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Kirchengemeinde und Flüchtlingsinitiative Welcome Thedinghausen starten gemeinsam durch

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Von: Judith Tausendfreund

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Cathrin Schley und Petra Hille-Dallmeyer (v.l.) öffnen schon mal symbolisch die Tür im Haus auf der Wurth.
Cathrin Schley und Petra Hille-Dallmeyer (v.l.) öffnen schon mal symbolisch die Tür im Haus auf der Wurth. © Tausendfreund

Thedinghausen – Schon seit Jahren arbeitet die Initiative Welcome Thedinghausen, die Flüchtlingen das Ankommen im Ort erleichtern soll, mit der Kirchengemeinde Thedinghausen zusammen. So war sie 2014 auch Gründungsmitglied der Initiative. „Da wir als Initiative über keine Rechtsform in Sinne eines Vereins verfügen, hatte die Kirchengemeinde von Beginn bei bestimmten Anliegen die Trägerschaft übernommen“, erklärt Petra Hille-Dallmeyer vom Orga-Team der Initiative rückblickend.

Aus der ursprünglich „reinen“ Flüchtlingsarbeit sei inzwischen vielfache Gemeinwesenarbeit geworden. „Wir haben schnell gemerkt, wie wichtig Kontakte zwischen Anwohnern und Neu-Anwohnern sind“, so Hille-Dallmeyer.

Diese Begegnungsarbeit wollen die Beteiligten schon länger deutlich ausbauen. Fast schon durch ein kleines Wunder kann dies nun endlich realisiert werden. Denn nun ist es allen Beteiligten gelungen, eine sogenannte LAG-Förderung in Höhe von 180 000 Euro zu bekommen, die Gelder kommen vom Land Niedersachsen. Dadurch kann nun für drei Jahre eine volle, hauptamtliche Stelle finanziert werden, die für die Umsetzung des Vorhabens sorgen kann.

Die Vorbereitungen laufen seit Jahren. Schon 2018 stellten die Beteiligten einen Antrag bei der Fernsehlotterie. Dieser Antrag wurde bewilligt, so konnte für ein Jahr eine halbe Stelle geschaffen werden, die dann mit der Diplom-Psychologin Judith Allerheiligen besetzt wurde. Diese kannte die Begebenheiten und viele Menschen vor Ort bereits und entwickelte ein Konzept, wie die Begegnungsarbeit vor Ort weiter mit Leben gefüllt werden kann.

Durch Corona verzögerte sich der Beginn der Projektarbeit – in der Zeit zwischen September 2020 und August 2021 entstand so aber ein umfangreicher Plan. „Das Konzept wurde von Allerheiligen gemeinsam mit Anke Fahrenholz (SPD), Ralph Landwehr (CDU) und weiteren Mitgliedern aus der Initiative Welcome erarbeitet“, schildert Pastorin Cathrin Schley. So habe eine ganze Gruppe die Konzepterstellung begleitet. Als alles soweit fertig war, wollten die Initiatoren bei der Fernsehlotterie einen Folgeantrag stellen. „Leider waren inzwischen die Bedingungen geändert worden, es stellte sich heraus, dass die Kirchengemeinde nicht mehr antragsberechtigt war“, so Schley. Ein herber Rückschlag: „Wir waren unheimlich gefrustet“, erklärt Hille-Dallmeyer. Inhaltlich wäre das Konzept sehr gut angekommen – die geänderten Rahmenbedingungen waren ein Schock.

Doch zum Glück erfuhren die Beteiligten vom „Wettbewerb ‘Gute Nachbarschaft’“, der eine Förderung von Maßnahmen der Gemeinwesenarbeit und des Quartiersmanagements ermöglicht. Kurzerhand wurde das Konzept umgeschrieben und diesmal klappte es – dem Antrag wurde stattgegeben. Neben der vollen Stelle können Sachkosten und Honorar finanziert werden, schon ab Oktober kann es losgehen.

Erste Ideen, was vor Ort von Nöten ist, wurden bereits gesammelt. So gab es Experteninterviews und auch eine Bürgerbefragung. „Es geht in Zukunft auch darum, eine Struktur für die möglichen Angebote zu erstellen und die verschiedenen Kooperationspartner unter einen Hut zu bringen“, erläutert Hille-Dallmeyer die nächsten Schritte. Ideen seien reichlich vorhanden, dennoch brauche es eine hauptamtliche Arbeitskraft, diese dann mit Leben zu füllen. Das Ziel sei es, Begegnungen zu ermöglichen, dabei aber vor allem Menschen zu unterstützen, die eher Probleme haben, in der Gesellschaft integriert zu leben.

Verortet wird die neue Stelle zunächst einmal im kommunalen Haus auf der Wurth, Bürgerstraße 23. Hier soll eine Anlaufstelle für Bewohner geschaffen werden, die Beratung, aber auch Vernetzung bietet. „Die Arbeit unserer Initiative ist aber nicht hier auf das Haus beschränkt“, ergänzt Schley. Die Räume dort seien zwar gut geeignet, aber auch klein. „Das Haus ist ein Teil unserer Initiative und die Initiative ist ein Teil des Hauses, dennoch ist beides nicht deckungsgleich“, beschreibt Hille-Dallmeyer die wechselseitige Beziehung – so oder so wird sich sicherlich in den kommenden Jahren noch vieles Weitere entwickeln. Am Ende soll ein inklusives Kultur- und Begegnungszentrum für alle entstehen. Dabei steht die gegenseitige Akzeptanz ganz oben auf der Agenda.

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