Neun Adebare / Tierisches Schauspiel vor Mondsilhouette begeistert Anwohner

Abgestorbener Baum als Schlafplatz für Klapperstörche

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Im Wipfel einer abgestorbenen Eiche versammeln sich jeden Abend bei Einbruch der Dämmerung mehrere Jungstörche.

Morsum - Majestätisch kreisen zahlreiche Jungstörche derzeit in der Abenddämmerung über dem Ortskern von Morsum. Ziel der meist neun Jungstörche ist eine alter, kalter, abgestorbener Eichenbaum im Eichenweg in Morsum.

Dort lassen sich die bis zu einem Meter große Weißstörche mit einer Flügelspannweite von über zwei Metern zur Nachtruhe nieder. Da die Stimme des Weißstorchs nur schwach ausgeprägt ist, verständigt er sich durch Klappern mit dem Schnabel. Deshalb wird er auch Klapperstorch genannt. Geklappert wird zur Begrüßung und zur Verteidigung gegen Nestkonkurrenten. Auf dieses Klappern ist das Ehepaar Püttmann aus dem Eichenweg in den letzten Tagen aufmerksam geworden.

Die Störche flogen direkt über ihre Köpfe hinweg. „Die müssen doch hier irgendwo landen?“ fragte sich Jutta Püttmann, ging mit ihrem Mann der Sache auf dem Grund und fand die nächtliche Ruhestätte rund 200 Meter von ihrem Haus entfernt.

Ansammlungen wie diese sind im Spätsommer keine Seltenheit, so Storchenexperten. Sie treten jedoch meist nur lokal auf und sind auch zeitlich auf die Dauer der Ergiebigkeit der Nahrungsquelle und der geeigneten Örtlichkeit begrenzt. Bereits nach einem Aufenthalt von etwa drei Tagen außerhalb des Horstes erkennen die Elterntiere die flüggen Jungstörche nicht mehr als eigene Brut an, und vertreiben die potentiellen Eindringlinge mit lautem Schnabelgeklapper, oder auch intensiverer Abwehr falls nötig. Dies geschieht Ende Juli bis Anfang August sehr häufig, wenn die Jungstörche nach gut 60 Tagen im Horst ausfliegen. Damit ist die sogenannte Trennung von der Brut vollzogen und die eigentliche Brutperiode für die Elterntiere beendet.

Schon gegen 21 Uhr haben die ersten beiden Störche auf den kalten Ästen der Eiche Platz genommen. „Da oben auf dem großen Ast sitzt immer der erste Storch und verteidigt diesen Schlafplatz gegen die nächsten Ankömmlinge“, hat Bernd Püttmann beobachtet. Schon ist der nächste Storch im Anflug. Er hat gleich seinen richtigen Platz gefunden. Lautes Begrüßungsgeklapper is zu hören. Der Baum in der Silhouette des zunehmenden Mondes bevölkert sich nach und nach. Nicht nur die Püttmanns sind auf dieses Naturschauspiel aufmerksam geworden. Nachbarn versammeln sich und beobachten die Ankunft des Adebars, der sich von Kleintieren wie Regenwürmern, Insekten, Fröschen, Mäusen, Ratten, Fischen, Eidechsen, Schlangen sowie von Aas ernährt und in den Weserniederungen der Marsch gute Bedingungen vorfindet.

Bereits kurz nach Sonnenaufgang hat der kahle Baum am Ende des Eichenweges in Morsum seine Anziehungskraft verloren. Die Störche sind fort. Auf Futtersuche, denn schon bald werden sie die lange Reise in den Winterquartiere antreten. Ob dann irgendein Storch wieder nach Morsum zurückkehrt und sogar brütet, bleibt ungewiss.

ha

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