Laura und Lilli Brecht bei Vorführwettbewerb erfolgreich / Kälbchen-Training mit auf dem Hof der Familie Wortmann

Harmonie zwischen Mensch und Tier

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Laura und Lilli Brecht aus Beppen: Ihr harmonischer Umgang mit ihren Kälbchen wurde jetzt bei beim Vorführwettbewerb auf Niedersachsen-Ebene mit Top-Platzierungen belohnt.

Beppen - Man merkt Laura und Lilli Brecht, neun und fünf Jahre alt, noch heute die Aufregung an, wenn sie von ihrem jüngsten großen Auftritt erzählen.

Die Schwestern aus Beppen triumphierten nämlich beim Kälber-Vorführwettbewerb auf Landesebene (Niedersachsen-Cup) in Tarmstedt und landeten gegen große Konkurrenz ganz vorne.

Der Erfolg ist umso erstaunlicher, als dass beide keinen landwirtschaftlichen Hintergrund, geschweige denn einen Hof, haben. Aber zum Glück liegt ja ein großer Bauernhof direkt gegenüber ihres Elternhauses – der von Ingrid und Reiner Wortmann. Hier trifft man sich. Das gilt auch für Melanie Schedler. Die 29-Jährige ist ebenfalls ein Nachbarskind, geht seit Jahren bei den Wortmanns ein und aus und ist mittlerweile absolute Expertin in Sachen Kühen. Dazu gesellen sich noch die Wortmann-Töchter Alena und Johanna sowie die Jungs Lukas Harms, Harm Stubbemann und Leon Firleke. Und allesamt haben ein Faible für Kühe.

Laura und Lilli schauten den „Wortmännern“ bei der Arbeit mit den Tieren über die Schulter, halfen auch mal beim Füttern – und fanden prompt gefallen am Umgang mit dem Milchvieh. „Wir sind ein gutes Team und auch gemeinsam erfolgreich“, meint Ingrid Wortmann.

Von den ersten Kontakten mit dem Milchvieh bis zur Teilnahme an Wettbewerben war es dann nur ein kurzer Weg. Laura nahm bereits mehrfach mit den „geliehenen“ Kälbchen an Vorführwettbewerben teil, für Lilli gab es jetzt die Premiere. Laura landete unter 50 Teilnehmern im Alter von 5 bis 16 Jahren mit „Scarlet“ auf dem ersten Platz, Lilli wurde immerhin Klassensiegerin. Schärpen, Pokale und Schleifen zeugen von dem Triumph.

Bei der Bewertung eines Vorführwettbewerbes kommt es in erster Linie auf die Harmonie und Vertrautheit zwischen Mensch und Tier an. „Die Kälbchen müssen beispielsweise langsam und ruhig gehen und den Kopf nach oben halten“ erläutert Melanie Schedler. „Und auch die Menschen dürfen bei der Vorführung keinen unruhigen Eindruck machen. Das ist vor Publikum gar nicht so einfach.“

Ähnlich wie beim Sport sind diese Eigenschaften durch Training zu erreichen. Laura erzählt: „Zuerst kommen die Kälbchen in einen Extra-Stall, wo sie von uns besonders gefüttert werden, damit sie sich durch den ständigen Kontakt an uns gewöhnen. Dazu gehört auch immer wieder eine Streicheleinheit. Und nach einiger Zeit, wenn sie ein bisschen zahm sind, holen wir die Kälbchen auch mal aus dem Stall. In den zwei Wochen vor einem Wettbewerb wird dann an einem Strick Probegelaufen. Und auch ein bisschen Wissen muss man bei der Prüfung parat haben, beispielsweise über die Abstammung oder eventuelle Besonderheiten der Kälbchen.“

Das Aussehen der Kälbchen spielt beim Wettbewerb keine große Rolle. Schick sollen sie aber trotzdem sein. Und da kommt wieder das gesamte eingespielte Team ins Spiel – ob als Frisör, Schietpicker, Fütterer oder Wäscher. Natürlich werden auch die vorführenden Mädchen „herausgeputzt“. Und wenn das Gesamtpaket stimmt, dann kommen am Ende auch jene Erfolge heraus, über die sich jetzt Laura und Lilli mit ihrer Betreuerin Melanie und dem ganzen Wortmann-Clan freuen.

sp

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