Ökologie gegen Anwohner

Fachausschuss spricht sich mit knapper Mehrheit für Holzhackschnitzelheizung aus

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In etwa da, wo das Tor zu sehen ist, wird der künftige Weg zur geplanten Holzhackschnitzelheizungsanlage langführen. Hinter der Baumansammlung und neben dem Umkleidetrakt der Gustav-England-Halle soll der Komplex in einer Höhe von bis zu 7,50 Meter errichtet werden. 

Thedinghausen/Samtgemeinde - Sollen Klimaschutz und Energieeffizienz gegen Einwände und Proteste der Anwohner durchgesetzt werden – oder nicht? Darum ging es letztlich bei der Beratung im Bau-, Planungs- und Umweltausschuss der Samtgemeinde Thedinghausen am Dienstagabend im Gasthaus Niedersachsen.

Planer Ulrich Imkeller-Benjes (Bremen) stellte im Verlauf der Sitzung vor zahlreichen Zuhörern noch einmal das überarbeitete Konzept für eine Holzhackschnitzel-Heizung mit Blick auf die Wärmeversorgung der Gudewill-Schule, der Gustav-England-Halle und der Nils-Holgersson-Grundschule vor.

Wesentlicher Unterschied zum ersten Konzept (das wir bereits ausführlich vorstellten) waren dabei die externe Holzlagerung auf einem überdachten Lagerplatz bei einem Landwirt in Lunsen und der Einbau zusätzlicher Spezialfilter, die die Staubbelastung noch einmal deutlich reduzieren. Für die Anlieferung des Brennguts wären etwa 45 Fahrten mit mehr oder weniger großen Lkw nötig.

Wie berichtet soll die neue Anlage rund 792 000 Euro kosten, wovon 337 000 Euro durch Fördergelder wieder hereinkommen würden. Im Laufe der Jahre soll sich die Anlage aufgrund der geringeren Betriebskosten gegenüber der herkömmlichen Gas-Heizung amortisieren und gleichzeitig dem Klimaschutz dienen.

Das unterstrich auch Harald Hemmje (Grüne): „Das ist eine richtungsweisende Technik mit nennenswerter CO2-Einsparung. Darum unterstützen wir das Projekt.“ Ebenfalls für das Vorhaben stimmten die CDU-Mitglieder im Ausschuss, jedoch ohne sich in dieser Sache an der Diskussion zu beteiligen.

Anwohner prangert fehlende Wirtschaftlichkeit an 

Das tat die SPD, die gegen das neue Heizungssystem votierte, umso heftiger: „Anke Fahrenholz: „Wir sehen angesichts der hohen Baukosten kein wirkliches Sparpotenzial und sind vor allem strikt dagegen, eine Industrieanlage in ein Wohngebiet zu stellen.“ Heinz von Hollen (unabhängig) meinte: „Gas ist derzeit billig. Ich sehe darum im Moment keine Notwendigkeit, eine solche Anlage zu bauen. Da gibt es in der Samtgemeinde Projekte mit größerer Priorität. Außerdem sollte es für einen Volksvertreter nicht unerheblich sein, dass dieser Bau für die meisten Bürger nicht akzeptabel ist.“

Auch die Zuhörer beteiligten sich an der Diskussion, wobei Anwohner Matthias Hansen die fehlende Wirtschaftlichkeit anprangerte. Tenor: Auch die Zuschüsse zu dem Projekt sind letztlich Steuergelder. Es gab aber auch gegenteilige Meinungsbekundungen. Tenor: Man sollte den Klimaschutz auch vor Ort ernst nehmen.

Letztlich wurde mit 5:4-Stimmen eine Beschlussempfehlung an den Samtgemeinderat gegeben. Dieser tagt und entscheidet, auch in dieser Sache, heute Abend in öffentlicher Sitzung um 20 Uhr im Gasthaus Niedersachsen. 

sp

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