Führung durch den Thedinghauser Baumpark zeigt eine faszinierende Vielfalt

Kaum ein Blatt wie das andere

Führung im Thedinghauser Baumpark: Perdita Fricke (vorne) erläutert einigen Teilnehmern, hier Ina und Werner Voß aus Kirchlinteln, Herkunft und individuelle Merkmale wie Blattform oder Fruchtstand der Bäume.
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Führung im Thedinghauser Baumpark: Perdita Fricke (vorne) erläutert einigen Teilnehmern, hier Ina und Werner Voß aus Kirchlinteln, Herkunft und individuelle Merkmale wie Blattform oder Fruchtstand der Bäume.

Thedinghausen – Mehrmals im Jahr lädt die Tourist-Information zur „Baumkundlichen Führung“ durch den Baumpark (Arboretum) am Thedinghauser Schloss Erbhof – manchmal auf Anfrage für private Gruppen, aber auch regelmäßig zu öffentlichen Terminen.

So auch am vergangenen Mittwochvormittag, an dem Rathausmitarbeiterin Perdita Fricke ganz bezaubernde Einblicke in die herbstlich gekleideten, heimischen und exotischen Bäume (Arbore) lieferte. „Jede Jahreszeit hat ihre Besonderheit“, erklärt die Diplomgeographin, „der Sommer ist eigentlich die langweiligste Zeit.“

Seit 2005 bietet Perdita Fricke naturpädagogische Führungen an, zunächst nur für Kinder, aber ab 2008 auch für interessierte Erwachsene. Nur wenige Menschen sind derart vertraut wie sie mit den Eigenarten und der jeweiligen Schönheit der hölzernen Gewächse, die eine Gruppe Ehrenamtlicher mit Baumpark-Initiator Hans Schröder an der Spitze dort seit rund 15 Jahren aus den europäischen Nachbarländern zusammengetragen hat und pflegt.

Inzwischen sind auf dem elf Hektar großen Areal 450 verschiedene Arten aus insgesamt 71 Baumgattungen der gemäßigten Breiten beheimatet. Finanziert wird die Anlage im Wesentlichen über Stiftungsgelder und Spenden. „Die Bäume sind weitestgehend sich selbst überlassen“, erklärt die Tour-Leiterin, „nur in den zwei zurückliegenden sehr trockenen Sommerperioden wurden sie mehrmals ausgiebig gewässert.“ Die Pflege der Grünflächen liege hingegen in der Hand der Bauhofmitarbeiter.

Die Besonderheit der „Sammlung“ bestehe darin, so erfahren die Teilnehmer, dass jeder Baum über ausreichend Platz verfüge, um sich frei entfalten zu können. Der Nachteil sei, dass sie auf den Schutz eines dichten Waldes verzichten müssen und den Klimareizen bedingungslos ausgesetzt sind.

Nicht alle Pflanzen kommen mit den Gegebenheiten zurecht, und in diesem Sinne sei der Park ein großer Feldversuch. „Die Standortansprüche der jeweiligen Art werden nicht immer erfüllt“, weiß Perdita Fricke, „es wird sich zeigen, welche exotischen Bäume hier heimisch werden können und sich den verändernden klimatischen Bedingungen erfolgreich anpassen.“

Während des anderthalbstündigen Rundganges führt Perdita Fricke ihre Gäste entlang der Zierapfel-Allee („im Frühjahr eine Augenweide“) vorbei am Nordamerika-Areal und der Europarunde zu den Auengehölzen am nahegelegenen Linden- und Birken-Bereich. Sie erklärt die Herkunft der Bäume sowie individuelle Merkmale wie Blattform oder Fruchtstand, und sie hält Anekdoten bereit über etwa Amber, Milchorangenbaum, Ginkgo oder Speierling.

Wer möchte, dem präsentiert die geübte Baumpark-Expertin auf Wunsch passende Gedichte deutscher Literaten. Wer Interesse bekommen hat, findet in diesem Jahr noch genau eine Gelegenheit zur Teilnahme: Die letzte öffentliche Führung startet am Mittwoch, 4. November, um 11 Uhr. Anmeldungen sind sehr erwünscht unter Telefon 04204-8822. Erwachsene zahlen fünf Euro, für Kinder ist die Führung kostenlos.  sch

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