Pop-up-Slow-Food

TV-Köchin Barbara Stadler serviert Vier-Gänge-Menü auf Biohof Böse-Hartje

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Bereiten den Aktionstag vor: (v.l.) Johanna Böse-Hartje, Barbara Stadler, Elisabeth Böse und Carolin Grieshop.

Viele Kinderbücher sind heute so kunstvoll gestaltet, dass sich beim Umblättern Inhalte, Figuren oder Landschaften dreidimensional aufbauen. Diese Pop-up- oder Aufklappbücher sind beim Nachwuchs sehr beliebt.

Thedinghausen - Das System Pop-up (zu Deutsch etwa: aufploppen) macht sich auch die Fernsehköchin Barbara Stadler zu eigen. Sie richtet beim Biohof Böse-Hartje ein Kurzzeit-Restaurant ein, um die Gäste am Freitag, 18. Oktober, ab 19 Uhr mit einem Vier-Gänge-Menü zu verwöhnen. Die Veranstaltung geht im Rahmen der Aktionstage Ökolandbau Niedersachsen über die Bühne. Schwerpunkt-Thema ist in diesem Jahr die Außer-Haus-Verpflegung. Damit ist nicht in erster Linie Barbara Stadlers Auswärtskochabend gemeint. Das Kompetenzzentrum Ökolandbau Niedersachsen (Kön) will vielmehr auf den Umstand hinweisen, dass viele Leute heute ihre Mahlzeiten nicht mehr zu Hause zubereiten, sondern in Kantinen, Mensen und Imbissen speisen. „Manche sind mit rohem Gemüse in der Hand überfordert“, so Stadler. Die Zutaten der Außer-Hausverpflegung stammten allerdings nur zu zwei Prozent aus zertifizierten Bio-Betrieben, wie Kön-Geschäftsführerin Carolin Grieshop zu berichten weiß.

Die Leute wollten die Agrarwende und Klimaschutz, jetzt sollten sie aber Flagge zeigen, ob sie das auch ernst nähmen, sagt Johanna Böse-Hartje, die mit ihrer Schwester Elisabeth Böse den Biohof in Eißel führt und demonstrieren will, dass die Branche längst die „Wollstrumpfecke“ verlassen hat.

Eine wenn auch recht exklusive Gelegenheit bieten die Schwestern mit dem Abend mit Barbara Stadler. Die Küchenmeisterin und Fernsehköchin aus Martfeld hat sich dem Thema Slow Food verschrieben: Die Produkte, die sie verarbeitet, sollen möglichst aus biologischem Anbau stammen, regional und saisonal sein. Außerdem legt sie Wert auf maximale Verwertung von Fleisch und Gemüse, das heißt, auch Innereien, Zunge und Schwanz, Haut und Knochen beziehungsweise Wurzeln und Schalen können in der Küche verwendet werden – ganz wie zu Großelterns Zeiten, sagt Stadler. So weise sie die Restaurantchefs darauf hin, dass sie vom Rind nicht nur die Steaks zubereiten lassen können. Und Elisabeth Böse sagt, es sei eine Schande, dass von Geflügel oft nur die Brüste genutzt würden, der Rest aber als Billigstfleisch nach Afrika geschafft werde und dortige Züchter in ihrer Existenz bedrohe.

Nun muss aber kein Gast am 18. Oktober mit Ochsenschwanzsuppe oder Zungenragout rechnen. Los geht es Stadler zufolge mit einem Gruß aus der Küche. Der erste Gang ist eine doppelte Kraftbrühe, eine sogenannte Consommé. Es folgt eine Terrine, also eine Pastete ohne Teig vom Bio-Schwein des Emtinghauser Hofes Schumacher. Der nächste Gang besteht aus dreierlei Braten – gebraten, gesotten und geräuchert – vom Bio-Rind der Gastgeber. Gemüse, zum Beispiel Hülsenfrüchte, steuert der Hof Meyer-Toms aus Schwarme bei. Als Dessert gibt es aus hofeigener Milch gemachtes Eis, auch von Böse-Hartje.

Die Teilnahme am Vier-Gänge-Menü am 18. Oktober auf dem Hof Böse-Hartje in Eißel, Groß Eißel 26, kostet 85 Euro pro Person inklusive Getränken, darunter auch erlesene Weine. Reservierung per E-Mail an johanna@biohof-boese-hartje.de.

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