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Neues kleines Baugebiet für Emtinghausen

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Von: Philipp Köster

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Rechts auf dem Acker soll ein schmaler Streifen für 14 Grundstücke in Bauland umgewidmet werden. Vermarktet wird das Areal von der Gemeinde.
Rechts auf dem Acker soll ein schmaler Streifen für 14 Grundstücke in Bauland umgewidmet werden. Vermarktet wird das Areal von der Gemeinde. © Köster

Emtinghausen – Ein neues kleines Baugebiet hat jetzt der Gemeinderat Emtinghausen aus dem Hut gezaubert – zur Überraschung etlicher Bürgerinnen und Bürger, die am Dienstagabend bei der Sitzung des Gremiums für eine volle Hütte in der Waldschänke sorgten. Manche äußerten diesbezüglich Bedenken.

Nordöstlich der Geersstraße soll auf der landwirtschaftlich genutzten Fläche im Außenbereich Wohnbebauung möglich sein. Die Rede ist von 14 Grundstücken. Der Bebauungsplan soll im beschleunigten Verfahren durch den Rat gehen, das heißt ohne Umweltprüfung.

Warum die Eile?, wollte eine Bürgerin wissen. Vize-Gemeindedirektor Roland Link informierte, dass „der Run auf Wohnungen und Bauland“ nach wie vor groß sei. Das schlankere Verfahren könne laut Baugesetzbuch auf Baugebiete unter 10 000 Quadratmeter angewandt werden. Der Verzicht auf die Umweltprüfung bedeute nicht, dass der Naturschutz ausgehebelt werde, betonte der Verwaltungs-Vizechef. Die Untere Naturschutzbehörde sei auf jeden Fall dabei. „Wenn da die Gelbbauchunke nachgewiesen wird, geht es sowieso ins klassische Verfahren“, sagte Link. Bürgermeister Gerold Bremer ergänzte, es würden 45 Behörden (als sogenannte Träger öffentlicher Belange, d. Red.) gehört.

Gemeindedirektorin Anke Fahrenholz erläuterte, die Einleitung der Aufstellung eines Bebauungsplans im beschleunigten Verfahren sei nur noch bis zum 31. Dezember dieses Jahres möglich. Da es sich um die letzte Ratssitzung handele, sei es die letzte Gelegenheit.

Ein (interner) Workshop zur Wohnbaulandentwicklung habe ergeben, dass die Fläche an der Geersstraße die Priorität 1 habe.

Die Gemeinde erschließe und verwalte die Fläche, sagte Bremer. Die Zuwegung könne über die Geersstraße, den Pappelweg oder die Schulstraße erfolgen, antwortete Bremer auf eine entsprechende Frage einer Anwohnerin.

Ein Bürger wies darauf hin, dass in dem Gebiet schon jetzt viel Verkehr unterwegs sei, der die Straßen als „Rennstrecke“ nutze. Es werde Tempo 30 gefahren, „aber auf jeder Achse“. Dabei wohnten dort viele kleine Kinder. Hinzukomme dann der Baustellenverkehr. Bremer entgegnete, das zu schnelle Fahren sei ein Problem der Menschen untereinander. „Das kann ich nicht beeinflussen.“

Roland Link erinnerte daran, dass der Baustellenverkehr zeitlich begrenzt sei. „Irgendwie müssen die Baustoffe ja dahingebracht werden.“ Eine dauerhafte Verkehrsberuhigung sei mit Schwellen und Verschwenkungen möglich. „Man kann das regeln.“

Jörg Schümann (Wählergemeinschaft Emtinghausen), lobte, dass die Gemeinde das Areal vermarkte und nicht etwa eine Gesellschaft oder Sparkasse. Zudem werde die Fläche von den Eigentümern zur Verfügung gestellt. Das sei sonst nämlich oft das Problem. „Wir haben nun die Möglichkeit, in vielleicht zwei Jahren etwas für die Zukunft Emtinghausens mit einem kleinen Baugebiet zu tun.“

Ähnlich Harald Hemmje (Grüne): Das Dorf solle langsam wachsen. Das Gebiet Am Plaggenesch sei bis auf ein, zwei Grundstücke, die zurückgegeben worden seien, ausverkauft. Im Vorfeld sei überlegt worden, welche Flächen sich überhaupt eigneten. Die von einigen Bürgerinnen und Bürgern kritisierte Geheimhaltung rechtfertigte Hemmje damit, Preistreiberei vermeiden zu müssen.

Johann Wendt (CDU) unterstrich, es gehe nicht darum, ein Baugebiet nach dem anderen auszuweisen, aber auch bei sinkender Nachfrage sollte die Gemeinde etwas vorhalten können.

Am Ende passierte der Beschlussvorschlag einstimmig den Rat.

Von Philipp Köster

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