Wegen Lärm

Nachbar klagt gegen NP-Markt in Riede

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Ein Bewohner des nebenan liegenden Neubaugebiets (rechts) klagt vorm Landgericht Verden wegen Lärmbelastungen vom Gelände des gut florierenden neuen NP-Marktes. Schon auf der jüngsten Rieder Ratssitzung hatte der Mann, der zum Schutz seiner Familie nicht namentlich genannt werden möchte, seine Beschwerden vorgetragen. Das Gericht wird ihn nun direkt „im Schlafzimmer“ besuchen, um sich ein genaueres Bild von der Geräusche-Lage zu machen.

Riede - Ein Nachbar des NP-Marktes in Riede kann das monotone Summen und Brummen eines Kühlgerätes an der Außenwand nicht mehr ertragen. Dazu rauben ihm und seiner Familie Motoren- und Rangiergeräusche der auf dem Supermarktparkplatz parkenden und kurvenden Laster den Schlaf. Das Ganze ist nun ein Fall für das Landgericht in Verden.

Mit einfachsten Mitteln ließen sich die Störungen abstellen, findet der 51-Jährige. Doch dazu sei das Unternehmen Edeka, zu der NP gehört, nicht bereit.

Das Haus der Familie des Klägers und der Markt wurden zeitgleich gebaut. Dass dort während der Geschäftszeiten viel Betrieb und Verkehr herrscht, darüber war er sich im klaren, betont er. Allerdings sei er davon ausgegangen, dass nachts Ruhe herrsche. Schließlich sei es ein Supermarktparkplatz „und kein Lkw-Rasthof“.

Der Kläger belegt das Parken mit Fotos und Videos. „Ich habe hunderte solcher Bilder“, sagt er. Sie dokumentieren das wiederkehrende Parken großer Lastwagen. „Tagsüber gehen die Fahrer einkaufen und lassen den Motor laufen. Andere machen zwei Stunden Pause.“ Geparkt werde dabei bevorzugt im hinteren Bereich – nahe der Wohnbebauung.

Beim Losfahren werde wieder Lärm erzeugt, durch die Pressluft der Hydraulik. Selbst Autotransporter und Tanklaster hielten dort, sagt der Kläger.

Morgens um halb fünf werde Ware geliefert. „Ungeachtet der Lärmschutzzeiten, die von 22 bis 6 Uhr gelten“, kritisiert der 51-Jährige. Motorradfahrer würden zudem auf dem Parkplatz Hochstarts üben, und es sei ein beliebter Treffpunkt junger Autofahrer.

Mit einer Schranke könne man den Parkplatz außerhalb der Geschäftszeiten oder zumindest nachts für Fahrzeuge sperren. Schon ein Schild, das nur Lieferverkehr zulässt, würde ihm zu mehr Ruhe verhelfen.

Schützender Erdwall wurde abgetragen

Lärm- und Sichtschutz sollte eigentlich ein Erdwall bringen, der ihm beim Kauf seines Grundstücks zugesagt, jedoch von der Gemeinde wieder abgetragen worden sei.

Weitere Störungen erzeuge ein außerhalb des Marktes befindliches Kühlgerät. Abhilfe könnte nach Überzeugung des Neu-Rieders eine kleine Mauer als Schallschutz bringen. Diese würde vielleicht 500 Euro kosten, schätzt der Kläger. Allein ein vom Gericht eingeholtes Sachverständigengutachten habe dagegen schon 4500 Euro verschlungen, vergleicht er.

Das Kühlgerät stelle zudem eine Gefahr für spielende Kinder dar. Sie könnten Stöcke in die Ventilatoren stecken und seien auch schon über das Gerät aufs Gebäudedach geklettert.

Weil man bei Edeka zu keiner seiner vorgeschlagenen Maßnahmen bereit ist, sei er gezwungen gewesen, vor Gericht zu ziehen. Bei der jüngsten Sitzung beraumte das Landgericht jetzt im Dezember bereits zwei Ortstermine für Februar an.

„Wir müssen alle einen Ausflug nach Riede in Ihr Schlafzimmer unternehmen“, erklärte Richterin Christine Brandt. Das Oberlandesgericht in Celle verlange, dass sich Richter bei Geräuschemissionen selbst ein Bild machen. Schließlich komme es nicht allein auf die Dezibelzahl an.

Auch das Unternehmen Edeka wurde von der Redaktion um eine Stellungnahme gebeten, doch blieb die bisher aus. 

wb

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