Kabarettist Pago Balke in Felde

Kunst und Kultur, wo früher die Kühe standen

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Pago Balke (rechts) fühlt sich sichtlich wohl in seinem neuen Domizil am Börtelsdamm in Felde. Hinter der Dielentür verbirgt sich ein Proben- und Vorführungsraum. Das alte Gemäuer beherbergt auch das Atelier (rechts im Bild) seiner Ehefrau Ursula. Heinrich Albers (links) freut sich, dass in seinem Elternhaus mit seiner langen Geschichte wieder Leben herrscht.

Felde - Heinrich Albers gerät ins Schwärmen, wenn er vom besonderen Charme des Hauses berichtet. Man sollte meinen, das liegt daran, dass der 60-Jährige von Beruf Immobilienmakler ist. Doch in diesem Fall ist alles anders.

Hier dreht es sich nämlich um das Elternhaus von Heinrich Albers – selbst mittlerweile seit langen Jahren in Baden wohnend – am Börtelsdamm 10 in Felde. Und in dieses Haus in ziemlicher Abgeschiedenheit ist jetzt Pago Balke, der zuvor 20 Jahre in Riede-Ketsche wohnte, eingezogen. Der bekannte Kabarettist, Entertainer, Sänger und Schauspieler hat sich sofort in das alte Hof-Ensemble verliebt und es seit einigen Monaten gepachtet. Er meint: „Allein schon die Diele mit den rund 300 Jahre alten Holzbalken hat ein besonderes Flair. Dieser historische Rahmen im eigenen Haus – einfach traumhaft.“

Pago Balke hat besonders die alte Diele in seine künstlerische Arbeit mit eingebaut. Ein Vorhang hängt schon vor der „Bühne“. Es fanden bereits kleinere Vorführungen, Konzerte oder Ausstellungen statt – wenngleich die kleine Diele natürlich keinen Konzertsaal oder ein Theater ersetzen kann. „Wir wollen auch keine Konkurrenz für solche Einrichtungen sein. Außerdem wird der Raum hauptsächlich für Proben genutzt. Mein Instrument, die Marimba, hat hier schon einen Platz gefunden.“

„Heini“ Albers ist begeistert, dass jetzt wieder ordentlich Leben in der Bude herrscht, nachdem seine Eltern dort nicht mehr wohnen. Er erklärt dem 63-jährigen Balke, auf welchem Boden dieser sich jetzt bewegt. „Hier links standen die Kühe, auf der rechten Seite das andere Vieh.“

Atelier in früherer Melkkammer

Und Heinrich Albers blickt noch weiter zurück. „Die Hofstelle gibt es seit 1580. Sie ist seitdem in Familienbesitz und gehört derzeit meiner Schwester. Das Hauptgebäude stand ganz früher etwas weiter hinten. Das jetzige Bauernhaus mit seinem Fachwerk wurde dann 1733 gebaut. Seit 1871 lautet der Familienname Albers. Mein Urgroßvater war sogar einmal Bürgermeister in Felde. Unter dem Namen ‘Ootsen op de Loge’ kennen Alteingesessene die Hofstelle noch.“

Der rustikale Charme der alten Diele hat es Pago Balke angetan. Vorhang und Instrumente zeigen: Hier „haust“ ein Künstler.

Das Stichwort „Loge“ ruft prompt den verschmitzten Pago auf den Plan. „Ist doch klar, dass ein Künstler in ein Haus einzieht, das eine Loge hat.“

Mit dem Herrichten der Diele war es allerdings nicht getan. Natürlich wurden auch alle anderen Räumlichkeiten auf Vordermann gebracht. Balke: „Umbau, Renovierung und Sanierung des alten Gemäuers waren eine Heidenarbeit.“ Das Resultat kann sich sehen lassen – nach wie vor bäuerlich anmutende Zimmer mit neuem Holzparkett, rustikalem Charme und bestückt mit vielerlei Kleinoden. „Wir haben auch vieles selbst gemacht“, meint Balke und verweist auf sein handwerkliches Geschick. Mit „wir“ meint er auch seine Ehefrau Ursula. Sie hat sich im Bereich der ehemaligen Melkkammer ihr Atelier eingerichtet, das vorher in Rieder an der Bremer Straße beheimatet war.

Ein „Bauprojekt“ fehlt noch, doch Pago Balke hat in Aussicht gestellt, dass in Kürze an der Straße ein Schild mit der Hausnummer aufgestellt werden soll, damit man das Gehöft auch findet. Schließlich ist immer mal wieder etwas los. So ist für den Herbst bereits eine Marionetten- und Fotoausstellung geplant.

sp

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