Dennoch klares Bekenntnis im Samtgemeinderat zum Streckenerhalt

BTE mehr auf die Finger schauen

Die Firma Schröder-Gas ist derzeit die einzige, die in nennenswertem Umfang die Strecke der Bremen-Thedinghauser-Eisenbahn nutzt.

Samtgemeinde - Der Samtgemeinderat hat gegen die Stimmen der Antragsteller (UBL) und Gruppe FDP/Heinz von Hollen den Antrag abgelehnt, einen Ausstieg der Samtgemeinde als Gesellschafterin der Bremen-Thedinghauser-Eisenbahn zu prüfen – vor dem Hintergrund, dass die BTE seit Jahren defizitär wirtschaftet und Zuschüsse der Samtgemeinde (20-prozentiger Anteilseigner) benötigt.

Rainer Klukowski (UBL) hatte zuvor vorgerechnet: „Von 2011 bis 2016 haben uns die Zuschüsse 310. 000 Euro gekostet, weitere 300. 000 Euro werden in den nächsten Jahren folgen – und das ohne Nutzen.“ Dem pflichtete Dieter Tank (FDP) bei: „Die BTE ist unprofitabel und hat keine Zukunftsstrategie.“

Mit ihrer Kritik an der BTE trafen die Antragsteller durchaus eine offene Wunde, denn unverhohlen wurde auch von mehreren anderen Ratsmitgliedern ein schlechtes Management der BTE mit Blick auf Vermarktung, Auslastung, Befrachtung und sonstiger Nutzung der Strecke moniert.

„So eine Strecke bekommen wir nie wieder“

Das änderte nichts daran, dass am grundsätzlichen Erhalt der Strecke nicht gerüttelt werden soll und selbst der Ausstiegs-Prüfauftrag negativ beschieden wurde.

Bürgermeister Harald Hesse: „So eine Strecke bekommen wir nie wieder, wenn wir sie einmal stillgelegt haben– und das vor dem Hintergrund, dass sich die Verkehrsprobleme im Ballungsraum Bremen mit Sicherheit noch verschärfen werden.“

Das griff Dieter Mensen (Grüne) auf: „Ein Anschluss an das Bremer Straßenbahnnetz, wie jetzt von Stuhr und Weyhe ins Auge gefasst, wäre durchaus eine längerfristige Perspektive.“ Rolf Thies (SPD) und Ralph Landwehr (CDU) regten an, der BTE-Chefetage künftig besser auf die Finger zu schauen.

Stuhr und Weyhe nicht außen vor lassen

Alle Befürworter des Erhalts der Bahnlinie wiesen zudem darauf hin, dass man die Gemeinden Stuhr und Weyhe jetzt nicht plötzlich im Regen stehen lassen könne, nachdem diese in den letzten Jahren den Gleisausbau im Bereich Riede und Thedinghausen maßgeblich mitfinanziert hätten.

Zum Hintergrund: Außer der Nostalgie-Bahn Pingelheini nutzt derzeit lediglich Schröder-Gas in Dibbersen die Strecke (man ist allgemein froh darüber, dass diese Gefahrguttransporte nicht über die Straße laufen). Außerdem steht die Samtgemeinde in Verhandlungen mit einer Firma, die den Bahnhof Riede als Umschlagplatz für per Schiene angelieferte Baumaterialien nutzen will. Ein ähnlicher Antrag für Thedinghausen war von der Kommunalpolitik abgelehnt worden, weil man eine zu große Schmutz- und Lärmbelastung befürchtete – den zusätzlich zu erwartenden Steuereinnahmen zum Trotz.

sp

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