„Lasst eure Freunde nicht allein“

Theater zur Suchtprävention an der Schule mit Botschaft

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Die Wasserpfeife sorgte für den ersten ordentlichen Streit zwischen Anne (Sonja Elisabeth Martens) und Florian (Janning Sobotta).

Thedinghausen - Von Inka Sommerfeld. Den November hat Schulsozialarbeiterin Sandra Linge auserkoren, um Neunt- und Zehntklässler der Thedinghauser Oberschule mit dem Thema „Sucht“ zu konfrontieren.

Den Anfang machte am Mittwoch ein Theaterstück, zu dem Linge den „Weimarer Kulturexpress“, ein freies Jugendtheater im Tourneebetrieb, eingeladen hatte. Die Schauspieler Sonja Elisabeth Martens und Janning Sobotta zeigten als Anne und Florian, wie Drogen Leben und Beziehung zerstören können.

Martens und Sobottas Schauspielkunst standen im Mittelpunkt, sie brauchten nur wenige Requisiten, um Florians Drogenkarriere zu skizzieren. Der Junge steht unter Druck: Er würde am liebsten ein Handwerk erlernen, soll aber nach dem Wunsch seines Vaters Spitzensportler werden.

Bei Freunden kommt er mit Gras in Berührung, das zur Einstiegsdroge wird. „Ich habe nur mal probiert“, „Das macht nicht süchtig“ und „Ich kann jederzeit aufhören“ sind Sätze, die Anne von ihrem Freund zu hören bekommt. Aber nicht glaubt, denn sie bemerkt, dass er sich verändert, je mehr er die Dosis erhöht.

Harte Drogen verändern Menschen deutlich

Die Veränderungen werden gravierend, als er auf die harte Droge Crystal Meth umsteigt. „Ich habe alles im Griff“ und „Ich brauche keine Therapie“ darf sich Anne jetzt anhören. Ihre Beziehung taumelt von einer Krise in die nächste, und das Mädchen versucht zu retten, was zu retten ist. Auch wenn sie zwischendurch mal ihre Sachen packt und den zugedröhnten Florian allein in seinem Zimmer zurücklässt.

Irgendwann in einem kurzen klaren Moment merkt Florian doch, dass er ohne Hilfe nicht von Crystal loskommt. Aber die Sucht hat ihn fest im Griff: „Nur noch ein Mal, dann ist Schluss“, verspricht er Anne, die vor Sorge um ihn fast zergeht. Doch das eine Mal war zuviel. Ob Florian im Koma liegt oder gestorben ist, bleibt der Phantasie der Zuschauer überlassen.

Zu kurz war die Zeit, die Schauspieler und Schüler hatten, um das Stück anschließend zu besprechen. Die wenigen Minuten nutzte Martens für ihren eindringlichen Appell: „Sagt ihr nein zu Drogen, dann bleibt bei eurem Nein. Wenn nur einer in der Gruppe ablehnt, denken vielleicht die anderen darüber nach.“ Für den Fall, dass Freund oder Freundin Drogen konsumieren, riet Martens den Schülern: „Wendet euch an Eltern, Lehrer, Vertrauenslehrer, Schulsozialarbeiter oder an die Suchtberatungsstelle, die euch anonym hilft. Dort könnt ihr auch für eure Freunde hingehen.“ Ganz wichtig sei jedoch: „Lasst eure Freunde nicht allein.“

Im Januar geht es um das Thema Mobbing

Schulsozialarbeiterin Sandra Linge hat weitere Angebote für die Neunt- und Zehntklässler vorbereitet. Beispielsweise hat jede Klasse die Möglichkeit, sich zwei Stunden lang bei der Suchtberatungsstelle über die Gefährlichkeit der Einstiegsdroge Cannabis zu informieren. Zudem bieten Lehrer ihren Schülern Stressmanagement an, und Ex-Werderspieler Uli Borowka liest aus seinem Buch „Volle Pulle“, in dem er über seine frühere Alkoholsucht schreibt. Die öffentliche Lesung findet am kommenden Freitag, 10. November, um 19.30 Uhr statt.

„Wir wollen ins Gespräch kommen, sensibilisieren und aufklären“, sagte Linge. Im Januar will sie ein weiteres Thema anpacken: Dann geht es in den sechsten und siebten Klassen um Mobbing. Und wieder leitet der „Weimarer Kulturexpress“ das Thema um Ausgrenzung und Schikane mit einem Theaterstück ein.

is

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