Katzen: Beschluss des Samtgemeinderates

Kastration wird in Thedinghausen Pflicht

Die Kastrationspflicht für freilaufende Katzen soll deren Population deutlich verringern. - Foto: dpa

Samtgemeinde Thedinghausen- Zuhörerin Elke Dykhoff aus Thedinghausen hatte zu Beginn der jüngsten Samtgemeinderatssitzung eindringlich das Leid vieler streunender Katzen geschildert und darum gebeten, dem Antrag der Grünen Liste mit Blick auf eine Kastrations-, Sterilisations- und Kennzeichnungspflicht von Katzen zuzustimmen.

Letztlich folgte auch eine große Mehrheit der Ratsmitglieder dem Antrag. Die Neuregelung soll am 1. Januar 2018 in Kraft treten, mit dem Ziel, die Katzenpopulation merklich zu reduzieren. Danach müssen dann Katzenhalter, die es ihren Katzen ermöglichen, sich außerhalb der Wohnung zu bewegen, diese zuvor tierärztlich kastrieren und mittels Tätowierung oder Mikrochip kennzeichnen lassen. Bei Zuwiderhandlungen (Ordnungswidrigkeit) droht eine Geldbuße bis zu 5000 Euro.

In der Pflicht sind auch diejenigen, die einer freilaufenden Katze regelmäßig Futter zur Verfügung stellen. Diese Katzenhalter müssen dafür sorgen, dass sich keine streunenden oder Nachbar-Katzen an ihrem Futter zu schaffen machen. Damit sollen Ansammlungen und damit eine unkontrollierte Fortpflanzung verhindert werden. Wie die neue Kastrationspflicht kontrolliert werden soll, wurde während der der Samtgemeinderatssitzung nicht verraten.

Dieter Mensen (Grüne) hatte zuvor erläutert, dass jede aufgegriffene Katze, die an das Tierheim in Verden übergeben werden muss, den lokalen Steuerzahler mit 223 Euro belaste. Ein eingepflanzter Chip würde es erleichtern, den Besitzer zu ermitteln. Auch die Vogeljagd freilaufender Katzen wurde im Rat thematisiert.

Für die Zucht von Rassekatzen können auf Antrag Ausnahmen von der Kastrationspflicht zugelassen werden.

Grundsätzlich hielten alle Ratsmitglieder die Kastrationspflicht für richtig, doch einige, beispielsweise Jürgen Winkelmann und Gerold Bremer, selbst Katzenbesitzer, sahen Umsetzungsschwierigkeiten und stimmten dagegen. Tenor: „Wir können nicht die Verantwortung für jede zufällig bei uns vorbeilaufende Katze übernehmen, nur weil wir unsere Tiere auch draußen füttern.“  

sp

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