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Blender: Kindergarten-Essen verteuert sich extrem

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Von: Heinrich Laue

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Für das Mittagessen im Kindergarten hat die Gemeinde Blender einen neuen Anbieter – und der ist wesentlich teurer. Weil dies den Gemeindehaushalt erheblich belasten würde, soll das Thema im Sozialausschuss erneut beraten werden. Symbolfoto: dpa
Für das Mittagessen im Kindergarten hat die Gemeinde Blender einen neuen Anbieter – und der ist wesentlich teurer. Weil dies den Gemeindehaushalt erheblich belasten würde, soll das Thema im Sozialausschuss erneut beraten werden. Symbolfoto: dpa © dpa

Blender – Rund 100 Prozent teurer wird das Mittagessen im Kindergarten Blender nach einem Anbieterwechsel. 46 500 Euro zusätzlich wären von der Gemeinde bereitzustellen. Das brachte vor allem Holger Haßfeld (Gruppe JWB/SPD) während der Ratssitzung in der Grundschule auf die Palme. „Mit diesem Geld könnten wir fast unser gesamtes Haushaltsminus ausgleichen“, empörte er sich.

Vor allem sei die Gemeinde Blender selbst nicht einbezogen worden bei der Entscheidung über die Neuvergabe der Essensversorgung für Grundschule und Kindergarten. Festgelegt wurde alles auf Samtgemeinde-Ebene, wobei diese in Schulangelegenheiten auch zuständig ist.

„Ist diese Art der Vergabe rechtens und muss das jetzt so bleiben?“ fragte Haßfeld. Bürgermeister Patrick Rott (CDU) unterstützte die Anregung, das Thema im Sozialausschuss neu zu beraten. Mit der Mehrheit von sechs Stimmen bei vier Gegenstimmen beschloss dies der Rat. Die 45 000 Euro sollen vorerst im Haushalt mit Sperrvermerk versehen werden.

Bauamtsleiter Frank Bielefeld – „ich war ja vorgewarnt“ – war zuvor auf Hintergründe eingegangen. Es habe Probleme gegeben, einen Caterer allein für die Schule zu finden. Grundlage der Ausschreibung seien deshalb eine höhere Anzahl von Essen, jedoch auch festgelegte Qualitätskriterien und somit „etwas höhere Preise“ gewesen.

Bei der ersten Ausschreibung habe es gar keine Interessenten gegeben und bei der darauffolgenden zwei. Das günstigere Angebot entsprach aber nicht den Qualitätsanforderungen, und so habe sich der Samtgemeindeausschuss für das teurere entschieden, „um überhaupt jemanden zu bekommen“. Vergaberechtlich sei dieses Vorgehen „absolut sauber“, aber aus Sicht des Auftraggebers natürlich nicht so toll.

Die Samtgemeinde habe ohne Vertretungsvollmacht der Gemeinde Blender gehandelt, räumte der Bauamtsleiter ein. Hätte sie aber den Bewerbern abgesagt, gebe es kein Mittagessen für die Kiga-Kinder in Blender mehr. Beim einen Angebot habe es sich um „reine Ausgabeküche“ gehandelt, während das zweite auch frische Zubereitung, Bio-Produkte, täglich Rohkost, dreimal wöchentlich Gemüse und jeweils ein Dessert umfasse.

Das passe doch gut und sei auf jeden Fall besser für die Kinder als ein „aufgewärmtes Irgendwas“, fand Gitta Stahl (Grüne Liste). Sie plädierte dafür, die Elternschaft nun bei der Beratung im Sozialausschuss mit anzuhören. Rott teilte auf Nachfrage aus dem Rat noch mit, dass der Vertrag mit dem Caterer eine Laufzeit von zwei Jahren mit Aussicht auf Verlängerung vorsehe.

Der von Frank Bielefeld erläuterte aktuelle Haushaltsentwurf der Gemeinde Blender weist ein Minus von 57 000 Euro aus. Er bleibt damit um 60 000 Euro unter dem geplanten Ansatz, und allein bei den Gewerbesteuern war ein Einnahmeeinbruch von 70 000 Euro zu verkraften. Auf der anderen Seite wurde auch kräftig gespart: 37 000 Euro weniger Ausgaben gab es im Bereich Straßenbau und Personalwesen. Das Minus am Ende ist durch Überschuss-Rücklagen von etwa 1,2 Millionen aus den Vorjahren abgesichert. Die Gemeinde komme so auch weiterhin ohne neue Kredite aus, hob Bürgermeister Rott hervor. „Aber das Hemd wird doch langsam enger“, machte er deutlich.

Sarah Baalk (CDU) sah es ebenso, hofft aber mit der Entspannung in Sachen Corona auch auf eine künftig wieder positive Entwicklung der Haushaltslage in Blender.

Einstimmig verabschiedete der Rat schließlich den Haushaltsplan 2022 samt Finanzplanung und Stellenplan. Dank gab es von mehreren Seiten an Kämmerin Bianca Rahlmann und ihr Team für die sorgfältige Erstellung des Etats. An der Sitzung hatte die Kämmerin nicht teilnehmen können.

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