„Sind völlig abgeschnitten“

Shaan Mehrath aus Blender kämpft für Bus nach Bremen

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Shaan Merath wohnt seit 2004 in Blender. Der Speditionskaufmann – Sohn eines pakistanischen Vaters und einer deutschen Mutter – setzt sich dafür ein, dass diese Gemeinde nicht weiter als einzige der Samtgemeinde Thedinghausen in puncto Busverbindungen nach Bremen komplett außen vor bleibt. Er hat dazu auch die Web-Adresse https://businblender.jimdofree.com/ angelegt.

Blender - Über Morsum fahren werktags fünfmal Busse nach Bremen und zurück, sonnabends sogar sechsmal sowie an Sonn- und Feiertagen zweimal. Keinen einzigen Busanschluss nach Bremen gibt es hingegen für die 2500-Einwohner-Gemeinde Blender. Shaan Mehrath findet, dass sich das dringend ändern muss.

Zur sehr liege auch im politischen Raum der Schwerpunkt auf Verbindungen von Blender nach Verden mit dortigen Umsteigemöglichkeiten in die Bahn nach Bremen, , moniert der 28-jährige Speditionskaufmann mit Arbeitsplatz in der Hansestadt und Wohnsitz am Seestedter Weg. Shaan hat es aber nicht beim Klagen belassen, sondern schon einen informativen Flyer „Bus in Blender – Aber fair“ entwickelt und bisher im Ort 37 Unterschriften für die Direktverbindung zur Großstadt gesammelt. Hinter einer Unterschrift stecke manchmal eine ganze Familie, erläutert er im Gespräch mit dieser Zeitung.

Penibel hat der 28-Jährige auch geltende Linienbus-Pläne unter die Lupe genommen. Sein Resümee im Flyer: „Die Linie 750 ist die HauptBuslinie der Samtgemeinde Thedinghausen. Sie fährt von Montag bis Sonntag über Wulmstorf nach Bremen. Dabei durchfährt der Bus alle wesentlichen Ortsteile der Samtgemeinde Thedinghausen – bis auf Blender“.

Merath schlägt nun vor, die Linie 750 künftig in Blender und Hiddestorf starten und enden zu lassen statt wie bisher in Beppen. An der Straße Auf den Linteln in Blender gebe es sogar eine perfekte Endhaltestelle mit Wendemöglichkeiten für Busse.

Die würden dann diese Gemeinde an allen sieben Tagen der Woche an den öffentlichen Personennahverkehr anbinden – ohne komplizierten Umweg über Verden mit nicht selten verspäteten oder ausfallenden Anschlusszügen.

Es sei auch möglich, die Linie 720 als Verbindung zwischen Blender und Thedinghausen zu nutzen und dort in die 750 umzusteigen. Für den kleineren Ort Beppen sei die Linie 720 zudem besser geeignet, da sie die Anbindung zu den Berufsschulen und Gymnasien in Verden sichere.

Vorteile einer direkten Verbindung Blender-Bremen fallen Shaan Merath jede Menge ein. Sie sei ideal für Azubis und Berufspendler, für Touren zum Freimarkt, zur Osterwiese, zu Werder-Spielen, zu kulturellen Veranstaltungen, Disco-Besuchen, Einkäufen in der Stadt und vielem mehr. Nicht zuletzt ließen sich Parkgebühren für Autos und Benzinkosten sparen. Auf der anderen Seite hätten etwa Studenten der Bremer Uni die Möglichkeit, zu günstigeren Preisen auf dem Lande zu wohnen.

Auch in der Einwohnerfragestunde der jüngsten Blender Ratssitzung erläuterte der engagierte Einwohner schon kurz seine Vorstellungen. Bürgermeister Andreas Meyer und Samtgemeindebürgermeister Harald Hesse zeigten sich durchaus aufgeschlossen. Sie verwiesen auf eine mögliche Mitarbeit in der AG Busverkehr. Es sei ohnehin vorgesehen, einige Fahrpläne komplett zu überarbeiten, machte Meyer deutlich. - la

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