Nicht-kommunale Kindergärten bekunden so Streik-Solidarität / Druck in Blender

Protest-Picknick am Rathaus

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Eine der Picknickrunden, die sich gestern Vormittag auf dem großen Rathausplatz in Thedinghausen zum Solidaritäts-Frühstück für die Streikenden in den Sozial- und Erziehungsberufen bildeten.

Thedinghausen - Der große gepflasterte Rathausplatz glich gestern Vormittag einer bunten Picknickwiese, auf der sich Kinder und Erwachsene zum Frühstück niederließen. Plakate und Transparente hatten sie dabei aber nicht vergessen.

Es handelte sich nämlich um ein Protestpicknick zur Unterstützung des vor rund drei Wochen begonnenen, unbefristeten Streiks in den Sozial- und Erziehungsberufen. Es geht um bessere Arbeitsbedingungen und Eingruppierungen, eine Aufwertung der hier geleisteten Arbeit und damit auch höhere Gehälter. Die müssten dann die Gemeinden als Arbeitgeber zahlen. Bisher hat deren Gemeinschaftsverband aber noch kein Angebot unterbreitet. Es wird noch hart verhandelt zwischen Dienstleistungs-Gewerkschaft Verdi und den kommunalen Vertretern.

Während in den übrigen gemeindlichen Kitas der Samtgemeinde Thedinghausen nur ein Teil des Personals in den Ausstand trat, wurde die Kita Blender voll bestreikt, berichtete Erzieherin Astrid Dreyer von der Kita „Erbhoflöwen“. Auf das Team in Blender sei daher erheblicher Druck ausgeübt worden, so dass es auch dort keinen Komplettstreik mehr gebe, berichtete sie. Dazu, wer diesen Druck ausgeübt habe, wollte sie sich nicht äußern.

Astrid Dreyer nahm mit ihren ebenfalls gewerkschaftlich organisierten Kolleginnen Olga Vogel und Ute Pannebacker gestern am Protestpicknick teil.

Im Wesentlichen fanden sich aber Kinder und Personal der Kindergärten in freier Trägerschaft – Waldkindergarten Thedinghausen, Werder Wichtel und Wulmstorfer Kindergruppe – auf dem Rathausplatz ein.

„Eine Beteiligung am Streik ist für uns aus organisatorischen und anderen Gründen schwierig“, erläuterte Waldkindergarten-Leiterin Ina Brendel. „Dennoch wollen wir zeigen, dass wir unsere streikenden Kolleginnen und Kollegen unterstützen und sie im Kampf um bessere Arbeitsbedingungen nicht allein lassen“.

In Krippen und Kindergärten werde schließlich nicht nur gespielt, sondern „wir vermitteln wichtige Grundlagen und Kompetenzen, um die Kinder für die Einschulung und das spätere Leben fit zu machen“. Das alles müsse der Gesellschaft und den Kommunen in Zeiten zunehmenden Fachkräftemangels auch etwas wert sein. Die „Picknickabteilung“ der Werder Wichtel führte Heike Buschmann-Hubal an und die der Wulmstorfer Kindergruppe Verena Garscha.

In Streik-Workshops hatten sich die Beschäftigten auch mit Gegenargumenten wie „Die Gemeinden haben kein Geld für mehr Gehalt“ auseinander gesetzt. Es sei durchaus nach gestiegenen Steuereinnahmen Geld da, nur müssten Ausgaben eben umstrukturiert und mehr in den Bereich Bildung gelenkt werden, hält die Gewerkschaft dagegen.

Der Button „Ich möchte gern wieder arbeiten“ an der Jacke von Verdi-Aktiven sollte deutlich machen, dass sich auch gewerkschaftlich aktive Erzieherinnen ein baldiges positives Verhandlungsergebnis und damit ein Ende des Streiks wünschen. Der werde letztlich doch mit auf dem Rücken von Eltern und Kindern ausgetragen, wurde eingeräumt.

la

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