Weitere Klagen über (Schul-)Busverkehr / Landkreis: Einsatz der Fahrer nicht zu beanstanden

Mit dem verdurstenden Hund im Fahrzeug

Thedinghausen – Die Beschwerden von Eltern und Schülern über Probleme beim (Schul-)Busverkehr in Thedinghausen reißen nicht ab. Täglich melden sich Leser per Telefon oder Zuschrift und schildern ihre Erlebnisse.

Zur Übersicht eine Auflistung: Den Stein ins Rollen brachte die Beschwerde von Janine Neumann aus Thedinghausen-Holtorf, deren Sohn Fiete an einer falschen Haltestelle ausgesetzt worden ist. Ein anderer Beppener Junge, der Erstklässler Ole Schumacher, war Anfang September an einer Straße noch nicht mal an einer Haltestelle ausgesetzt worden, sondern von dem spanischen Busfahrer irgendwo an einer Kreuzung.

Der Redaktion liegen zudem Berichte vor, dass Kinder und Jugendliche an einer nachfolgenden Haltestelle aussteigen und dann viele hundert Meter zurücklaufen müssen, weil der Bus zu weit gefahren ist. Oder statt in Beppen zu halten, mussten sie in Wulmstorf raus, weil der Busfahrer Beppen mit Blender verwechselt hatte.

Ferner soll einer der Morgenbusse oft unpünktlich in Morsum an der Grundschule ankommen, weil die Route zuvor nach und in Achim wegen des dortigen Verkehrs nicht fahrplanmäßig zu schaffen ist, sagt der Beppener Vater von Ole, Henning Schumacher.

Zum Teil liegen diese Begebenheiten schon etwas zurück. Die Probleme, die die Abc-Schützen in Morsum Anfang des Schuljahrs hatten, scheinen wohl mittlerweile gelöst zu sein, weil es ein Farbsystem gibt, sodass die Kinder nicht mehr in den falschen Bus gesetzt werden können.

Eine junge Frau aus Achim schildert in einer Zuschrift von einer Begebenheit aus dem Sommer 2019, die sie als Honorarkraft einer Firma, die in öffentlichen Verkehrsmitteln Fahrgastumfragen vornimmt, im vergangenen Sommer auf einer Fahrt von Thedinghausen nach Verden gemacht hat: Eine spanische Busfahrerin hatte ihren Hund dabei (!), in dem nicht klimatisierten Bus waren es ihr zufolge circa 40 Grad. Die Frau musste mit ansehen, wie die Busfahrerin ihren Hund bei der Hitze fast verdursten ließ.

In einem anderen Fall berichtet die 15-jährige Ann-Kathrin Spekowius aus Morsum aber von dauerhaften Problemen seit zwei Jahren, dass der Bus zuweilen bis zu zwei Mal wöchentlich nicht die Grundschule in Morsum anfährt, um dort Jugendliche für die Weiterfahrt nach Thedinghausen aufzusammeln, sondern einfach aus Richtung Wulmstorf kommend weiterfährt. Mutter und Großvater müssten dann einspringen, sagt die Jugendliche. Die Zusage von Busunternehmen und Landkreis, die Probleme würden behoben, sei nicht eingehalten worden, sagen die 15-Jährige und ihre Mutter.

Die Leser bringen die Pannen auch unverhohlen mit der Übernahme des Beförderungsauftrags durch die Firma von Rahden vor zwei Jahren in Verbindung. Ursache einiger Probleme sei die mangelhafte Kommunikationsmöglichkeit mit den spanischen Busfahrern, die nicht gut genug Deutsch sprechen würden.

Der für den Schulbusverkehr zuständige Landkreis Verden nimmt in einer Pressemitteilung von Freitagnachmittag Stellung. Darin heißt es, dass bei der Vergabe des Linienbündels Süd, zu dem auch die Schülerbeförderung gehört, sich der Landkreis an die rechtlichen Vorgaben gehalten habe. Die Erfahrungen aus Neuvergaben – auch in anderen Landkreisen – hätten aber gezeigt, dass gerade am Anfang Fehler vorkommen können, die sich aus den Fahrplänen oder den Umläufen der Busse ergeben und auch korrigiert werden müssen. Es könne zu Problemen bei der Beförderung kommen, für die aber nicht generell das Verkehrsunternehmen verantwortlich sei. Es seien auch die Schulen und die Eltern gefordert. „Jedem einzelnen Fall wird nachgegangen und versucht, Lösungen zu erarbeiten.“ Soweit Schulen betroffen seien, würden diese eingebunden.

Aufgrund der vielschichtigen Fahrtrouten in der Samtgemeinde Thedinghausen könne es vorkommen, dass Busse an Haltestellen vorbeifahren, weil diese nicht zu ihrem Fahrplan gehören. Das könne zu „Irritationen bei den Wartenden“ führen. Auch hier werde an einer Lösung gearbeitet.

„Soweit fehlende Sprachkenntnisse beim Fahrpersonal kritisiert werden, ist darauf hinzuweisen, dass durch den Fahrermangel viele Verkehrsunternehmen Fahrerinnen und Fahrer auch ohne perfekte Deutschkenntnisse einstellen müssen, um die vertraglich vereinbarten Fahrten sicherstellen zu können“, so der Landkreis. Trotz der Sprachkurse, mit denen die Firma von Rahden ihr Personal unterstützt, könne es selbstverständlich auch hier zu Fehlern kommen. Insgesamt sei der Einsatz der Fahrerinnen und Fahrer aber nicht zu beanstanden.

Die Firma von Rahden will die Vorfälle zunächst intern aufarbeiten, ehe sie sich äußert und verweist auf die kommende Woche.

Von Philipp Köster

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