10. Kunstfest des Paares Ursula und Pago Balke ein voller Erfolg / Malerische Atmosphäre auf dem Hof in Felde

Kreativer Sehgenuss im grünen Atelier

Gastgeber Pago Balke mit seiner Lieblingsskulptur: den „Insektenkämpfern“.
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Gastgeber Pago Balke mit seiner Lieblingsskulptur: den „Insektenkämpfern“.

Felde – Unter einer großen Eiche stehend hat der „Gartenwächter“ sein Revier im Blick. Geschaffen hat ihn Ines Bunke aus Riede. Der Rumpf des Wächters war früher Teil eines Weidezauns. Ausrangierte Elektrokabel dienen ihm als Haare und ein alter Topfdeckel als Hut. „Sehr kreativ“, urteilt Martina Nick aus Achim, die gemeinsam mit ihrem Mann Klaus-Peter das Kunstfest auf dem wild-romantischen Hof des Felder Künstlerpaares Ursula und Pago Balke Sonntag besuchte.

Elf Kunstschaffende aus der Region präsentierten im weitläufigen Garten, einem ehemaligen Pferdestall und auf der großzügigen Diele des fast 300 Jahre alten Bauernhauses ihre Werke. Über den Tag verteilt tauchten mehr als 100 Besucher in die malerische Atmosphäre des Hofes ein, „atmeten“ Kunst an der frischen Luft und genossen den Anblick dessen, was die Künstlerinnen und Künstler in der Corona-Pandemie geschaffen hatten und nun endlich dem sich nach Kunst sehnendem Publikum zeigen durften.

Zu sehen gab es allerlei: Skulpturen, Malerei, Fotografie und Porzellankunst. Im weißen Rosenpavillon präsentierte Katharina Bertzbach nackte Kerle. Klein, handlich, praktisch. „Sie sind als Messerbänkchen zu gebrauchen oder können einfach als Hausnackte an die Wand gehängt werden“, schlug die Künstlerin aus Fischerhude lachend vor. Zum moralischen Ausgleich präsentierte sie dem Publikum aber auch brave, blumig bemalte Gefäßkeramik aus französischem Porzellan.

Endlich durfte wieder Kunst „geatmet“ werden.

Draußen auf der großen Wiese schwammen Holzfische der Magelser Künstlerin Melanie Prien, Hofhündin Milla stromerte zwischen den Besuchern hindurch, direkt zu ihrem Herrchen, dem Kabarettisten und Schauspieler Pago Balke. Der hatte die Corona-Zwangspause für neue Kreationen genutzt. Ein Dutzend Fleischermesser zielen auf eine ausgestopfte Eule in ihrer Mitte. „Protestkunst“, sagte Balke, Vegetarier aus Überzeugung. Gegenüber glotzten die „Queen of Gold“ und der „King of lilac hair“ aus einer Stalltür, gekrönt mit altem Holz aus dem Bremer Rathaus. Der Betrachter durfte hier kreativ deuten, denn Balke bekannte ehrlich: „Nicht alles entsteht mit einem festen Sinn. Ich fang irgendwo an und weiß nicht, wo es endet“. Seine Lieblingsskulptur sind die „Insektenkämpfer“, entstanden aus Handsägen und Scheren vom Flohmarkt. Eine alte Bahnschwelle gibt ihnen Halt.

Ursula Balke zeigte sich begeistert von der Kunstschau auf ihrem Hof. „Ich bin mit der Stimmung sehr zufrieden. Ich versuche, auch immer wieder andere Künstler einzuladen.“ Im Stall hinter ihr grüßte eine bunte Kuhantilope die eintretenden Besucher. Ein mannshoher bunter Hahn thronte auf einem Strohballen, nur wenige Meter weiter schaute ein Dinosaurier, das Maul aufreißend, in den Raum. „Alles aus reinem Papier“, erklärte Ursula Balke. Die Skulpturen stammen vom Bassumer Alfred Meyer. „Drei Jahre habe ich ihn angebettelt, dass er bei uns ausstellt. Jetzt hat es geklappt“, freute sie sich.  cse

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