Rat stimmt Bauvorhaben eines Windenergie-Investors zu 

Neue Brücke ist schmaler, kann aber 60 Tonnen tragen

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Die Landwehr-Brücke im Bereich Holtum ist nicht mehr tragfähig genug für Windmasten-Transporte. Spezielle Pontons ermöglichen derzeit die Überfahrt. Der Neubau soll 60 Tonnen tragen. 

Blender - Im Windpark Blender wird derzeit im Rahmen des Repowerings ordentlich gebaut. Auch neue Anlagen werden in diesem Bereich errichtet. Das führt zwangsläufig zu Schwerlasttransporten.

Und genau damit befasste sich am Dienstagabend der Gemeinderat bei seiner Sitzung in der örtlichen Mühlenscheune. Am Ende wurde grünes Licht für den geplanten Bau einer neuen Brücke über die Landwehr im Bereich Holtum-Marsch gegeben (gemeindliches Einvernehmen).

Eingereicht wurde der Bauantrag, über den letztlich der Landkreis entscheiden muss, von der NEIF-Windpark Blender GmbH. Der Plan sieht vor, die alte Brücke mit einer zugelassenen Tragkraft von 12 Tonnen abzureißen und durch eine neue – Tragkraft 60 Tonnen – zu ersetzen.

Grundsätzlich fand es im Rat Widerhall, dass die rund 60 Jahre alte gemeindeeigene Brücke durch einen Neubau ersetzt werden soll – ohne dass der örtliche Steuerzahler dadurch belastet wird. Der Teufel steckt jedoch im Detail.

Die alte Brücke ist nämlich 5,50 Meter breit, die neue soll nur vier Meter breit werden. Dazu kommen die Seitenkappen bis hin zum Geländer von je 75 Zentimetern (alte Brücke je 50 Zentimeter).

Landwirte sauer

In der Sitzung anwesende Landwirte beklagten die Verschlechterung der Fahr- und Rangiersituation durch den Neubau für ihre großen Fahrzeuge, beispielsweise Mähdrescher. Tenor in und am Rande der Sitzung: Ortsfremde Investoren erhalten Zugeständnisse auf Kosten der einheimischen Bauern.

Dem hielt Gemeindedirektor Harald Hesse die Berechnungen eines auf Brücken spezialisierten Bauingenieurs des Landkreises entgegen. Demnach würden vier Meter Breite plus Seitenraum allemal ausreichen, damit auch große landwirtschaftliche Geräte die Brücke problemlos passieren können. Bei den Ratsmitgliedern blieb eine gewisse Skepsis, die sich auch im Abstimmungsergebnis niederschlug (sieben Ja-Stimmen, fünf Enthaltungen). Letztlich stimmte man dem Vorhaben aber zu. Einzige Bedingung: Der Investor solle auf eigene Kosten für einen größeren befestigten Abbiege-Radius rund um die Brücke sorgen, damit auch große Gefährte mit Anhänger um die Ecke kommen. Begegnungsverkehr ist auf der schmalen und nur wenig frequentierten Brücke natürlich nicht möglich.

Derzeit können die „dicken“ Baufahrzeuge die Brücke nur über einen speziell aufgesetzten Ponton überqueren, der dafür sorgt, dass das Gewicht sich gleichmäßig über das Bauwerk verteilt. 

sp

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