Renaissance-Klänge via Internet

Musikvideo würdigt 400. Erbhof-Geburtstag

Die Protagonisten Pago Balke und Ulrike Petritzki (von rechts) präsentierten erstmals ihr Video mit Schauspiel und Musik, das an den 400. Erbhof-Geburtstag erinnert und mit viel Esprit die Geschichte der Entstehung des Schlosses beleuchtet. Gerd Schröder (links) dankte den Akteuren für ein gelungenes Gesamtkunstwerk.
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Die Protagonisten Pago Balke und Ulrike Petritzki (von rechts) präsentierten erstmals ihr Video mit Schauspiel und Musik, das an den 400. Erbhof-Geburtstag erinnert und mit viel Esprit die Geschichte der Entstehung des Schlosses beleuchtet. Gerd Schröder (links) dankte den Akteuren für ein gelungenes Gesamtkunstwerk.

Thedinghausen – Im vergangenen Jahr hätte der Förderkreis Erbhof zu Thedinghausen nicht nur sein 20-jähriges Bestehen gefeiert, sondern vor allem den 400. Geburtstag des Schlosses. Bekanntermaßen mussten die Programmpunkte wegen der Pandemie entfallen.

Nun präsentieren Ulrike Petritzki, heute Direktorin der Bremer Musikschule, sowie Schauspieler und Kabarettist Pago Balke (Riede) ein Musikvideo, das den Erbhof-Geburtstag gebührend würdigt.

„Das Video ist ein raffiniertes Gesamtkunstwerk, es verbindet die Gegenwart mit der Vergangenheit mit den Mitteln der Musik und Schauspiel“, beschreibt Initiatorin Ulrike Petritzki den rund fünfminütigen Film. Mit der Musik, den Räumlichkeiten und den Versen, die Pago Balke geistreich und humorvoll aus dem Stoff der Geschichte um Erzbischof Johann Friedrich und Gertrud von Hermeling-Heimbruch erdichtet hat, passe der Streifen zu diesem Gebäude und zu der Zeit seiner Entstehung. Auch Gerd Schröder, Vorsitzender des Erbhof-Förderkreises, zeigt sich hochzufrieden und berichtet: „Das Video ist ab sofort auf der Internetseite www.schloss-erbhof.de abrufbar.“

Hochprofessionell und mit vielen Details führt das Video seine Betrachter in die Entstehungsgeschichte des Schlosses: Verse rezitierend, mit viel Feingefühl für Sprache und Witz, durchschreitet Pago Balke den Innenhof des Schloss-Ensembles bis hin zum Renaissance-Saal, begleitet von originalen Klängen jener Zeit. Gemeinsam mit fünf Bremer Musikerkolleginnen und -kollegen intoniert Ulrike Petritzki ein Stück von Samuel Scheidt mit dem Titel „Canzon super cantionem Gallicam“ aus dem Jahre 1621. Das französische Volkslied zum Thema Liebe führt stimmungsvoll, gespielt auf Nachbildungen originaler Instrumente wie G-Violone, Orgelpositiv, Gamben und Renaissance-Flöten, in eine weit zurückliegende Epoche.

Auf dem Flügel am Fenster steht ein aufwendiges Arrangement, das dem Vanitas-Stillleben nachempfunden wurde und im Renaissance-Zeitalter sowie später im Barock als Symbol für die Vergänglichkeit des Lebens galt und damit zur Demut und Frömmigkeit mahnte – ausgestattet mit üppigen Luxusgütern wie Obst, Blumen, Wein und originalen Büchern aus dem 16. Jahrhundert. „Alle haben hier an einem Strang gezogen“, schildert Gerd Schröder, „und etwas Großartiges ist dabei herausgekommen.“

Der Erbhof in Thedinghausen: Per Video wird jetzt an den 400. Geburtstag des Schlosses erinnert.

Die Idee zu diesem Projekt kam Ulrike Petritzki, damals noch Leiterin der Verdener Kreismusikschule, bereits zu Beginn der Pandemie. Mit großem Bedauern habe sie erleben müssen, wie sämtliche Erbhof-Konzerte abgesagt wurden. Gleichzeitig stellte sie fest, dass viele Musiker Videos einspielten und über das Internet verbreiteten. Gleiches habe sie auch umsetzen wollen, aber es sollte einen nachhaltigen Nutzen für den Erbhof haben. Sie nutzte ihre guten Kontakte zu zahlreichen Musikern und zum Ottersberger Tonstudio Studio Hire, das auch Videoproduktionen ermöglicht. Sie wählte passende Musik, entwickelte ein Drehbuch und fand in Pago Balke einen kongenialen Partner für Schauspiel und Dichtung.

Und auch eine Finanzierung der Musiker, des Schauspielers und der Filmfirma fand Ulrike Petritzki: Mithilfe des Förderkreises Erbhof und des Landschaftsverbandes Stade stellte sie Förderanträge und profitierte von einem niedersächsischen Programm für Künstler und Soloselbstständige in der Pandemie. Von den Gesamtkosten in Höhe von etwas mehr als 3 000 Euro trägt der Förderkreis als Antragsteller nur wenige hundert Euro.

„Wir waren an der Entstehung kaum beteiligt und waren vollständig sorgenfrei“, erklärt Gerd Schröder, „und wir haben ein sehr schönes Ergebnis bekommen.“ Er hofft, dass viele Besucher den Clip ansehen werden. „Und ich hoffe, dass alle, die den Film anschauen, Freude und Spaß empfinden in dieser Corona-Zeit“, ergänzt Ulrike Petritzki.

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