Kampf gegen das Vergessen

„Denkanstoß“: Gruppen-Aktivitäten in der Sozialstation

Leichte Betätigung hält auch das Gehirn in Gang. Die Gruppe „Denkanstoß“, hier bei einem Besuch des Bürgermeisters, ist vielfach aktiv.

Lunsen/Thedinghausen - „Die Gruppe heißt nicht von ungefähr Denkanstoß“, meint Sabrina Knebel. Die examinierte Altenpflegerin ist Leiterin der Gruppe, die sich jeden Montag um 15 Uhr im Lunser Gemeindehaus trifft.

Sabrina Knebel: „Wir helfen Menschen, die etwas gegen das Vergessen tun wollen. Die Arbeit mit den Menschen, die Demenzerscheinungen zeigen, ist nicht so einfach, zumal es in der Gruppe auch eine gewisse Fluktuation gibt. Doch man spürt bei der Beschäftigung mit den Leuten die Dankbarkeit, und man spürt teilweise auch, wie sie aufblühen.“

Gewohnte Abläufe sind von großer Bedeutung

Ein wichtiges Hilfsmittel, um die kleinen grauen Zellen zu aktivieren, ist der Blick zurück, die Erinnerung. „Wir geben ein Thema vor und das ist meistens schon Denkanstoß genug“, erläutert Andrea Pletz. Die Altenpflegerin und Mitarbeiterin der Thedinghauser Sozialstation nennt Beispiele. „Ob Schule, Beruf, Bauernhof, oder Werkzeuge, jedes Stichwort weckt Erinnerungen.“

Wichtig ist auch ein regelmäßig wiederkehrender Ablauf der Einheit. Das fängt an mit einem gemeinsamen Begrüßungslied. Im Stuhlkreis steht zudem stets Sitzgymnastik auf dem Programm. Auch ein Spanntuch, das alle zusammen anfassen oder durch den Kreis fliegende und von den Teilnehmern touchierte Luftballons können die Beweglichkeit fördern - und dabei auch den Geist beanspruchen.

Gruppe offen für alle Hilfesuchenden

Natürlich kommt in der Gruppe, derzeit allesamt Mitbürger im Rentenalter, auch das leibliche Wohl nicht zu kurz. Kaffee und Kuchen gehören dazu.

Sarah Jasper, Leiterin der Sozialstation, gibt ein paar grundsätzliche Hinweise. In der Gruppe sind auch Hilfesuchende willkommen, die nicht von der Sozialstation betreut oder versorgt werden – und auch Menschen, die nicht in der Samtgemeinde wohnen. Die Kosten übernimmt übrigens bei Pflegekassenleistungen die Pflegekasse. Für Bürger aus der Samtgemeinde ist sogar ein Fahrdienst eingerichtet. „Hier könnten wir noch einen ehrenamtlichen Fahrer – gegen Aufwandsentschädigung – gebrauchen,“ wirft Sarah Jasper ein.

Anerkennung der Samtgemeinde

Samtgemeindebürgermeister Harald Hesse machte sich erst am Montag wieder persönlich ein Bild von der Arbeit der Gruppe. Er stellt fest: „Unsere Sozialstation ist eine Einrichtung, die in der Bevölkerung eine hohe Akzeptanz hat und die 1a-Arbeit abliefert. Das wird auch immer wieder durch Überprüfungen und Zertifikate, beispielsweise durch den medizinischen Dienst der Krankenkassen, bescheinigt. Die Demenzgruppe ist Teil dieser Arbeit und ich kann den Betreuerinnen nur meine Anerkennung aussprechen.“

Eine Kontaktaufnahme zur Sozialstation ist unter Telefon 04204/8837 möglich. Hier sind auch nähere Infos zur Denkanstoß-Gruppe erhältlich, die jederzeit Neulinge willkommen heißt. Sarah Jasper: „Angehörige sollten sich nicht scheuen, uns anzusprechen.“

sp

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