Macher mit Lötkolben und Zahlenfaible

Thedinghauser GdS-Vorsitzender Durka hat aufgehört

Winke, winke: Hans-Ludwig Durka ist als GdS-Vorsitzender zurückgetreten
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Winke, winke: Hans-Ludwig Durka ist als GdS-Vorsitzender zurückgetreten.

Thedinghausen – Es war kein spontaner Abschied durch die Hintertür, sondern schon länger geplant. Gut organisiert und strukturiert. Wie Hans-Ludwig Durka nun einmal ist. Zum 31. Mai ist der Morsumer als Vorsitzender der Gemeinschaft der Selbstständigen in Thedinghausen zurückgetreten.

„Bei mir ändert sich in diesem Jahr die erste Ziffer.“ Durka wird 70. Obwohl schon längst im Rentenalter und obwohl er schon eine schwere Erkrankung gemeistert hat, ist er noch als geschäftsführender Gesellschafter in seiner Firma, dem Automatisierungs-Team Tote an der Braunschweiger Straße, aktiv. Doch auch das hat bald ein Ende. Allenfalls als Berater will er dann noch zur Verfügung stehen.

Hans Durka kam vor acht Jahren in den Vorstand. 2013 stieg er zur Vorbereitung der Leistungsschau in den Selbstständigenzusammenschluss mit ein. Nach dem Rückzug von Martin Töhle gab es lange keinen Vorsitzenden. Als zweiter Vorsitzender hat Durka den Job des ersten miterledigt. Und auch nach den Neuwahlen im September 2016 gab es mit ihm nun de facto als Kapitän sowie Andreas Wulf und Thomas Wendt nur einen Rumpfvorstand. „Das reduzierte natürlich die Möglichkeiten.“ Alle Arbeit und Energie flossen in die Vorbereitung und Abwicklung der Märkte und Schauen. Dabei sollte es in einer solchen Gemeinschaft auch um die Unterstützung der Mitgliedsbetriebe gehen, meint er.

Wichtig für den Ort: der Thedinghauser Nikolausmarkt.

Durka hat die Stunden nicht gezählt, die er in dieses Ehrenamt gesteckt hat. „Rechnen Sie doch mal nur fünf bis zehn Minuten Post erledigen täglich aufs Jahr hoch.“ Und das ist längst nicht alles. Allein die Organisation und Durchführung des Thänhuser Marktes sei für ihn weit über das hinaus gegangen, was zum Beispiel der Marktmeister in einem 400-Euro-Job zu stemmen habe: Planung, Sicherheitsanforderungen, Behördengespräche, Kontrolle der Stände, Finanzen – das Aufgabenspektrum ist enorm. Hinzu kommt, dass Durka als studierter Informatiker die gesamte Software für den Markt selbst geschrieben hat.

Aufgewachsen bei Darmstadt („Ich bin immer in der Grube Messel rumgelaufen. Dann hat der Vater geschimpft.“), absolvierte Durka eine Lehre zum Elektromechaniker und schloss ein Studium der Elektrotechnik mit Fachrichtung Informatik an. In der noch in den Kinderschuhen steckenden Computerbranche entwickelte Hans Durka „mit dem Lötkolben in der Hand“ Hard- und Software für Großbäckereien. Die zählen auch heute noch zu den Kunden seiner heutigen Firma. 1993 zog es den Südhessen in den Norden. Seine damalige Kollegin und heutige Frau Karin kam gerne mit, weil ihre Eltern in Soltau lebten. „Wir wohnten hier damals im Hotel Braunschweiger Hof, als Markt war. Dass ich den später mal organisieren würde, finde ich im Nachhinein betrachtet lustig.“

Als ein Mann „mit einem Faible für Zahlen“, den sein Steuerberater wegen seiner Akkuratesse zu seinen Lieblingskunden zählt, machte sich Durka nach der Übernahme der Finanzen in der GdS erstmal an eine genauere Buchhaltung. Fortan wurde jede einzelne Veranstaltung exakt abgerechnet, „und nicht nur am Ende des Jahres ein Strich gezogen und geschaut, was übrig ist“. So kam heraus, dass der Nikolausmarkt ein Zuschussgeschäft ist, aber der GdS und den Leuten sehr wichtig, dass die Leistungsschau Gewinne abwarf und dass sich der Thänhuser Markt trägt.

„Wir haben nur einmal beim Rathaus einen Zuschuss beantragt für Anschaffungen, und dann auch nur ein Drittel davon verwendet.“ Ansonsten müsse der Verein seine Aufwendungen selbst bezahlen können. „Der Staat hat andere Aufgaben, zum Beispiel arme Kinder zu versorgen.“

Apropos Rathaus: Zu den vielen positiven Erinnerungen an seine Zeit als GdS-Vorsitzender zählt der 69-Jährige auch die angenehmen Kontakte zur Verwaltung und zum Bauhof. „Das hat Spaß gemacht.“ Auch mit den Schaustellern ist Durka gut zurechtgekommen. Und wenn ein fliegender Händler mal seinen Stand zu breit oder nicht an der Stelle, die ihm zugewiesen worden war, aufgebaut hatte, gab es halt schnell einen Platzverweis via kurzem Dienstweg über Polizeichef Bernd Junker.

Durka hat seinem kommissarisch amtierenden Nachfolger Wolfgang Golasowski alle Daten übergeben, laut Golasowski einen Kubikmeter. Für den ausgeschiedenen Vorsitzenden ist die Mitarbeit im Vorstand definitiv vorbei. Auch wenn er sich Gedanken gemacht hat, wie der Thänhuser Markt in der abebbenden Pandemie vonstattengehen könnte, und zwar mit einem abgesperrten Einbahnstraßen-Durchlauf, Zugang nur mit Bändchen. „Ich habe mit mir eine Wette abgeschlossen: ob er stattfindet oder nicht.“ Durka verrät nicht, wohin er tendiert.

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