Landesmelkwettbewerb in Lunsen

Vom Ansprechen der Kuh bis zum letzten Tropfen Milch

+
Dr. Michael Hubal aus Thedinghausen-Werder (links), Berater für Melktechnik und Eutergesundheit bei der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, war einer der Wertungsrichter. Seinem fachkundigen Blick entging nichts.

Lunsen - Am Ende dominierte eindeutig das „schwache Geschlecht“. Alle ersten drei Plätze beim Landesmelkwettbewerb in Lunsen gingen an die Damenwelt.

Fünf junge Frauen und sieben Männer aus ganz Niedersachsen hatten sich im Vorfeld für den Wettstreit am Euter, der von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen organisiert wurde, qualifiziert. Der Milchhof Peters stellte für den Wettbewerb das Milchkarussell samt Kühen zur Verfügung. Nach 2010 fand der Vorentscheid als Qualifikation für den Bundeswettbewerb in Achselschwang in Bayern zum zweiten Mal in Lunsen statt. Dr. Michael Hubal aus Werder war einer der acht Juroren. Hubal ist Berater für Melktechnik und Eutergesundheit bei der Landwirtschaftskammer und stellte den Kontakt zum Milchhof Peters her. Torben Peters freute sich über viel Medienrummel. Zahlreiche Radio- und Fernsehsender sowie Journalisten der schreibenden Zunft tummelten sich im Melkstand.

Nach der Theorie-Prüfung mit zwanzig Fragen schloss sich zur Melkzeit am späten Nachmittag der Praxisteil an. Insgesamt musste jeder Teilnehmer sechs Kühe melken. Michael Hubal erzählte, dass unter anderem das Anlegen des Melkgeschirrs, die Hygiene und ein Milchzellentest zur Eutergesundheit von den Teilnehmern erledigt werden müssen. „Vom ersten Ansprechen der Kuh bis zum letzten Tropfen Milch, alles wird nach einem relativ schwierigen Modus bewertet“, erläuterte Organisatorin Heidi Meine-Schwenker.

Nicht jede Kuh ist gleich. So hatte Gastgeber Torben Peters besonders schwierige Kühe am Tag zuvor mit einem Farbstift markiert. Sie wurden dann anders bewertet. „Die Kühe sind schon relativ nervös“, stellte Peters fest. „Die Kühe reagieren manchmal schon darauf, wenn ich mal mit einer andersfarbigen Schürze daher komme“.

Doch dann begann sich das Milchkarussell langsam zu drehen. Die Nervosität bei Mensch und Tier wich der täglichen Routine. „Es ist zu beobachten, dass immer mehr Frauen an diesem Wettbewerb teilnehmen“, meinte Heidi Meine-Schwenker. „Es waren letztendlich nur minimale Unterschiede, die die Platzierung ergeben haben“, bilanzierte Michael Hubal.

Die Ergebnisse: 1.Yvonne Prinzhorn aus Garbsen, Ausbildungsbetrieb Mysegades in Rehburg; 2. Carina Otten aus Geestland-Köhlen, Ausbildungsbetrieb Woltmann in Süderende; 3. Maxi Knoche aus Wedemark, Ausbildungsbetrieb Friedrich-Löffler Institut in Neustadt.

Als alle Teilnehmer durch waren, mussten Torben Peters und sein Team noch die restlichen Kühe der Herde melken. Der Medienrummel hatte sich verzogen. Nur noch ein paar der vielen Schaulustigen auf der Empore beobachteten das Geschehen im Melkstand. Pünktlich zum gemeinsamen Abendessen und der Siegerehrung war Feierabend und die Kühe konnten sich auf einen neuen ganzen normalen Melktag freuen.

ha

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Eskalation: Palästinenser stoppen Kontakt zu Israel

Eskalation: Palästinenser stoppen Kontakt zu Israel

Bilder: Deutsche Frauen holen Sieg gegen Italien

Bilder: Deutsche Frauen holen Sieg gegen Italien

DFB-Frauen auf Kurs EM-Viertelfinale: 2:1 gegen Italien

DFB-Frauen auf Kurs EM-Viertelfinale: 2:1 gegen Italien

Tritt Prinz George in die Fußstapfen seines Vaters? 

Tritt Prinz George in die Fußstapfen seines Vaters? 

Meistgelesene Artikel

Der brennende Mönch: Domfestspiele feiern eine überzeugende Premiere

Der brennende Mönch: Domfestspiele feiern eine überzeugende Premiere

Vom Männerballet bis Lucky Luke: Kirchlinter Schützen feiern unkonventionell

Vom Männerballet bis Lucky Luke: Kirchlinter Schützen feiern unkonventionell

Vorsicht gegenüber der Weser-Robbe

Vorsicht gegenüber der Weser-Robbe

Lautes Gebrüll im Gericht: „Mann, die da waren das!“

Lautes Gebrüll im Gericht: „Mann, die da waren das!“

Kommentare