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Mehr Theologie wagen

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Von: Philipp Köster

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Dr. Sebastian Sievers, Pastor der Bio-Gemeinden, hat die lutherischen Bekenntnisschriften rausgeholt.
Dr. Sebastian Sievers, Pastor der Bio-Gemeinden, hat die lutherischen Bekenntnisschriften rausgeholt. © pk

Blender – Sebastian Sievers erklärt den Heiligen Geist. „So wie bei der Beziehung zweier Menschen die Liebe entsteht, so stelle ich mir den Heiligen Geist als das vor, was aus der Verbindung zwischen Gott und Jesus entstanden ist.“ Uff. Klingt kompliziert. Steht hier aber trotzdem in der Zeitung. Denn das, was der Heilige Geist, dieses vielen Gläubigen unbekannte „Wesen“ der Dreieinigkeit Gottes sein könnte, darüber will der Blenderaner Pastor in sogenannten Glaubensgesprächen reden.

Diese Idee, mitten im Hochsommer das große Besteck rauszuholen, ist nicht etwa auf dem eigenen Mist des promovierten Theologen gewachsen. Er will damit also nicht etwa seine akademischen Wurzeln gießen, sondern er reagiert auf ein Bedürfnis nicht weniger Gemeindemitglieder. „Immer wieder höre ich den Wunsch, dass wir auf verständliche Art und Weise über die Inhalte unseres Glaubens ins Gespräch kommen.“ Der Konfirmandenunterricht liege bei manchen schon lange zurück beziehungsweise es werde bedauert, dass die Konfirmierten damals zu wenig Rüstzeug mit auf den Weg bekommen hätten. Es gibt aber auch Interessierte, die sich über ihren klar umrissenen Glauben austauschen wollten. Dr. Sievers rechnet mit 15 Leuten. Bei einem ungetauften erwachsenen Teilnehmer sollen die vier „gemütlichen“ Abende sogar als Vorbereitung auf die Taufe dienen. In lockerer Runde gibt es Sebastian Sievers zufolge einen „Input von mir“, dann wird gegebenenfalls in Kleingruppen gesprochen. Inhaltlich geht es wie angedeutet um das Glaubensbekenntnis, dessen dritter Teil mit „Ich glaube an den Heiligen Geist ...“ beginnt. Aber auch die womöglich etwas mehr greifbaren Gott der Schöpfer und Jesus Christus kommen zur Sprache.

Sievers geht also mit diesem Angebot auf einen verstärkt geäußerten Wunsch von Gemeindegliedern ein, über den Glauben zu reden. Es ist dem Pastor aber auch selbst ein Herzensanliegen, dass die Kirche mehr Wert auf die Theologie, also die Rede von Gott, legt. Die heutige evangelische Amtskirche betone seiner Ansicht nach zu sehr die Ethik, also das richtige Tun. Klimakrise, Migrationspolitik – das alles rücke zu sehr in den Mittelpunkt kirchlicher Äußerung. Es bestehe dann eigentlich kein Unterschied mehr zu einer „normalen“ säkularen Institution. „Es ist ein Mangel in unserer Kirche: Es wird zu wenig über die Theologie gesprochen.“

Von Philipp Köster

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