Klärwerk in Eißel mit guter Energiebilanz / Sitzung des Abwasserzweckverbandes

Erzeugter Strom treibt sogar eigenes Elektro-Auto an

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Klärwerk-Leiter Heinfried Maaß vor dem neuen Elektro-Auto, das natürlich mit selbst erzeugtem Strom betrieben wird.

Thedinghausen/Samtgemeinde - Der Abwasserzweckverband Thedinghausen/Bruchhausen-Vilsen hat 2015 sparsam gewirtschaftet. Rund 170000 Euro wurden für verschiedene Baumaßnahmen nicht ausgegeben.

Das Geld fließt aber nicht an die Gebührenzahler zurück, sondern wird aufs Sparbuch gelegt. Der Hintergrund: In wenigen Jahren steht im Klärwerk Eißel die sehr teure Sanierung (vielleicht sogar ein Neubau) des 34 Jahre alten Faulturms auf der Agenda.

Klärwerk-Leiter Heinfried Maaß gab im Rahmen der Verbandsversammlung seinen Betriebsbericht 2015 ab.

So ist die Abwassermenge im Vergleich zum Vorjahr leicht gestiegen (gesamt: 1810 000 Kubikmeter, Thedinghausen 623 000 Kubikmeter, Br.-Vilsen 1186000 Kubikmeter). Damit bewegt sich das Klärwerk in Eißel gegen den Bundestrend, denn allgemein spart die Bevölkerung Wasser ein. Die Fäkalschlammannahme (meist aus Kleinkläranlagen) sinkt stetig, weil immer mehr Haushalte an das Kanalnetz angeschlossen werden.

Der Faulturm hat soviel Biogas erzeugt, dass damit 700000 Kilowatt Strom im Blockheizkraftwerk (BHKW) produziert werden konnte. Gleichzeitig werden im BHKW 1,4 Millionen Kilowatt Wärme erzeugt, womit der komplette Wärmebedarf des Betriebes abgedeckt wird. Außerdem wird damit der Klärschlamm getrocknet.

Die Energiebilanz des Klärwerkes ist vergleichsweise gut, das heißt, dass 70 bis 75 Prozent des eigenen Strombedarfs selbst abgedeckt werden können. Gut in die ökologische Bilanz passt in diesem Zusammenhang, dass das neue Dienstfahrzeug ein Elektro-Auto ist, das natürlich mit selbst produziertem Strom fährt. Im letzten Monat wurde für 14000 Euro ein gebrauchter Renault-Kangoo angeschafft.

Der anfallende Klärschlamm wurde in diesem Jahr zu 100 Prozent landwirtschaftlich ausgebracht – zum Großteil flüssig, in kleineren Mengen auch getrocknet oder gepresst. Heinfried Maaß wies allerdings darauf hin, dass die Klärschlamm-Entsorgung in den kommenden Jahren schwieriger werden dürfte. Das liegt unter anderem an der Erhöhung von Grenzwerten und der Novellierung der Düngemittelverordnung.

Mit Blick auf eine ständige technische Optimierung und die ins Haus stehenden verschärften gesetzlichen Vorgaben wurde in der Abwasserzweckverbandssitzung, die am Montag im Thedinghauser Rathaus stattfand, darüber nachgedacht, eine neue Klärschlamm-Trocknungshalle zu errichten. Trockengut beansprucht deutlich weniger Volumen und damit teure Transportkapazität.

Fest steht bereits, dass in 2016 ein neues Blockheizkraftwerk gebaut wird (das alte ist abgängig), um die Eigenstromversorgung auf 100 Prozent zu steigern und auch zusätzliche Wärme für die Klärschlammtrocknung zur Verfügung zu haben. Im Haushalt stehen dafür 150000 Euro bereit.

Insgesamt umfasst der Haushalt 2015 ein Volumen von knapp 1,7 Millionen Euro. Eine Darlehensaufnahme ist für das kommenden Jahr nicht nötig.

Und die gute Nachricht für den Verbraucher: Die Abwassergebühren bleiben stabil (2,25 Euro pro Kubikmeter).

sp

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