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Mehr Sicherheit für die Thedinghauser „Holtkinners“ angestrebt

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Die Westerwischer Straße, eine Kreisstraße, macht an dieser Stelle eine Rechtskurve nach Norden. Es gilt Tempo 50. Eltern müssen direkt an der Straße halten, wenn sie mit dem Auto ihre Kinder zum Waldkindergarten im Adeligen Holz bringen, denn die Zufahrt in den Wald ist durch eine Schranke versperrt und die Verbindungsstraße links in Richtung Rieder Straße gesperrt. Entlang der Westerwischer Straße gibt es übrigens keinen Fußweg.
Die Westerwischer Straße, eine Kreisstraße, macht an dieser Stelle eine Rechtskurve nach Norden. Es gilt Tempo 50. Eltern müssen direkt an der Straße halten, wenn sie mit dem Auto ihre Kinder zum Waldkindergarten im Adeligen Holz bringen, denn die Zufahrt in den Wald ist durch eine Schranke versperrt und die Verbindungsstraße links in Richtung Rieder Straße gesperrt. Entlang der Westerwischer Straße gibt es übrigens keinen Fußweg. © Köster

Thedinghausen – Es passiert nicht so häufig, dass Anträge der Unabhängigen Bürgerliste (UBL) durch den Thedinghauser Rat gehen. Am Dienstagabend war es aber so weit. Und wie! Einstimmig! Raunen und Ohos im Plenum. Selbst UBL-Sprecher Daniel Strassner konnte sich ein kleines Lächeln nicht verkneifen. Und so war es zum Triumph gekommen: Die UBL hatte gerade erst in den letzten Augusttagen den Antrag gestellt, an der Westerwischer Straße (Kreisstraße 67) beim Waldkindergarten am Adeligen Holz eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 km/h einzurichten.

Das solle zur Gefahrenvermeidung wie vor anderen Kindergärten auch erfolgen, heißt es in der Begründung zu dem Antrag. Es gebe dort keinen abgegrenzten Parkbereich, die Eltern müssten an der Straße halten, so könne es zu kritischen Situationen kommen. Es sei dafür nicht notwendig, dass sich der Kindergarten direkt an der Straße befinde. Die Temporeduzierung könne laut Verwaltungsvorschrift zur Straßenverkehrsordnung von 2017 auch angeordnet werden, wenn es von der Straße einen direkten Zugang zur Kita gibt. Das sei dort der Fall.

Die Verwaltung hatte aus dem Antrag keinen Beschlussvorschlag gegossen, sondern darauf verwiesen, dass die Untere Verkehrsbehörde zu diesem Thema schon ablehnend Stellung genommen habe. Da der Kindergarten nicht direkt an der Straße liege, werde keine Gefahr gesehen. „Eine Anordnung durch die Untere Verkehrsbehörde wird daher nicht erfolgen.“

Daniel Strassner erläuterte, den Gefahrenaspekt würden Anwohner und Eltern anders sehen. In der Einwohnerfragestunde hatte die zweite Vorsitzende des Trägervereins der Waldkita, Catharina Weidner, informiert, dass die Kinder im Frühjahr Kröten aus den Fangeimern einsammeln, in die die Amphibien zum Schutz vor dem Verkehr entlang eines Zauns geleitet werden. Zudem solle bei den „Holtkinners“ eine zweite Gruppe eingerichtet werden. Darüber hinaus gebe es Gedankenspiele, gemeinsam mit dem Wirt des auf der anderen Seite der Westerwischer Straße wiedereröffneten Lokals einen Mittagstisch für die Kinder anzubieten. Diese Aspekte würden zu einer Verschärfung der Situation führen.

Ordnungsamtsleiter Sönke Haverich sagte, die Ablehnung durch den Landkreis liege schon länger zurück, „verwaltungsseitig“, also aus Sicht der Gemeinde, sei eine Begrenzung okay.

Und das sah auch die Lokalpolitik durch die Bank so. Bürgermeister Thomas Metz (CDU) meinte, man solle aktuell in Betracht ziehen, dass eine zweite Gruppe geplant sei und dass die Kinder an der Straße die Kröten aufsammelten. Wolfgang Kaib (FDP) gab zu bedenken, dass die Parksituation beim Kindergarten an der Schulstraße besser sei und dort bereits Tempo 30 gelte. Das sollte auch beim Adeligen Holz angeordnet werden.

Christiane Siemer (Grüne Liste) wusste zu berichten, dass die Autos nicht in den Wald fahren dürfen, die Stichstraße in Richtung Rieder Straße sei in einem schlechten Zustand und ebenfalls gesperrt. Auf der Westerwischer Straße führen zum Teil große Fahrzeuge, „morgens während der Bringsituation ein Gelenkbus, das sind richtig große Teile. Und wenn die Kinder in der neuen Gastronomie ihr Mittagessen einnehmen, dann muss auf jeden Fall was passieren“.

Ähnlich die SPD: Seine Partei könne dem Antrag der UBL folgen, vor allem angesichts der zusätzlichen Informationen, sagte Olaf Simanowski. Thomas Metz mahnte: „Die Entscheidungsgewalt liegt nicht bei uns.“ Heinz von Hollen betonte an die Waldkita-Vertreterin Weidner gerichtet, der Verein müsse sich wie jeder kommunale Kindergarten auch über die Autos Gedanken machen und nicht einfach nur eine zweite Gruppe einrichten. Die mit einer zweiten Gruppe einhergehende Mehrbelastung durch Autos und der zunehmende Radverkehr durch Eltern mit Fahrradanhänger seien Argumente für die Temporeduzierung, entgegnete Dirk Jacobs (Grüne Liste).

Am Ende ging der Antrag wie erwähnt einstimmig durch. Der Ball liegt jetzt bei der Unteren Verkehrsbehörde, also dem Landkreis.

Von Philipp Köster

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