Gemeinderat verabschiedet Zahlenwerk für 2020

Kitas belasten den Haushalt

Die Gemeinde Thedinghausen steht trotz eines Minus im 2020er-Haushalt vergleichsweise gut da. Foto: sp

Thedinghausen – „Wir hatten schon einmal bessere Zahlen, aber es gibt keinen Grund nervös zu werden.“ Diese Kurzanalyse von Gemeindedirektor Harald Hesse beschrieb am Dienstagabend im Rahmen der Sitzung des Thedinghauser Rates im Gasthaus Niedersachsen den Haushaltsentwurf 2020.

Zur Erläuterung: Der Haushaltsplan weist ein prognostiziertes Minus von 567 000 Euro aus. Dem stehen allerdings noch Rücklagen in Höhe von rund 2,7 Millionen Euro gegenüber (Stand Ende 2019). Die Gemeinde ist schuldenfrei.

Eine Kreditaufnahme ist nicht erforderlich. Bei einem Gesamtvolumen von rund 11 Millionen Euro fallen auf der Ausgabenseite gestiegene Kosten für die Kitas ins Auge – jetzt knapp 2,4 Euro (2019 noch 2,05 Millionen Euro.). Insgesamt beträgt das Minus im Kindergartenbereich, inklusive Sachkosten und Abschreibungen, 1,47 Millionen Euro – allerdings fließen in diesem Sektor auch Zuschüsse. Harald Hesse: „In Kürze stehen Verhandlungen mit dem Land über die Auszahlung von Härtefallgeldern an. Schließlich ist das Land ursächlich Schuld an dem erhöhten Finanzbedarf im Kindergartenbereich.“

Weitere größere Posten auf der Ausgabenseite sind das Personal (inklusive Kindergarten) mit knapp über zwei Millionen Euro, Abgaben an übergeordnete Verwaltungseinheiten in Höhe von 7,5 Millionen Euro (unter anderem 3,9 Millionen an den Kreis, 2,9 Millionen an die Samtgemeine), die Gewerbesteuerumlage (272 000 Euro), Unterhaltungsmaßnahmen (570 000 Euro) sowie Investitionen von 1,7 Millionen Euro (beispielsweise Grunderwerb und Regenwasserkanalsanierung).

Die Einnahmen werden vorwiegend gespeist aus Steuern 8,6 Millionen Euro, Zuwendungen in Höhe von rund 1,1 Millionen Euro (Land, Kreis, Samtgemeinde), Konzessionsabgaben der Energieversorger (250 000 Euro) und Gebühren (143 000 Euro.)

Arno Thalmann (CDU) kommentierte das Zahlenwerk: „Ein vernünftiger Haushalt. Es war im Vorjahr eine richtige Entscheidung, die kommunalen Steuern anzuheben. Das hilft uns jetzt, weil wir ein vergleichsweise erträgliches Minus und gleichzeitig einen guten Puffer haben.“

Auch Anke Fahrenholz fand für die SPD lobende Worte: „Wir können mit diesem Haushalt gut leben, weil das Geld sinnvoll und zukunftsweisend ausgegeben wird.“ Christiane Siemer (Grüne) meinte: „Die Zahlen passen. Die Gemeinde erfüllt 2020, wie auch in den Jahren zuvor, nicht nur ihre Pflichtaufgaben, sondern leistet in fast allen Gesellschaftsbereichen deutlich mehr.“ Siemer regte an, gegen das Land zu klagen, wenn es seinen Zahlungsverpflichtungen in Sachen Kindergartengebühren nicht nachkomme.

„Zähneknirschend“, so Wolfgang Kaib, stimme die Gruppe FDP/von Hollen zu, weil eine Trendwende beim Rücklagenabbau nicht absehbar sei. Gegenstimmen gab es von der UBL. Gabriele Artelt-Marquardt: „Die negativen Zahlen bedeuten mittel- und langfristig eine Gefahr für die Gemeinde.“ sp

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Angriffe auf Tel Aviv - Netanjahu: Gaza-Einsatz geht weiter

Angriffe auf Tel Aviv - Netanjahu: Gaza-Einsatz geht weiter

Israel greift Hamas-Tunnel an - Feuerpause nicht in Sicht

Israel greift Hamas-Tunnel an - Feuerpause nicht in Sicht

Bundesregierung: „Antisemitische Kundgebungen nicht dulden“

Bundesregierung: „Antisemitische Kundgebungen nicht dulden“

Rund 1750 Raketenabschüsse auf Israel - Viele Tote in Gaza

Rund 1750 Raketenabschüsse auf Israel - Viele Tote in Gaza

Meistgelesene Artikel

Verden plant 15 Maßnahmen für Fußgängerzone

Verden plant 15 Maßnahmen für Fußgängerzone

Verden plant 15 Maßnahmen für Fußgängerzone
Verdener Fördertopf für Lastenfahrräder schon erschöpft

Verdener Fördertopf für Lastenfahrräder schon erschöpft

Verdener Fördertopf für Lastenfahrräder schon erschöpft
Achimer Pastor schlägt Alarm: „Menschen in meiner Heimat Indien sterben wie Tiere“

Achimer Pastor schlägt Alarm: „Menschen in meiner Heimat Indien sterben wie Tiere“

Achimer Pastor schlägt Alarm: „Menschen in meiner Heimat Indien sterben wie Tiere“

Kommentare