Neue Anlage im Morsumer Gewerbegebiet geht am Monatsende ans Netz / 63000 Platten auf 4,5 Hektar

Solarpark liefert Strom für 4000 Haushalte

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Insgesamt 63000 Photovoltaik-Module (Platten) werden derzeit im Gewerbepark Morsum verlegt.

Morsum - Matt schimmert der große See im Gewerbepark Morsum durch die Hecken. Aber halt: Hier gibt es doch gar keinen See. Bei genauerem Hinsehen ist der Betrachter schlauer. Es handelt sich um den neuen Solarpark, der derzeit zwischen Wiedbüschenweg, Werderweg und Einsteinstraße errichtet wird.

Das Gesamtareal, das der Bauherr, die Wattner AG (Solartechnik) mit Sitz in Köln, zum Großteil von der Gemeinde Thedinghausen sowie zu kleineren Teilen von zwei privaten Landbesitzern angepachtet hat, ist neun Hektar groß. Rund 4,5 Hektar davon werden mit Solarplatten belegt. Insgesamt werden etwa 63000 der rund 0,7 Quadratmeter großen quadratischen Platten verlegt – und das in einem sehr kleinen Neigungswinkel von rund fünf Grad – also nahezu flach auf dem Boden. Mit diesem Konzept lässt sich diese Anlage wirtschaftlicher Errichten beziehungsweise betreiben, weil eine aufwändige und kostenintensive Aufständerung nicht nötig ist. Insgesamt kostet der Bau mehrere Millionen Euro.

Die belegte Fläche ist mit Bändchengewebe und Kies unterfüttert. Das Bändchengewebe ist wasserdurchlässig und verhindert das Wachsen von Wildkräutern, so dass der Einsatz von Herbiziden nicht erforderlich ist, um die Solarmodule entsprechend frei zu halten. Eine feste Verbindung der Module mit dem Erdreich erfolgt nicht. Die Module haben inklusive Unterkonstruktion eine Höhe von 20 Zentimetern.

Ende August, Anfang September sollen die Arbeiten beendet sein, dann soll auch bereits der erste Strom fließen, der über einen Verteiler in unmittelbarer Nähe ins öffentliche Netz eingespeist wird. Auch diese Nähe zwischen Solarpark und Einspeisepunkt macht den Standort so interessant.

Die Durchführung der Arbeiten liegt in den Händen der Firma Hans Solar GmbH (Dresden). Der Bauherr, die Firma Wattner, ist mit Investitionen in etwa 70 große Solaranlagen einer der größten Errichter und Betreiber im Bereich der deutschen Solarenergie. In den letzten Jahren hat Wattner über 500 Millionen Euro in Solarkraftwerke investiert.

Der Solarpark hat eine Leistung von 4,6 Megawatt (Peak), das entspricht dem Stromverbrauch von rund 4000 Haushalten. Wenn die Anlage in Betrieb ist, wird sie fernüberwacht und jährlich gewartet.

In der Thedinghauser Gemeindeverwaltung ist man froh über den Coup. Die Flächen im Morsumer Gewerbegebiet werden genutzt (ohne dass nicht noch genügend Platz für ansiedlungswillige Firmen wäre). Gleichzeitig füllt die Pacht für die nächsten 25 Jahre – solange läuft der Pachtvertrag – das Gemeindesäckel jährlich mit einem ansehnlichen Betrag. Auch Gewerbesteuer ist fällig. Nach Ablauf der 25 Jahre muss der Pachtvertrag verlängert oder das Bauwerk wieder abgerissen werden. Bei den Vorberatungen dieses Projektes im Thedinghauser Bauausschuss wurde vereinzelt grundsätzliche Kritik laut: Der Tenor: Solche Anlagen sollten besser auf bereits versiegelten Flächen entstehen.

Nach Abschluss der Arbeiten wird um das Gelände ein Grün-/Heckenstreifen von zehn Metern Breite angelegt (soweit nicht bereits vorhanden).

Die Samtgemeinde Thedinghausen erzeugt damit spätestens nach Inbetriebnahme dieses Solarparks zusammen mit den Windrädern, anderen Photovoltaikanlagen sowie Biogas-Anlagen deutlich mehr Strom aus erneuerbaren Energieträgern, als sie verbraucht.

sp

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