Neubauten bereits ausgelastet

„Kinderflut“: Riesenandrang auf die Krippen

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Die Krippen in der Samtgemeinde, hier Riede, sind derzeit randvoll. Für das kommende Jahr versuchen Politik und Verwaltung unter anderem durch die Schaffung neuer Plätze Abhilfe zu schaffen.

Samtgemeinde - Eigentlich herrscht in Politik und Verwaltung der Samtgemeinde Freude darüber, dass die zahlreichen Neubaugebiete gut angenommen wurden und werden – eine Erhöhung der Einwohnerzahl inklusive. Doch dieser Boom, vorwiegend junge Familen, bringt auch Probleme mit sich.

Die Krippen platzen aus allen Nähten. „Alle Krippen sind derzeit randvoll. Es gibt Wartelisten“, erklärt hierzu auf Nachfrage Renate Dunker vom Sozialamt der Samtgemeinde, die aber darauf hinweist, dass im laufenden Kindergartenjahr alle Unterbringungswünsche erfüllt werden konnten – allerdings mit einer Einschränkung. 

Renate Dunker: „Kinder, die während des laufenden Betriebes nachträglich angemeldet worden sind, konnten aus Kapazitätsgründen nicht alle berücksichtigt werden. Wir können es uns aus Platz-, Kosten- und Personalgründen nicht leisten, auf Verdacht Gruppen nur halbvoll an den Start gehen zu lassen.“

Abhilfe für kommende Saison

Für die kommende Kindergartensaison sinnen die Verantwortlichen auf Abhilfe. Die Zahl der Krippen-Plätze wird erhöht. Derzeit stehen für diese „Knirpse“ im Alter von ein bis drei Jahren, die in der Krippe oftmals noch gewickelt werden müssen und die dort gegebenenfalls auch ihren Mittagsschlaf halten, im Bereich der Samtgemeinde 135 Plätze zur Verfügung. 

Das sind im kommunalen Kindergarten Blender 15, bei den Werder-Wichteln in Morsum 15 sowie in Thedinghausen 15 bei den kommunalen Erbhoflöwen, 15 im Lebenshilfe-Kindergarten und 25 bei den Wichteln. Dazu kommen 30 Plätze im kommunalen Kindergarten in Riede und 20 bei den Wichteln in Emtinghausen.

Diese Platzzahl wird zum kommenden Kindergartenjahr (nach den Sommerferien) aufgestockt. Laut Beschluss des Samtgemeindeausschusses können die Werder-Wichtel in Riede eine neue Gruppe für 15 „Knirpse“ aufmachen – in Privaträumen an der Straße „Auf dem Felde“. 

Lebenshilfe richtet neue Plätze ein

In Thedinghausen wird demzufolge die Lebenshilfe im Komplex an der Schulstraße insgesamt 15 neue Plätze einrichten. Renate Dunker: „Man darf dabei nicht vergessen, dass wir gerade erst die Krippenneubauten in Riede und am Thedinghauser Kindergarten mit großem finanziellen Engagement fertiggestellt haben.“

Ob die Aufstockung reicht, um alle „Kandidaten“ auch unterzubringen, steht noch in den Sternen. Die Anmeldefrist läuft Ende des Monats aus. Erst dann stehen die endgültigen Zahlen fest. Soviel steht aber fest: Es wird eng, wobei es im Extremfall auch passieren könnte, dass Eltern ein Platz im Nachbarort (in der Samtgemeinde) für ihren Sprössling zugewiesen wird. 

Hinter vorgehaltener Hand wird in diesem Zusammenhang übrigens immer wieder Kritik an der Entscheidung laut, durch den Neubau der Erbhoflöwen-Krippe gerade einmal zwei mickrige Plätze zusätzlich geschaffen zu haben – anstatt für unwesentlich mehr Geld in Thedinghausen gleich eine komplett neue Krippe, beispielsweise im Neubaugebiet Illmer, zu errichten.

Vergabe nach festgelegten Kriterien

Die Vergabe der Krippenplätze erfolgt übrigens nach genau festgelegten Kriterien. Wer keinen Platz erhält, dem bleibt am Ende nur die Klage, denn eigentlich steht jedem Kind ab dem 1. Lebensjahr nach Gesetzeslage ein Krippenplatz zu. „Wir sind guter Dinge, dass wir ein ausreichendes Angebot schaffen können“, meint dazu Renate Dunker, die in diesem Zusammenhang feststellt. 

„Natürlich kennen wir im Rathaus die Geburtenzahlen. Aber gerade im Krippenbereich ist es sehr schwer zu prognostizieren, wieviele Eltern dieses kostenpflichtige Angebot auch wirklich nutzen. In Blender beispielsweise war man vor Jahresfrist noch froh über jeden Zugang, und jetzt gibt es urplötzlich zu viele Interessenten.“

An der Lösung des Krippen-Problems hängt übrigens ein Rattenschwanz. Denn die ganz Kleinen werden schnell größer und brauchen dann einen Kindergartenplatz. Dieser wird, wenn man den Versprechungen der niedersächsischen Regierungsparteien Glauben schenkt, demnächst kostenlos sein (über die Modalitäten, vor allem finanzielle Aspekte, wird zwischen Land und Kommunen noch gestritten). 

Dann werden unter Umständen wieder Räumlichkeiten sowie Erzieherinen und Erzieher, die auf dem hart umkämpften Job-Markt in diesem Bereich nur schwer zu finden sind, benötigt. Auch so genannte Bufdis, die durchaus Lücken füllen könnten, sind eher rar. Die Sache bleibt also in Bewegung und wird Politik und Verwaltung weiter beschäftigen.

sp

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