Familie Roselius aus Ahsen-Oetzen

Mit einem TV-Bericht fing alles an: Aus Grünfläche wird Streuobstwiese

Auch in Ahsen-Oetzen gibt es ab sofort eine Streuobstwiese. Die gemeinsame Idee stammt vom Ehepaar Gisela und Karl-Heinz Roselius sowie ihrer Tochter Petra Roselius mit Partner Harald Harries (von links). Aber auch einige Dorfbewohner sind mit im Boot.
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Auch in Ahsen-Oetzen gibt es ab sofort eine Streuobstwiese. Die gemeinsame Idee stammt vom Ehepaar Gisela und Karl-Heinz Roselius sowie ihrer Tochter Petra Roselius mit Partner Harald Harries (von links). Aber auch einige Dorfbewohner sind mit im Boot.

Ahsen-Oetzen – Zwei Generationen – ein Gedanke. Karl-Heinz und Gisela Roselius sowie Tochter Petra Roselius aus Ahsen-Oetzen hatten unabhängig voneinander einen Bericht im Fernsehen über eine Streuobstwiese gesehen. „Ich glaube, der kam aus Bayern“, erinnert sich Karl-Heinz. Und seine Frau Gisela hatte vor rund zwei Jahren dann sofort die Idee, dass die eigenen 6000 Quadratmeter Grünfläche ideal für eine derartige Streuobstwiese wären. „Da habe ich meinen Mann gefragt, ob wir nicht auch so etwas anlegen wollen.“

Tochter Petra war ebenfalls angetan von dem Projekt. Doch sie wollte in das schöne Stück Natur auch noch die Nachbarn aus Ahsen-Oetzen mit einbeziehen. Die Idee wurde von vielen Dorfbewohnern positiv aufgenommen. Wer sich beteiligen wollte, konnte einen Obstbaum kaufen. Insgesamt wurden somit im vergangenen Jahr 42 Bäume gepflanzt, von denen die Hälfte den Dorfbewohnern gehört.

Aber eine Streuobstwiese pflanzen, das macht man nicht mal eben so aus dem hohlen Bauch heraus. Das war Familie Roselius natürlich bewusst. Zunächst einmal musste ein passendes Stück Land gefunden werden, ehe dann die zu pflanzenden Obstsorten auszuwählen waren. „Die Fläche hatten wir ja“, verweist Petra auf die früher landwirtschaftlich genutzte Fläche, die zuletzt nur einmal im Jahr einen Pflegeschnitt bekommen hat. Ratschläge holte sich die Oetzer Familie neben Biologin Heike Fulmer vom Nabu aus Verden auch beim Obstbaumexperten Burkhardt Wacker aus Morsum.

Schnell war klar, dass es alte Obstbaumsorten werden sollen, die möglichst wenig anfällig für einen Befall durch Schädlinge oder Pilze sind. Mindestens die Hälfte des Bestandes sollte aus verschiedenen Apfelsorten bestehen, da Apfelbäume sehr genügsam sind und fast überall gedeihen. Dieser Ratschlag wurde auch befolgt. Gleiches gilt für Zwetschgen und auch Birne und Kirsche wurden gepflanzt.

Die Obstbäume wurden auf Anraten im Herbst in den Boden gebracht. Allerdings nicht bei Temperaturen unter null Grad und nach Möglichkeit bei trockenem Wetter. Der erste Schnitt erfolgte unmittelbar nach der Pflanzung. Auch hier war fachmännische Unterstützung gefragt, denn der Baum wird auf eine Stammverlängerung und drei Leitäste zurückgeschnitten. Jetzt gibt es noch drei Jahre lang einen jährlichen Erziehungsschnitt, ehe die Bäume dann der Natur überlassen werden. „Die Hälfte der Obstbäume haben wir von der ökologischen Baumschule in Badenstedt, die sich auf alte Apfelsorten spezialisiert hat. Die andere Hälfte stammt von der Baumschule Schröder in Thedinghausen“, klärt Petra Roselius auf. Ein Spruch von damals ist ihr in ganz besonderer Erinnerung geblieben und stammt von Jean Paul: „Unter den Menschen und Borsdorferäpfeln sind nicht die glatten am besten, sondern die rauen mit einigen Warzen“.

Anfang des Jahres wurde auf dem Gelände noch ein Storchennest aufgebaut, das auch gleich von einem Storchenpaar in Beschlag genommen wurde. Nur Nachwuchs hat es noch nicht gegeben. Weiterentwickelt wurde die Streuobstwiese noch durch einen großen Blühstreifen. Auch ein großes Insektenhotel soll noch aufgestellt werden.

Jetzt hoffen die Dorfbewohner von Ahsen-Oetzen in einige Jahren die erste Ernte einfahren zu können und langfristig darauf, das Obst in großer Menge weiterzuverarbeiten. An Ideen, was aus einer Obsternte alles zu machen ist, mangelt es auf keinen Fall. Die sind bei allen reichlich vorhanden.

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