Besucherzahlen steigen an

Neue Gruppe im Jugendzentrum: „Fast wie ein zweites Wohnzimmer“

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Beim Tischkicken sind zum Teil wahre Meister im Jugendzentrum Thedinghausen aktiv. Sozialarbeiterin Lena Krieger (links) spielt hier zusammen mit frühen und jüngeren Besuchern, bevor es am späteren Nachmittag richtig voll wurde und sich auch die Leute von der neuen Besuchergruppe einfanden.

Thedinghausen - Viele aus der neuen Gruppe, die sich etwa seit dem Spätsommer vorigen Jahres im Jugendzentrum (JZ) Thedinghausen wohlfühlt, trafen sich vorher meistens draußen auf der Straße, auf dem Schulhof oder Busbahnhof. Jetzt ist das JZ wie ein zweites Wohnzimmer für sie, wie es bei einer Umfrage jemand äußerte.

Die Besucherzahlen der Einrichtung für junge Leute stiegen damit deutlich an. Rund 30 Kinder und Jugendliche kommen an einem ganz normalen Durchschnittstag und nutzen die Angebote.

Das berichtete Werner Hahn vom JZ-Team jetzt auf der Sitzung des Jugend-, Sport- und Sozialausschusses in Döhling's Gasthaus in Morsum.

Allerdings erfordere die Arbeit mit den „neuen“ Besuchern auch besondere Anstrengungen und systematische Bemühungen, um Vertrauen aufzubauen und Selbstwertgefühle zu stärken.

Fast ohne Ausnahme kämen die Betreffenden nämlich aus gescheiterten Familienstrukturen und brächten auch Problemfelder im Bereich Alkohol und anderer Drogen mit. Dennoch sei es natürlich erfreulich, dass sie im JZ eine neue Heimat gefunden hätten.

Sommerfreizeit und Kickerturnier

Als die großen Aktivitäten des Vorjahres hoben Hahn und seine Sozialarbeiter-Kollegin Lena Krieger in ihren Tätigkeitsberichten die Sommerfreizeit an der Müritz und das landkreisübergreifende Tischkickerturnier im November hervor, bei dem die Thedinghauser Jugendlichen den zweiten Platz belegten.

Ein gemeinsames Weihnachtsessen diente außerdem dem näheren Kennenlernen und der Entwicklung sozialer Beziehungen.

Um die Lebensumstände von manchen der JZ-Nutzer zu verdeutlichen, wies Lena Krieger darauf hin, dass vier von acht Mädchen bei der Müritz-Freizeit zum ersten Mal am Strand waren. Und beim Weihnachtsessen hätten drei der teilnehmenden Mädchen erstmals ein Restaurant von innen gesehen.

Die Sozialarbeiterin, speziell für Mädchenarbeit im JZ zuständig, wies auf einen Umbruch auch in diesem Bereich hin.

Bisherige Gruppe löst sich nach und nach auf

Die bisherige Gruppe löse sich nach und nach auf, da viele der mittlerweile 17- oder 18-Jährigen sich zunehmend auf ihre berufliche Ausbildung konzentrieren und dem JZ fernbleiben.

Als besondere künftige Vorhaben erwähnte Lena Krieger unter anderem ein Theaterprojekt für Mädchen, das sich auch viele gewünscht hätten. Zum Abschluss gibt es eine öffentliche Aufführung.

Zusammen mit Gudewillschul-Sozialarbeiterin Sandra Linge sei zudem ein Projekt zur näheren Erkundung des „Sozialraums Thedinghausen“ angedacht sowie ein Angebot zum Erwerb der „Juleica“– der Jugendleiterkarte. Außerdem startet in Abstimmung mit der für Flüchtlingsarbeit zuständigen Fachkraft Judith Lübke vom Haus auf der Wurth „muslimische Mädchenarbeit“, die von muslimischen Frauen begleitet wird.

Arbeit mit Flüchtlingen im Haus an der Wurth

Die Arbeit mit Flüchtlingen im Jugendzentrum wurde inzwischen komplett eingestellt und ins Haus auf der Wurth verlagert, teilte Werner Hahn noch mit. Auch die Fahrradwerkstatt sei nach drei Jahren weitgehend geschlossen.

Auf entsprechende Nachfrage räumte Hahn ein, dass es bedauerlicherweise keinerlei Zusammenarbeit mehr mit Ulf Roselius, dem Sozialarbeiter in Diensten der Gemeinde, gebe. Zu den Ursachen wolle er sich öffentlich nicht äußern. Keine Probleme gebe es hingegen bei der Kooperation mit Sandra Linge.

Der Fachausschuss nahm die Tätigkeitsberichte der Jugendzentrums--Kräfte dankend zur Kenntnis. 

la

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