Komplett maskierter Blender Rat beschließt mit großer Mehrheit Bebauungsplan

Kaiserstraße: „Giftige Pflanzen“ Streitpunkt

Auf dieser idyllischen Pferdeweide an der Kaiserstraße in Einste zwischen Einmündung An der Landwehr und Im Knick sollen vier bis sechs größere Wohnbaugrundstücke entstehen. Der Blender Rat beschloss jetzt Aufstellung und Auslegung des entsprechenden Bebauungsplans. Fotos: Laue

Blender / Intschede - Von Heinrich Laue. Bevor der Blender Bürgermeister Andreas Meyer „in diesen schwierigen Zeiten“ die Ratsmitglieder sowie die übrigen Besucher am Dienstagabend in der Halle der Intscheder Gemeinschaftssportanlage begrüßte, überzeugte er sich mit kurzem Rundblick davon, ob auch alle die Maskenpflicht befolgten. Auf die Abstandsregeln war schon beim Aufstellen der Stühle und Tische geachtet worden.

Mögliche Folgen des Lockdowns klangen dann gleich in der Antwort des Samtgemeindebürgermeisters Harald Hesse auf eine Nachfrage zur Umstellung auf LED-Straßenbeleuchtung an. Dazu gebe es in Blender noch keinen offiziellen Ratsbeschluss, machte Hesse deutlich. Im Übrigen sei auch beim Umsetzen dieses Vorhabens zu bedenken, dass durch die Corona-Krise in allen Gemeinden erhebliche Mindereinnahmen bei der Gewerbesteuer zu erwarten seien.

Anschließend ging es konkret um ein Wohnungsbauprojekt auf 4 000 Quadratmetern auf rund 30 Metern Länge parallel zur Kaiserstraße in Einste. Dort, wo zurzeit noch Pferde weiden, sollen vier bis sechs größere Grundstücke zum Bebauen bereitgestellt werden. Das entsprechende Konzept, gegen das bisher niemand Einwände erhoben hat, stellte Franziska Lüders vom Oldenburger „Plankontor Städtebau“ im Rat noch einmal vor.

Lockere, maximal eingeschossige Bauweise ist demnach bei den Ein- bis Zweifamilienhäusern vorgesehen, und beim Decken der geneigten Dächer ist nicht nur die Farbe Rot, sondern auch Anthrazit zulässig. Neue Straßen zur Erschließung sind nicht erforderlich, und an die Weiterführung der Kanalisation zum etwas tiefer gelegenen Baugebiet ist ebenfalls gedacht. Vorn zur Straße hin sind maximal ein Meter hohe Hecken beziehungsweise Zäune zulässig. Zur „Landschaft“ nach hinten hin sieht der Bebauungsplan einen vier Meter breiten Pflanzstreifen vor.

Konflikte mit den drei „tierhaltenden Anlagen“ – überwiegend Pferde – im Umkreis von 600 Metern wegen möglicher Geruchsbelästigungen werden nicht befürchtet. Die zu erwartenden Werte liegen allesamt deutlich unter den zulässigen Grenzen, heißt es in den Unterlagen.

Gitta Stahl von der Grünen Liste regte an, „giftige Pflanzen“ wie Pfaffenhütchen, Faulbaum und Schneeball im vorgesehenen Vier-Meter-Pflanzstreifen ausdrücklich per Festlegung im Plan zu verbieten und für die Ein-Meter-Hecken an der Straße „standortheimische Gehölze“ vorzuschreiben. Ihre Ratskollegen lehnten die Anträge einhellig ab. Die Grüngestaltung solle besser den Grundstückseignern selbst überlassen bleiben, lautete das Hauptargument.

Die beiden Grünen-Vertreter enthielten sich daraufhin bei den folgenden Abstimmungen zum Bebauungsplan „Kaiserstraße“. Mit großer Mehrheit der übrigen Stimmen wurde die öffentliche Auslegung dieses Plans beschlossen.

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