„Kindergärten fressen uns auf“

Thedinghauser Bauausschuss berät über Etat 2020 angesichts eines Defizits

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Der Brinkkampsweg ist streckenweise „abgängig“, wie es im Fachjargon der Straßenbauer heißt.

Thedinghausen - Leicht gedrückte Stimmung herrschte jetzt im Thedinghauser Bauausschuss, der im Dörphus Wulmstorf tagte. Bei den Beratungen zum Haushalt 2020 wies Verwaltungsmitarbeiter Frank Bielefeld auf ein Defizit von einer halben Million Euro im Ergebnishaushalt hin. „In der Regel wird es am Ende nicht so schlimm. Aber es sieht zurzeit nicht rosig aus.“ Und das, obwohl er sich im Vorfeld schon mit den Fraktionsvorsitzenden getroffen hatte, um zu gucken, was vielleicht noch streich- oder verschiebbar wäre.

Dicke Batzen im Etat sind meist Unterhaltungsmaßnahmen und komplette Herrichtungen von Straßen beziehungsweise von Teilstücken, etwa die insgesamt rund 280 000 Euro für den Brinkkampsweg in Werder und den Kuhweidenweg in Wulmstorf. Dort steht laut Bielefeld jeweils die Erneuerung auf etwa 400 Metern an, wenn aber wohl auch nicht mehr in diesem Jahr. Immerhin sind pro Straße 10 000 Planungskosten vorgesehen.

Dieter Mensen von den Grünen sagte, beide Maßnahmen seien zu groß geplant. „Man sollte lieber ein Schild aufstellen: Durchfahrt verboten außer für die Landwirtschaft“. Er sieht nicht ein, warum für Wirtschaftswege „für drei Bauern“ so viel Geld aufgewendet werden sollte. Bürgermeister Thomas Metz (CDU) sagte, Etatberatungen glichen einem Tischdeckenziehen. „Jetzt ziehen wir an der Seite Straßenbau.“ Angesichts des hohen Defizits seine „keine großen Straßenerhaltungsmaßnahmen durchführbar“. Sein Parteikollege Heiner Schröder gab zu bedenken, dass die Steuereinnahmen zwar hoch seien. „Aber die Kindergärten fressen uns auf“. Auch Ausschussvorsitzender Arno Thalmann (CDU) fand die Kalkulationskosten für den Ausbau der beiden Straßen zu hoch. Heinz von Hollen (Gruppe von Hollen / FDP) sagte, es müsse bei den Straßen auch mal angefangen werden. „Wir müssen auch mal etwas schier machen, wie die jungen Leute heute sagen.“ Das sieht auch Frank Bielefeld so. Gegenüber dieser Zeitung sagte er im Nachgang, es handele sich um rege genutzte Radwege. „Es ist gefährlich, da lang zu fahren. Wir haben schließlich eine Verkehrssicherungspflicht.“

Zu hoch fand Schröder auch die pauschal angesetzten Kosten für die Straßenbeleuchtung in Höhe von 18 500 Euro. Eine Ersparnis von 1 600 Euro gegenüber dem Vorjahr sei zu wenig angesichts der Umstellung auf LED-Leuchtmittel. „Dann hätten wir uns das sparen können.“ Das war auch Daniel Strassner (Unabhängige Bürgerliste) aufgestoßen, der vor diesem Hintergrund bezweifelte, dass sich die Investition von rund 100 000 Euro für die Umstellung amortisiere. Bielefeld musste passen, versprach aber, die Hintergründe der damaligen Kostenkalkulation nachzuliefern.

Am Ende der zweistündigen Sitzung empfahl das Gremium den Entwurf einstimmig. Darin enthalten sind auch 67 000 Euro für die Verkehrsberuhigung der Bürgerstraße und Planungskosten für eine Querungshilfe in Werder.

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