André Habekost erläutert 400.000-Euro-Projekt

Plattdeutsches Kulturzentrum: Schon positives Finanzsignal

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Hier soll der 116-Sitze-Veranstaltungssaal mit Bühne entstehen: André Habekost (rechts) von der „De Plattsnackers gUG“ erläuterte den Ausschussmitgliedern beim Ortstermin das große Projekt sehr eingehend.

Thedinghausen - Das erhoffte positive Signal an André Habekost als Geschäftsführer der gemeinnützigen „De Plattsnackers gUG“ und die übrigen Mitstreiter für ein plattdeutsches Kulturzentrum mit überregionaler Strahlkraft in Thedinghausen ist erteilt.

Bei nur einer Enthaltung von Gabriele Artelt-Marquardt (UBL) befürwortete der Jugend-, Sport- und Soziausschuss jetzt beim Ortstermin die beantragte 30.000-Euro-Förderung des Projekts aus der Gemeindekasse.

Insgesamt wird dieses Zentrum „zur Förderung und Erhalt der Kunst und Kultur in niederdeutscher Sprache“ gut 400.000 Euro kosten, kalkulieren die Planer. Den Löwenanteil müsste das Amt für regionale Landesentwicklung aus EU-Mitteln beisteuern, wenn die „Leuchtturmfunktion“ zur Förderung und Erhalt der plattdeutschen Sprache anerkannt ist. Das „Institut für niederdeutsche Sprache“ misst dem Projekt schon regionale Bedeutung zu.

Fünf Förderanträge seien gestellt, berichtete Habekost. Sie gingen auch an Samtgemeinde, Landkreis und Sparkassenstiftung. Etwa 24.000 Euro Eigenkapital steuert die „Plattsnackers gUG“ mit ihren neun Gesellschaftern bei.

Veranstaltungsraum mit 116 Sitzplätzen

Auf rund 400 Quadratmetern angemieteter Erdgeschossfläche des früheren Modegeschäfts Orth an der Braunschweiger Straße würde der Veranstaltungsraum mit Bühne und 116 Sitzplätzen geschaffen. Das Foyer soll neben dem Empfangsbereich auch für Info- und Lehrveranstaltungen – etwa Plattdeutsch-Kurse – genutzt werden. Auch Gastronomie mit Bar, mobiler Schankanlage und Vorbereitungsküche ist vorgesehen. Technik-Regie- und Künstlerraum gehören natürlich neben dem Sanitärbereich ebenfalls zum neuen Kulturzentrum.

Dass hier neben den Bühnen-Veranstaltungen viele weitere Angebote zur Förderung der niederdeutschen Sprache unter einem Dach möglich wären, sei einzigartig für die geplante Einrichtung, betonte der gUG-Geschäftsführer. Auch andere Gruppen von Jugend- und plattdeutschem Puppentheater bis zu Musikern könnten das Zentrum nutzen.

Von den Morsumer Laiens, der Achimer Speeldäl sowie aus Holtum-Marsch gebe es schon Anfragen, und Kontakte zu Kultureinrichtungen in Bremen, Lüneburg und Ratzeburg sollten ausgebaut und weiter vernetzt werden.

Für Thedinghausen selbst bedeute das Kulturzentrum eine Belebung des Kernorts, auch seiner Gastronomie. Zudem werde die Außenwirkung der Samtgemeinde verbessert, betonte Habekost.

Betrieb könnte sich rentieren

Ziemlich bis ins Detail ist festgelegt, wie der Betrieb rentierlich starten könnte: mit 14 bis 20 Euro Eintritt pro Vorstellung, 38 Vorstellungen im ersten Jahr, 2800 Besuchern, 60 Prozent Auslastung und 47 000 Euro Umsatz. Diese Zahlen sollen sich dann kontinuierlich steigern.

Grünen- und FDP-Ausschussmitglieder sowie Ausschussvorsitzende Nicole Simanowski (SPD) zeigten sich von dem Konzept sehr angetan. So eine Chance für die Gemeinde müsse genutzt werden, meinte Verena Garscha (Grüne Liste).

Arno Thalmann (CDU) war von der dargestellten Finanzierung hingegen nicht ganz überzeugt. Vor der endgültigen Entscheidung im Rat werde seine Fraktion noch eingehend über das Thema beraten, kündigte er an.

Einstimmig empfahl der Ausschuss aber schon, Flächen auf dem früheren Aldi-Parkplatz am Rövekamp mit für Besucher das plattdeutschen Zentrums bereitzustellen, da die Stellflächen auf dem Orthschen Grundstück selbst und gegenüber an der Straße nicht ausreichen.

la

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