Extrem-Radtour auf eigene Faust

1200 Kilometer in 13 Tagen: Phantastisch trotz Krankenhaus

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Auge in Auge mit Highlandrindern. Hier ging es zunächst mal gar nicht weiter und dann nur sehr vorsichtig und behutsam, ohne die Tiere zu reizen.

Ahsen-Oetzen - Manchmal sah er den ganzen Tag lang nicht einen Menschen, genoss die hügelig-grüne, bewaldete Landschaft der Champagne mit den winzigen Dörfern. Er überwand mit seinem Mountainbike aber auch 18-prozentige Steigungen bei bis zu 34 Grad Hitze und drängelte sich in den Niederlanden immer wieder durch große Schafherden auf dem Weg.

13 Tage war der 32-jährige Nils Koslowski aus Oetzen seit dem 23. Juni auf seinem Fahrrad unterwegs. Er legte auf der von ihm selbst grob festgelegten Route ab Reims im nördlichen Frankreich, durch Belgien und an der niederländischen und deutschen Nordseeküste entlang gut 1200 Kilometer zurück. Der Oetzener fuhr allein, „denn meine Frau teilt dieses Hobby leider nicht“, erläutert er schmunzelnd.

Die Tour wäre allerdings nach den ersten drei Tagen schon fast zu Ende gewesen. Mückenstiche hatten dem Bein des Reisenden so zugesetzt, dass es stark anschwoll und er sich im Krankenhaus behandeln lassen musste. Der Arzt gab aber danach grünes Licht, der 32-Jährige setzte seine Fahrt fort und weiß nun natürlich viel Interessantes zu erzählen.

Anreise mit dem Fernbus

Bis Reims war er mit dem Fernbus angereist und radelte von dort aus nach Übernachtung auf dem Campingplatz in Richtung der Stadt Brügge über die Grenze nach Belgien. Brügge beeindruckte ihn mit den historischen Gebäden sehr: „Da steht wirklich ein schönes altes Haus neben dem anderen“.

Die weite Nordsee hatte der Radfahrer aus Oetzen auf einem großen Abschnitt seines 13-Tage-Ausflugs fast immer im Blick.

Zwischen 90 und 100 Fahrradkilometer bewältigte Nils Koslowski täglich. Er bewegte sich über das seiner Ansicht nach ziemlich hässliche Den Haag in den Niederlanden weiter auf dem Nordküsten-Radweg, der auch über die vorgelagerten Inseln verläuft. Von einer zur anderen gelante er per Fähre und legte dann auf Texel zwei Tage Pause ein.

Richtung Emden ging es weiter, aber über den Dollart fuhr leider gerade keine Fähre, so dass der Oetzener diese Bucht umfahren musste und aus geplanten 66 Kilometern auf dem Rad 110 wurden.

Den letzten Abschnitt des 13-Tage-Ausflugs – von Nordenham bis zu seinem Heimatort in der Samtgemeinde Thedinghausen – schaffte Nils Koslowski schließlich an einem Tag. Etwa 120 Kilometer brachte er hinter sich, und das war selbst für einen trainierten Mann wie ihn „sehr anstrengend“.

Champagne, Brügge und Dünen an der niederländischen Küste beeindruckend

Befragt nach den stärksten Eindrücken, nennt er neben der schönen Champagne und Brügge auch die Dünenlandschaft an der niederländischen Küste. Zudem habe er sich die Freiheit genommen, an besonders schönen Orten spontan etwas länger zu bleiben.

Auf großen Ferien-Komfort verzichtete Nils Koslowski, übernachtete in seinem Zelt zumeist auf Campingplätzen und ernährte sich oft von Fertiggerichten aus dem Supermarkt, die er auf einem Espit-Kocher der Bundeswehr aufbereitete.

Bei der Bundeswehr hatte er sich für zwölf Jahre verpflichtet, ist damit aber durch und nimmt über den Berufsförderungsdienst demnächst eine Ausbildung zum Heilerziehungspfleger in Angriff. Dies seien die letzten großen Sommerferien vor dem Eintritt in das neue Arbeitsleben, bei dem der Umgang mit behinderten Kindern im Mittelpunkt stehen wird, erläutert der Ex-Soldat.

Radtouren vor allem in nördlicheren Breiten haben es ihm aber nach wie vor angetan, obwohl er auch München und zurück schon geschafft hat. Noch unerfüllt ist der Traum vom Fahrradtrip zum Nordkap. Aufgegeben hat der 32-Jährige den Plan aber nicht. 

la

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