Im Landschaftsschutzgebiet an der Rieder Grenze

Eine Kühlbox mit toten Fischen und anderer Müll

Eine Kühltasche mit halb verotteten Fischen und ein Sack voller anderem Müll – deponiert im Rieder Landschaftsschutzgebiet unweit der Gemeindegrenze zu Weyhe.

Riede – Eine offenbar kurzerhand weggeworfene Kühltasche mit frisch gefangenen Fischen gehört neben einem Sack voller Müll zu den jüngsten Fundstücken im Rieder Landschaftsschutzgebiet dicht an der Weyher Gemeindegrenze.

Genauer gesagt waren es mal frisch geangelte Fische gewesen, die jetzt beim Auffinden schon ziemlich angegammelt aussahen und furchtbar stanken, wie der Rieder Bauhofleiter Hartmut Frickmann berichtet. Am Donnerstagvormittag war er mit draußen, um den gesamten Unrat zu beseitigen, auf den ein Besucher des Schutzgebietes hingewiesen hatte. „Im vorigen Jahr haben wir weiter hinten an der Tonkuhle sogar eine komplette Einbauküche gefunden“, erinnert sich der Bauhofleiter.

Der Finder des jetzt zurückgelassenen Unrats möchte aus beruflichen Gründen seinen Namen nicht in der Zeitung lesen. Angler kümmerten sich aber in Zusammenarbeit mit der Gemeinde um die Müllbeseitigung, erläutert er. Das betreffende Gewässer liege im Bereich der Pachtgemeinschaft Weser IV. Die Gemeinde sei sofort zur Hilfe beim Wegräumen bereit gewesen.

Das Gebiet werde oft von Anglern mit ihren Kindern aufgesucht, um dort Ruhe zu finden und den Kleinen einen Aufenthalt „in dem zu ermöglichen, was in der norddeutschen Agrarsteppe noch von der Natur übrig ist“.

In dem Zusammenhang sei es auch schade, dass Menschen zunehmend der Zugang zur Natur durch Gesetze verwehrt werde. „Wie kann man erwarten, dass ein Umweltbewusstsein entsteht, wenn doch der Aufenthalt in derselbigen oft verboten ist?“, fragt dieser Naturfreund und folgert: „Wenn wir Mensch und Natur immer mehr voneinander zu trennen versuchen, sichern wir nicht den Erhalt der letzten Plätze mit hoher Biodiversität, sondern verzögern lediglich ihr Verschwinden“.

Wilde Müllentsorgung sei im Übrigen kein Phänomen nur in Anglergebieten. Ob Parkplatz, Sportplatz, Rastplatz, Grill, Feuer- oder eben Angelstelle – es gebe kaum Orte, an denen nicht im umliegenden Gebüsch Müll zu finden sei. „Wenn wir nicht bereit sind, im kleinen unseren Müll mitzunehmen, wird die gesamte Umweltdebatte zu einer Farce“, schreibt der Entdecker der jüngsten Müllsammlung im Schutzgebiet abschließend.

Auf eine Anzeige gegen Unbekannt hat die Gemeinde laut Frickmann wegen geringer Aussicht auf Ergebnisse übrigens verzichtet. 

la

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