SPD: Grundbesitzer sollen zahlen

Landwirtschaftliche Straßen in Riede verlottern

Riede - „Wir kommen nicht mehr nach beim Instandhalten der überwiegend von landwirtschaftlichem Verkehr benutzten Wege und Straßen im Bereich der Gemeinde Riede“, machte Harald Lochte (SPD) jetzt auf der Gemeinderatssitzung ein aktuelles Problem öffentlich.

Ein Grund für den Ausbesserungsrückstand laut Bürgermeister Jürgen Winkelmann: Fördertöpfe der EU und des Bundes zur Wege-Erneuerung seien geschlossen worden.

Lochte schlug ebenso wie sein Parteikollege Winkelmann vor, einen örtlichen Wegezweckverband ins Leben zu rufen. Pro Hektar könnten dann Eigentümer landwirtschaftlicher Flächen – nicht die Pächter – mit rund 50 Euro Gebühr zur Kasse gebeten werden. Aus den gesammelten Beiträgen seien die nötigen Ausbesserungen und Erneuerungen zu finanzieren.

Wenn jemand hunderte oder tausende Euro nur aus Verpachtung von Grundstücken einnehme, sei die 50-Euro-Abgabe zumutbar und falle für den Betreffenden kaum ins Gewicht, war Winkelmann überzeugt. Mit solchen gesicherten Einnahmen sei die Straßensituation wieder in den Griff zu bekommen.

Immer mehr Erntefahrten pro Jahr

Früher seien solche Straßen und Wege nicht so schnell kaputt gegangen, weil etwa Getreide nur einmal im Jahr gesät, gespritzt und dann geerntet wurde. Heutzutage werde Gras zum Beispiel fünfmal im Jahr abgeerntet und fünfmal Gülle ausgefahren, Das bringe viel mehr Fahrten und damit für Straßen und Wege ganz andere Belastungen mit sich.

Sie sei jetzt ziemlich auf Krawall gebürstet, kündigte die selbst landwirtschaftlich stark engagierte Anja Clausjohannes-Vöge (CDU) eine heftige Gegenrede an.

Samtgemeinde-Bürgermeister Harald Hesse (Grüne) bremste die Christdemokratin ab. Auch bei diesem Thema sei der „normale Weg“ mit Erarbeiten einer Beratungsgrundlage der Verwaltung sinnvoller als emotionsgeladene Äußerungen, meinte er.

Wenn ein Wegezweckverband bestehe, entscheide allerdings auch dieser Verband und nicht politische Gremien oder die Verwaltung darüber, wo und welche Wege repariert würden, machte Hesse noch geltend.

Abgestimmt wurde über eine Zweckverbandsgründung natürlich noch nicht, und die CDU-Ratsfrau erklärte nach wenigen Minuten, sie habe sich schon wieder abgeregt. Das Thema wird aber bestimmt bald erneut auf der Tagesordnung von Sitzungen in Riede stehen. 

la

Rubriklistenbild: © picture-alliance/ dpa

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