angeklagte binnen 14 Tagen zwei schwere Unfallgeschehen verursacht hat, „spricht schon für eine gewisse Gefahr“.

Nach der Tat im März 2020 droht dem Angeklagten die dauerhafte Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus. „Nach gutachterlicher Bewertung könnte er gefährlich sein“, sagte Schanz.

Von Wiebke Bruns

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