Noch keine Alternative in Sicht

Pflanzenschutz: Landvolk Mittelweser informiert mit Aktionstag

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Carsten Rosenhagen ist sicher, dass die nicht gespritzten Rüben deutlich kleiner ausfallen werden. 

Auf einer etwa 30-mal acht Meter großen Fläche in seinem Rübenfeld hat Landwirt Carsten Rosenhagen keine Herbizide gegen Unkraut gespritzt. Die Rübenpflanzen verschwinden quasi unter dichtem, grünen Unkraut.

Bahlum – Eine sinnvolle und wirtschaftliche Alternative zu chemischem Pflanzenschutz gibt es noch nicht. Da ist sich Christoph Klomburg, Vorsitzender des Landvolks Mittelweser, sicher. Anhand eines Projekts in Bahlum möchte das Landvolk darauf aufmerksam machen: Auf einer etwa 30-mal acht Meter großen Fläche in seinem Rübenfeld hat Landwirt Carsten Rosenhagen keine Herbizide gegen Unkraut gespritzt. Im Vergleich zu dem Feld drumherum sind dort die Rübenpflanzen kaum zu sehen, verschwinden unter dichtem, grünen Unkraut. 

Rosenhagen zupft je eine gespritzte und eine nicht gespritzte Rübe aus der Erde: „Noch sieht man keinen Unterschied.“ Besät hat er das Feld Ende März. Doch in den kommenden Monaten würde das Unkraut Wasser und Sonne von den Rüben abschirmen. Er rechnet damit, dass nicht gespritzte Rüben zur Ernte um die 350 Gramm, gespritzte 800 bis 1 000 Gramm wiegen werden.

Das wäre nicht überraschend, sagt Klomburg. Er macht deutlich, dass die Kritik an den chemischen Schutzmitteln selbstverständlich bei den Landwirten angekommen sei, und stellt klar, dass niemand Pestizide sorglos auf das Feld spritze. Die Frequenz hänge vom Zustand der Pflanzen ab. Läuse, Pilze oder Unkraut können die ganze Ernte bedrohen.

Zwar sei es möglich, die unerwünschten Pflanzen zu entfernen, das nehme jedoch viel Arbeitszeit in Anspruch und koste dementsprechend mehr. Gegen Läuse werden etwa im Biobereich Marienkäfer eingesetzt, davon zeigen sich die Landwirte aber nicht überzeugt. „Im Gewächshaus schon, aber draußen können die ja einfach wegfliegen“, sagt Klomburg. Vielleicht gebe es in Zukunft Roboter, die durch die Reihen fahren und Schädlinge absaugen können. Das sei jedoch bisher Zukunftsmusik. 

Ein weitere Grund für den Aktionstag seien die Bürger, die „immer alle schreien ,bloß keine Pestizide’“, so Klomburg. „Doch wenn wir nicht spritzen, wird der Mangel mit Produkten aus dem Ausland ersetzt“, berichtet er weiter. Dort würden die Regeln, die auch den Tierschutz sichern sollen, teils nicht so streng eingehalten wie in Deutschland. Außerdem widerspreche das dem Regionalitätsprinzip. Und die Bio-Alternative? Das fordere auch beim Käufer die Bereitschaft, mehr zu zahlen. „Das ist zwar ein Trend, aber noch kein Boom.“

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