Aufregung um gefällten Ahorn auf Lunser Friedhof / Pastorin: „Alles okay“

Mein Freund, der Baum

Pastorin Anja Sievers (im Hintergrund) vor den Resten des einst stolzen Ahorns. Auf dem Areal soll jetzt ein Urnenfeld inmitten kleiner Bäume angelegt werden.
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Pastorin Anja Sievers (im Hintergrund) vor den Resten des einst stolzen Ahorns. Auf dem Areal soll jetzt ein Urnenfeld inmitten kleiner Bäume angelegt werden.

Lunsen – Auf dem Friedhof in Lunsen, links neben dem Haupteingang, stand einmal ein großer Baum. Stand – denn der mächtige Silberahorn ist vor einigen Tagen gefällt worden. Das stieß bei vielen Friedhofsbesuchern nicht nur auf Zustimmung, denn der Baum machte einen gesunden Eindruck – getreu dem Motto: Das hätte doch in Zeiten, in denen der Naturschutz erhöhte Aufmerksamkeit erfährt , nicht nötig getan.

Zur Diskussion gehörten aber auch Stimmen, die sich freuen, dass der Ahorn verschwunden ist. Er hat nämlich jede Menge Laub produziert und auf den umliegenden Gräbern verteilt.

Pastorin Anja Sievers bringt Licht in das Dunkel: „Es ist alle Okay. Das herunterfallende Laub war auf jeden Fall nicht der Grund. Eigentlich wollten wir auf unserem kirchlichen Friedhof rund um den Ahornbaum ein kleines Bestattungswäldchen für Urnengrabstellen mit einer Namensplatte anlegen, quasi ein Ruheforst im Miniformat. Doch kam uns ein Verkehrssicherungsgutachten in die Quere.“

Der Gesetzgeber verlangt, dass ein solches Verkehrssicherungsgutachten auf allen öffentlich zugänglichen Orten vorliegen muss. Anja Sievers: „Bei der Begutachtung des Baumes haben die Experten festgestellt, dass im oberen Teil viele Spechtlöcher das Holz marode haben werden lassen. Es bestand die reale Gefahr, dass Äste, auch größere, herunterfallen oder sogar ganze Teile der bereits instabilen Krone herausbrechen. Das wäre für unten stehende Zeitgenossen natürlich gefährlich gewesen. Zweiter Punkt für die Entscheidung, in diesem Fall zur Säge zu greifen, war die Tatsache, dass sich laut Gutachter im Wurzelgeflecht Pilze festgesetzt hatten. Das führt zu einer Verringerung der Standsicherheit. Uns blieb also, wenn auch schweren Herzens, nichts anderes übrig, als den Baum fällen zu lassen.“

Auf der jetzt freien Fläche soll nichtsdestotrotz ein Urnenfeld angelegt werden – inmitten von kleinen Bäumen, die in Kürze angepflanzt werden sollen. Und spätestens dann dürfte auch der jetzt gefällte Baum vergessen worden sein.  sp

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