Bei „Miss Sophies Arvschupp“ stimmen Bühnenbild, Kostümierung und schauspielerische Leistung

Spannung, Witz und Pointenknaller

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In der mit humorvollen Sprüchen und Schenkelklopfern übersäten Komödie spielen viele skurrile Typen mit – allesamt auf der Jagd nach Miss Sophies Erbschaft.

Intschede/Wulmstorf - Beim Silvester-Klassiker „Dinner for One“ erfreute sich Miss Sophie noch bester Gesundheit. Eine Fortsetzung dieser lustigen Geschichte inszenierte jetzt die Wulmstorfer Theatergruppe auf Plattdeutsch in der Komödie „Miss Sophies Arvschupp“.

In dem niederdeutschen Dreiakter, den die Wulmstorfer auf die Bühne in der Intscheder Gemeinschaftssportanlage zauberten, drehte es sich vor allem um den Nachlass von Miss Sophie. Alles war von der Theatergruppe bis ins kleinste Detail geprobt und ausgearbeitet. Ein Bühnenbild, das Miss Sophies Schreibstube zeigte, ein flackernder Kamin, eine überdimensionale Bücherwand, ein Bild der alten Dame, die anscheinend über alles im Hause wachte und dann die Kostümierung der Schauspieler. Genial, ausdruckvoll, übertrieben, hässlich – aber wiederum so gut, dass es zu Szenenapplaus führte. Ein fabelhafter Anblick. Mit der Besetzung des Stückes ist Regisseurin Dorle Lührs wieder ein Meisterstück gelungen.

Zur Testamentseröffnung fanden sich all diese schrägen Gestalten ein, die meinten, etwas vom großen Kuchen abzubekommen. Die Nachkommen der Teilnehmer von Miss Sophies 90. Geburtstag waren von Notar Dr. Harry Ross (Helmut Lührs) zur Testamentsvollstreckung eingeladen worden. Der blutjunge Butler Paul (Leo Schnakenberg) musste einige Annährungsversuche der Operetten-Diva Ludmilla Stroganoff (Petra Reicksmann) über sich ergehen lassen. Ludmilla hatte ihre bissige Assistentin Gundula von Knorpsheim (Eike Lührs) im Schlepptau, die nur über die Höhe des Nachlasses philosophierte. Der undurchsichtige Mister Pommeroy (Alfred Gehrke) musste sogar eine Pfefferspray-Attacke über sich ergehen lassen, als er sich dem Butler nächtens nähern wollte. Die raffgierige Gilla Winterbottom (Heike Meyer) glänzte eher mit ihrem sexy-Aussehen, als durch Intelligenz.

Und dann war da noch Siegfried Roy Toby (Torsten Mai) als schwuler Modemacher. Allein diese Kostümierung war schon das Eintrittsgeld wert. Dass dann auch noch Torsten Mai diese Rolle ausgesprochen überzeugend spielte, sorgte für so manchen Szenenapplaus.

In der Nacht vor der Testamentseröffnung lernten die Erbanwärter nicht nur das nicht in ihrem Sinne zubereitete Essen der Köchin Marlies (Marlies von Hollen) kennen, sondern auch ihre gegenseitigen dunklen Geheimnisse.

Die mit viel Spannung erwartete Testamentseröffnung folgte – Miss Sophies Lebensgeschichte, die viel Licht in die ganzen Intrigen brachte. Doch der allerletzte Satz löste das Rätsel des Testaments zur Überraschung aller Beteiligten. Sogar das Publikum hatte mit solch einem Ende sicherlich nicht gerechnet.

Spannung und Witz, Pointenknaller, abwechslungsreiches Geschehen auf der Bühne, ganz nach dem Geschmack des Publikums. Das am Ende noch vier Urnen zum Vorschein kamen, muss man wohl in die Rubrik „Wer nicht wagt...“ einordnen.

Das rund dreistündige Unterhaltungsprogramm wurde eingeläutet mit Döntjes der kleinen Nele Meyer. Für das nötige Drumherum sorgten die Mitglieder des TSV Intschede und die Theatercrew mit Technik, Maske, Bühnenbild und Requisite.

Die beiden ersten Vorstellungen waren restlos ausverkauft. Für die Vorstellungen am morgigen Freitag, 15. Januar, um 19.30 Uhr, am 16. Januar um 14.30 Uhr und um 20 Uhr sowie für die letzte Aufführung am Sonntag 17. Januar um 14.30 Uhr gibt es nur noch wenige Restkarten.

ha

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